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Zehnjährige deutsche Staatsanleihen im Minus
02.09.24 08:52
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Staatsanleihen (10Y) verlassen den letzten Handelstag der Woche im Minus, so die Analysten der Nord LB.
Die Rendite falle auf 2,29% (minus 3bp). Anekdote am Rand: Im September 1990 habe man als Investor eine Rendite von 9,13% für zehnjährige Bunds einloggen können. In diesem Umfeld würden die derzeit zu erzielenden Renditen (auch in der wirtschaftlichen, deutschen Gesamtsituation) in einem ganz anderen Licht erscheinen.
Die Inflation im Euroraum sei im August wieder rückläufig. Wie Eurostat am Freitag gemeldet habe, betrage die Teuerung 2,2% Y/Y (zu-vor 2,6% Y/Y). Auch die Kernrate gehe auf 2,8% Y/Y leicht zurück. Dies alles liege im Rahmen der Erwartungen. Wermutstropfen: Die Inflation im Dienstleistungssektor bleibe mit 4,2% Y/Y deutlich zu hoch. Die aktuelle Entwicklung beruhe also überwiegend auf Basiseffekten und den zuletzt gesunkenen Energiepreisen.
Insgesamt stehe damit einer weiteren Zinssenkung um 25bp im September aber nichts mehr im Weg. Wegen der hohen Unsicherheit über die weitere Inflationsentwicklung werde die EZB nach Einschätzung der Analysten am datenbasierten Ansatz festhalten und Ende dieses Jahres eine weitere Zinssenkung vornehmen. Konträre Aussagen kämen hingegen von der Bundesbank. Da die Inflation noch nicht nachhaltig auf 2% zurückgekehrt sei, solle sich die EZB vor einer zu raschen Senkung hüten.
Seit dem Jahr 2022 steige die Arbeitslosigkeit in Deutschland stetig an und es sei keine Besserung in Sicht. Im August liege die Arbeitslosenzahl bei 2,782 Mio. (Anstieg um 63.000). Die Bundesagentur für Arbeit schließe sogar ein Überschreiten der 3 Mio.-Grenze für den Januar 2025 (sogenannte Winterarbeitslosigkeit) nicht mehr aus. Insbesondere auf dem Bau, im Handel und in der Industrie würden derzeit Beschäftigte reduziert, im Gesundheits- und Sozialwesen finde hingegen ein Aufbau statt.
Wochenausblick: Auch in den USA scheine die Zinswende nun näher zu rücken, so werfe die kommende Woche bereits den Schatten voraus. Neben den Angaben zu den beiden ISM Einkaufsmanagerindices stehe in diesem Kontext vor allem der Arbeitsmarktbericht im Mittelpunkt des Interesses. Die jüngsten Anmerkungen von Powell würden dies sehr klar belegen. Mit Blick auf die am Freitag anstehenden Daten zur Beschäftigungssituation sollten nur wirklich unerfreuliche Zahlen eine baldige Zinssenkung um 50bp auslösen können. Das FOMC werde bei der Neuausrichtung der Geldpolitik möglichst nicht hektisch wirken wollen. (02.09.2024/alc/a/a)
Die Rendite falle auf 2,29% (minus 3bp). Anekdote am Rand: Im September 1990 habe man als Investor eine Rendite von 9,13% für zehnjährige Bunds einloggen können. In diesem Umfeld würden die derzeit zu erzielenden Renditen (auch in der wirtschaftlichen, deutschen Gesamtsituation) in einem ganz anderen Licht erscheinen.
Insgesamt stehe damit einer weiteren Zinssenkung um 25bp im September aber nichts mehr im Weg. Wegen der hohen Unsicherheit über die weitere Inflationsentwicklung werde die EZB nach Einschätzung der Analysten am datenbasierten Ansatz festhalten und Ende dieses Jahres eine weitere Zinssenkung vornehmen. Konträre Aussagen kämen hingegen von der Bundesbank. Da die Inflation noch nicht nachhaltig auf 2% zurückgekehrt sei, solle sich die EZB vor einer zu raschen Senkung hüten.
Seit dem Jahr 2022 steige die Arbeitslosigkeit in Deutschland stetig an und es sei keine Besserung in Sicht. Im August liege die Arbeitslosenzahl bei 2,782 Mio. (Anstieg um 63.000). Die Bundesagentur für Arbeit schließe sogar ein Überschreiten der 3 Mio.-Grenze für den Januar 2025 (sogenannte Winterarbeitslosigkeit) nicht mehr aus. Insbesondere auf dem Bau, im Handel und in der Industrie würden derzeit Beschäftigte reduziert, im Gesundheits- und Sozialwesen finde hingegen ein Aufbau statt.
Wochenausblick: Auch in den USA scheine die Zinswende nun näher zu rücken, so werfe die kommende Woche bereits den Schatten voraus. Neben den Angaben zu den beiden ISM Einkaufsmanagerindices stehe in diesem Kontext vor allem der Arbeitsmarktbericht im Mittelpunkt des Interesses. Die jüngsten Anmerkungen von Powell würden dies sehr klar belegen. Mit Blick auf die am Freitag anstehenden Daten zur Beschäftigungssituation sollten nur wirklich unerfreuliche Zahlen eine baldige Zinssenkung um 50bp auslösen können. Das FOMC werde bei der Neuausrichtung der Geldpolitik möglichst nicht hektisch wirken wollen. (02.09.2024/alc/a/a)


