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Zaudern der Notenbanken eröffnet Opportunitäten am Geldmarkt
26.10.15 12:10
GAM
Berlin (www.anleihencheck.de) - Wann werden die Federal Reserve (FED) und die Bank of England (BoE) die Leitzinsen erhöhen? Zuletzt haben die Akteure an den Finanzmärkten ihre Erwartungen in dieser Hinsicht deutlich zurückgeschraubt, so die Experten von GAM.
Dies habe nicht zuletzt am Geldmarkt spürbare Folgen und stelle Investoren vor Herausforderungen, so Adrian Owens, Währungsexperte beim Vermögensverwalter GAM.
Besonders im Fall des geldpolitischen Kurses der BoE sei die Marktmeinung sehr zurückhaltend. "Die Investoren erwarten inzwischen, dass es vor Februar 2017 keine Zinserhöhung gibt. Bis Ende 2017 preist der Markt aktuell lediglich eine Erhöhung um 44 Basispunkte ein. Das sind weniger als zwei Zinsschritte."
Diesen Pessimismus halte Owens für eine Überreaktion der Märkte - ungeachtet der Unklarheit über die Konjunkturlage in China und der Korrektur an den Aktienmärkten im zurückliegenden dritten Quartal. "Die Konjunkturdaten aus Großbritannien waren eher gemischt, aber insgesamt halten wir sie für recht ermutigend", erkläre der Experte. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich, und die Unternehmensgewinne steigen." Auch der Markt für Wohnimmobilien befinde sich in gutem Zustand.
"Dass an den Börsen nur eine so geringe Zinserhöhung eingepreist ist, stellt daher aus Investorensicht eine hervorragende Gelegenheit dar", so Owens weiter. "Im vergangenen Monat war es möglich, einen Call auf die Zinssätze in Großbritannien zu verkaufen und nur in dem Fall Geld zu verlieren, dass die BoE die Zinsen noch weiter senkt." Dies allerdings halte Owens angesichts der wirtschaftlichen Lage für hochgradig unwahrscheinlich.
Gänzlich anders stelle sich die Lage in Brasilien dar. Das Land kämpfe weiterhin mit wirtschaftlichen Problemen und einer politischen Krise. Der Leitzins liege bei 14,25 Prozent, und viele Marktteilnehmer würden mit weiteren Zinsschritten rechnen. "Dies erklärt zum größten Teil, warum annähernd 200 Basispunkte an Zinserhöhungen eingepreist sind und die Kosten für Credit Default Swaps auf dem Niveau von Junkbonds liegen", erläutere Owens.
Er sei dennoch optimistisch für die Zukunft des Landes: "Die gegenwärtige Situation ist untragbar. Aber die Dinge werden sich verändern. Die dunkelste Stunde könnte nun kurz bevorstehen." Zwar werde Brasilien möglicherweise für einige Jahre mit einem Primärdefizit leben müssen, und die Staatsverschuldung könnte auf fast 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Dies sei aber nicht notwendigerweise eine Katastrophe. "Brasilien benötigt etwas Zeit, um seine Probleme anzugehen", erkläre Owens. "Die übertriebene Aufregung dürfte sich wieder legen."
Er halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Inflationsrate in Brasilien in den kommenden Monaten sinke. "Das könnte der Zentralbank Spielraum geben, um an einem gewissen Punkt die Zinsen zu senken", so der Währungsexperte. Dies würde das Wirtschaftswachstum stützen, mit positiven Folgen für die Verfassung des Staatshaushalts. "Gegenwärtig werden Investoren aber weiterhin üppig dafür belohnt, in Brasilien Risiken einzugehen." (26.10.2015/alc/a/a)
Dies habe nicht zuletzt am Geldmarkt spürbare Folgen und stelle Investoren vor Herausforderungen, so Adrian Owens, Währungsexperte beim Vermögensverwalter GAM.
Besonders im Fall des geldpolitischen Kurses der BoE sei die Marktmeinung sehr zurückhaltend. "Die Investoren erwarten inzwischen, dass es vor Februar 2017 keine Zinserhöhung gibt. Bis Ende 2017 preist der Markt aktuell lediglich eine Erhöhung um 44 Basispunkte ein. Das sind weniger als zwei Zinsschritte."
"Dass an den Börsen nur eine so geringe Zinserhöhung eingepreist ist, stellt daher aus Investorensicht eine hervorragende Gelegenheit dar", so Owens weiter. "Im vergangenen Monat war es möglich, einen Call auf die Zinssätze in Großbritannien zu verkaufen und nur in dem Fall Geld zu verlieren, dass die BoE die Zinsen noch weiter senkt." Dies allerdings halte Owens angesichts der wirtschaftlichen Lage für hochgradig unwahrscheinlich.
Gänzlich anders stelle sich die Lage in Brasilien dar. Das Land kämpfe weiterhin mit wirtschaftlichen Problemen und einer politischen Krise. Der Leitzins liege bei 14,25 Prozent, und viele Marktteilnehmer würden mit weiteren Zinsschritten rechnen. "Dies erklärt zum größten Teil, warum annähernd 200 Basispunkte an Zinserhöhungen eingepreist sind und die Kosten für Credit Default Swaps auf dem Niveau von Junkbonds liegen", erläutere Owens.
Er sei dennoch optimistisch für die Zukunft des Landes: "Die gegenwärtige Situation ist untragbar. Aber die Dinge werden sich verändern. Die dunkelste Stunde könnte nun kurz bevorstehen." Zwar werde Brasilien möglicherweise für einige Jahre mit einem Primärdefizit leben müssen, und die Staatsverschuldung könnte auf fast 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Dies sei aber nicht notwendigerweise eine Katastrophe. "Brasilien benötigt etwas Zeit, um seine Probleme anzugehen", erkläre Owens. "Die übertriebene Aufregung dürfte sich wieder legen."
Er halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Inflationsrate in Brasilien in den kommenden Monaten sinke. "Das könnte der Zentralbank Spielraum geben, um an einem gewissen Punkt die Zinsen zu senken", so der Währungsexperte. Dies würde das Wirtschaftswachstum stützen, mit positiven Folgen für die Verfassung des Staatshaushalts. "Gegenwärtig werden Investoren aber weiterhin üppig dafür belohnt, in Brasilien Risiken einzugehen." (26.10.2015/alc/a/a)


