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Zentralbanken denken über Zinssenkungen nach
16.07.19 10:45
Berenberg
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Der S&P 500 ist in diesem Jahr bereits um mehr als 20% gestiegen, dabei sind 90% des Anstiegs durch eine KGV-Ausweitung getrieben, so Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg in der aktuellen Ausgabe von "Berenberg Märkte-Monitor".
Die Aktien seien entsprechend deutlich teurer bewertet als gegen Ende des letzten Jahres. Ein Grund dafür sei das Auspreisen der übertriebenen Rezessionsbefürchtungen in Q4/2018. Allerdings würden die Märkte auch schon eine Erholung der Konjunktur im zweiten Halbjahr einpreisen. Die Wirtschaftsdaten würden jedoch weiterhin weltweit enttäuschen - und in diesem Jahr im Gegensatz zu 2018 auch in den USA. Zudem scheinen die Stimulierungsmaßnahmen in China kaum Wirkung zu entfalten, so Dr. Bernd Meyer weiter. Damit eine Konjunkturerholung im zweiten Halbjahr stattfinden könne, müsste der Handelskonflikt für einen längeren Zeitraum entschärft und ein harter Brexit vermieden werden. Die Zentralbanken hätten die fragile Lage erkannt und Zinssenkungen in Aussicht gestellt - auch weil die Inflationserwartungen weiter gefallen seien.
In den letzten Wochen hätten die Aktienmärkte bereits Zinssenkungen der US-Notenbank, eine anhaltend expansive Geldpolitik der EZB und eine ausbleibende Eskalation im Handelskrieg eingepreist. Nun dürfte sich der Fokus auf die Unternehmensberichtssaison für das zweite Quartal richten. Angesichts der weiterhin auf niedrigen Niveaus verharrenden konjunkturelle Frühindikatoren und ersten Gewinnwarnungen erwarten wir eine zunehmende Anzahl an Unternehmen, die Ausblicke und Gewinnprognosen für 2019 senken werden, so Dr. Bernd Meyer weiter. Am Dienstag würden in Deutschland die ZEW-Konjunkturerwartungen und in den USA Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion veröffentlicht. Der Zustand der US-Konjunktur dürfte sich auch am Donnerstag von den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung und am Freitag vom Verbrauchervertrauen erahnen lassen. Die EZB tage zum nächsten Mal am 25. Juli und die FED dürfte bei der Sitzung am 31. Juli die Leitzinsen um 0,25% Prozentpunkte senken. (Ausgabe vom 15.07.2019) (16.07.2019/alc/a/a)
Die Aktien seien entsprechend deutlich teurer bewertet als gegen Ende des letzten Jahres. Ein Grund dafür sei das Auspreisen der übertriebenen Rezessionsbefürchtungen in Q4/2018. Allerdings würden die Märkte auch schon eine Erholung der Konjunktur im zweiten Halbjahr einpreisen. Die Wirtschaftsdaten würden jedoch weiterhin weltweit enttäuschen - und in diesem Jahr im Gegensatz zu 2018 auch in den USA. Zudem scheinen die Stimulierungsmaßnahmen in China kaum Wirkung zu entfalten, so Dr. Bernd Meyer weiter. Damit eine Konjunkturerholung im zweiten Halbjahr stattfinden könne, müsste der Handelskonflikt für einen längeren Zeitraum entschärft und ein harter Brexit vermieden werden. Die Zentralbanken hätten die fragile Lage erkannt und Zinssenkungen in Aussicht gestellt - auch weil die Inflationserwartungen weiter gefallen seien.
In den letzten Wochen hätten die Aktienmärkte bereits Zinssenkungen der US-Notenbank, eine anhaltend expansive Geldpolitik der EZB und eine ausbleibende Eskalation im Handelskrieg eingepreist. Nun dürfte sich der Fokus auf die Unternehmensberichtssaison für das zweite Quartal richten. Angesichts der weiterhin auf niedrigen Niveaus verharrenden konjunkturelle Frühindikatoren und ersten Gewinnwarnungen erwarten wir eine zunehmende Anzahl an Unternehmen, die Ausblicke und Gewinnprognosen für 2019 senken werden, so Dr. Bernd Meyer weiter. Am Dienstag würden in Deutschland die ZEW-Konjunkturerwartungen und in den USA Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion veröffentlicht. Der Zustand der US-Konjunktur dürfte sich auch am Donnerstag von den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung und am Freitag vom Verbrauchervertrauen erahnen lassen. Die EZB tage zum nächsten Mal am 25. Juli und die FED dürfte bei der Sitzung am 31. Juli die Leitzinsen um 0,25% Prozentpunkte senken. (Ausgabe vom 15.07.2019) (16.07.2019/alc/a/a)


