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Zentralbanken klopfen sich selbst auf die Schulter
11.10.19 11:15
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Man könnte fast meinen, dass die Zentralbanker befürchten, den Schwarzen Peter für die negativen Auswirkungen ihrer Politik zugeschoben zu bekommen, wie beispielweise die schleichende Entwertung von Sparvermögen, so die Experten von LYNX Broker.
Solange die positiven Effekte anhalten würden, könnten sie sich darauf berufen. Doch was sei, wenn das einmal nicht mehr der Fall sei? Wollten sie vielleicht eine Teilschuld auf die Staaten abwälzen, die nicht genug getan hätten, um ihre Politik zu unterstützen? Oder wollten sie nur die großen Erwartungen, die in sie gesteckt würden, dämpfen?
Die Zentralbanken hätten in den vergangenen zehn Jahren alles richtig gemacht. Negativzinsen und Quantitative Easing seien echte Wachstumstreiber und würden die Inflation auf einem vernünftigen Niveau halten, während die Negativeffekte sich in Grenzen halten würden. Davon seien zumindest die Zentralbanker überzeugt, wie eine Umfrage der Bank of International Settlements nun ergeben habe. "Ob der deutsche Sparer, dessen Altersvorsorge immer weiter zusammenschmilzt, ihnen da zustimmen würde wage ich zu bezweifeln. Ohnehin ist aktuell weltweit eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit dieser ultralockeren Geldpolitik entbrannt. Kritisiert wird, dass den Zentralbanken kaum mehr Möglichkeiten bleiben, sollte es tatsächlich erneut an den Finanzmärkten krachen, denn noch wesentlich weiter können sie ihre Politik zumindest in Europa nicht mehr lockern, ohne dass die negativen Effekte spürbar zunehmen", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte vom Online-Broker LYNX.
Laut der Umfrage gestünden die Zentralbanker zwar ein, dass es einige Probleme mit dieser Politik gebe, allerdings habe man diese unter Kontrolle. Daher würden die angestrebten positiven Effekte ihrer Politik alle negativen bei weitem aufwiegen. Die Studie betone allerdings auch, dass das geldpolitische Experiment sich im Moment noch in einer frühen Phase befinde und eine vollständige Bewertung erst in der Retrospektive möglich sei.
"Bis die Zentralbanken einen anderen Kurs einschlagen, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Australien und Indien haben erst vergangene Woche die Zinsen gesenkt, die EZB hat mit -0,5 Prozent auf die Einlagenzinsen im September einen neuen Tiefpunkt erreicht und in den USA wird eine dritte Senkung der Kreditkosten noch im Oktober immer wahrscheinlicher. Das Experiment der niedrigen, bzw. negativen Zinsen und des Quantitative Easing dürfte also noch lange nicht vorbei sein, auch wenn die Befragten der BIS-Studie zugaben, dass eine noch stärkere Senkung der Zinsen eventuell nicht mehr die gewünschten Effekte bringen und auch mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden sein könnte", so Sadowski.
Neben den Einschätzungen zum Erfolg und den Nebenwirkungen der lockeren Geldpolitik, seien die Zentralbanker auch zu ihren Wünschen für die Zukunft befragt worden. Hier sei vor allem mehr Verantwortung von den Staaten gefordert worden, die durch ihre Steuer- und Ausgabenpolitik die Maßnahmen der Zentralbanken begleiten sollten.
"Man könnte fast meinen, dass die Zentralbanker befürchten, den Schwarzen Peter für die negativen Auswirkungen ihrer Politik zugeschoben zu bekommen, wie beispielweise die schleichende Entwertung von Sparvermögen. Solange die positiven Effekte anhalten, können sie sich darauf berufen. Doch was ist, wenn das einmal nicht mehr der Fall ist? Wollen sie vielleicht eine Teilschuld auf die Staaten abwälzen, die nicht genug getan haben, um ihre Politik zu unterstützen? Oder wollen sie nur die großen Erwartungen, die in sie gesteckt werden dämpfen?", vermute Sadowski. Für ihn sei zumindest fraglich, ob das Sich-selbst-auf-die Schulter- Klopfen der Zentralbanker tatsächlich angemessen sei, denn auch wenn die positiven Effekte der ultralockeren Geldpolitik ohne Zweifel existieren würden, würden sie doch von einer sich abflauenden Weltwirtschaft und geopolitischen Risiken überschattet. (11.10.2019/alc/a/a)
Solange die positiven Effekte anhalten würden, könnten sie sich darauf berufen. Doch was sei, wenn das einmal nicht mehr der Fall sei? Wollten sie vielleicht eine Teilschuld auf die Staaten abwälzen, die nicht genug getan hätten, um ihre Politik zu unterstützen? Oder wollten sie nur die großen Erwartungen, die in sie gesteckt würden, dämpfen?
Die Zentralbanken hätten in den vergangenen zehn Jahren alles richtig gemacht. Negativzinsen und Quantitative Easing seien echte Wachstumstreiber und würden die Inflation auf einem vernünftigen Niveau halten, während die Negativeffekte sich in Grenzen halten würden. Davon seien zumindest die Zentralbanker überzeugt, wie eine Umfrage der Bank of International Settlements nun ergeben habe. "Ob der deutsche Sparer, dessen Altersvorsorge immer weiter zusammenschmilzt, ihnen da zustimmen würde wage ich zu bezweifeln. Ohnehin ist aktuell weltweit eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit dieser ultralockeren Geldpolitik entbrannt. Kritisiert wird, dass den Zentralbanken kaum mehr Möglichkeiten bleiben, sollte es tatsächlich erneut an den Finanzmärkten krachen, denn noch wesentlich weiter können sie ihre Politik zumindest in Europa nicht mehr lockern, ohne dass die negativen Effekte spürbar zunehmen", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte vom Online-Broker LYNX.
"Bis die Zentralbanken einen anderen Kurs einschlagen, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Australien und Indien haben erst vergangene Woche die Zinsen gesenkt, die EZB hat mit -0,5 Prozent auf die Einlagenzinsen im September einen neuen Tiefpunkt erreicht und in den USA wird eine dritte Senkung der Kreditkosten noch im Oktober immer wahrscheinlicher. Das Experiment der niedrigen, bzw. negativen Zinsen und des Quantitative Easing dürfte also noch lange nicht vorbei sein, auch wenn die Befragten der BIS-Studie zugaben, dass eine noch stärkere Senkung der Zinsen eventuell nicht mehr die gewünschten Effekte bringen und auch mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden sein könnte", so Sadowski.
Neben den Einschätzungen zum Erfolg und den Nebenwirkungen der lockeren Geldpolitik, seien die Zentralbanker auch zu ihren Wünschen für die Zukunft befragt worden. Hier sei vor allem mehr Verantwortung von den Staaten gefordert worden, die durch ihre Steuer- und Ausgabenpolitik die Maßnahmen der Zentralbanken begleiten sollten.
"Man könnte fast meinen, dass die Zentralbanker befürchten, den Schwarzen Peter für die negativen Auswirkungen ihrer Politik zugeschoben zu bekommen, wie beispielweise die schleichende Entwertung von Sparvermögen. Solange die positiven Effekte anhalten, können sie sich darauf berufen. Doch was ist, wenn das einmal nicht mehr der Fall ist? Wollen sie vielleicht eine Teilschuld auf die Staaten abwälzen, die nicht genug getan haben, um ihre Politik zu unterstützen? Oder wollen sie nur die großen Erwartungen, die in sie gesteckt werden dämpfen?", vermute Sadowski. Für ihn sei zumindest fraglich, ob das Sich-selbst-auf-die Schulter- Klopfen der Zentralbanker tatsächlich angemessen sei, denn auch wenn die positiven Effekte der ultralockeren Geldpolitik ohne Zweifel existieren würden, würden sie doch von einer sich abflauenden Weltwirtschaft und geopolitischen Risiken überschattet. (11.10.2019/alc/a/a)


