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Der Yen, die FED und Jackson Hole
20.08.24 13:00
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die bis vor wenigen Wochen zu beobachtende ausgeprägte Schwäche der japanischen Währung war eindeutig ein Resultat der Ausrichtung der Geldpolitik in Tokio, so die Analysten der NORD LB.
Die extrem vorsichtigen Maßnahmen zu einer ganz langsamen Normalisierung der geldpolitischen Strategie der Bank of Japan allein hätten dem Yen interessanterweise nicht wirklich helfen können. Erst das Aufkommen einer recht ambitionierten Erwartungshaltung der Marktteilnehmer beim Blick auf die Zinssenkungspläne in den USA hätten die Schwäche des Yen dann sehr abrupt abklingen lassen. Dies habe den japanischen Aktienmarkt zwischenzeitlich spürbar belastet und zudem zu gewissen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Relativ zum US-Dollar scheine sich die japanische Währung nun vorerst knapp oberhalb von 145,00 JPY pro USD stabilisiert zu haben. Jedes Signal in die Richtung von stärkeren Leitzinssenkungen durch das FOMC würde aber wohl wieder zu einem Test dieser psychologisch wichtigen Chartmarke führen.
Diese Turbulenzen sollten die japanische Notenbank dazu bewegen, bei den nun anstehenden geldpolitischen Entscheidungen noch mehr Vorsicht zu zeigen. Zentralbankchef Kazuo Ueda werde sich die geldpolitische Maßnahme der Leitzinsanhebungen allerdings wohl nicht komplett aus der Hand nehmen lassen wollen. In diesem Umfeld sollten kräftige Zinssenkungen durch die FED den Yen tendenziell also weiter aufwerten lassen. Zwar dürften die Anleger inzwischen in beträchtlichem Umfang Short-Positionen im Yen aufgelöst haben, es verbleibe aber dennoch ein Restrisiko - eine größere Stärke des Yen könnte somit durchaus neue Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten auslösen. Die US-Notenbank werde ihre Geldpolitik sicherlich nicht explizit am Yen ausrichten, Sorgen bezüglich der Finanzmarktstabilität durch zu heftige Bewegungen am globalen Devisenmarkt, die zudem grundsätzlich auch vermeidbar wären, könnten aber doch ein kleines zusätzliches Mosaiksteinchen sein, welches das FOMC zu einer vorsichtigeren Zinswende bewegen möge!
Für ein eher zurückhaltendes Vorgehen bei den in den USA sicherlich anstehenden Leitzinssenkungen scheine zudem die Tatsache zu sprechen, dass die Marktteilnehmer einen großen Aktivismus bei der FED wohl als klaren Hinweis auf eine hohe Nervosität der Notenbanker in Washington werten würden. Dies wäre eindeutig nicht im Sinne des FOMC. Ohne klare Hinweise auf eine bald drohende nachhaltige Eintrübung der Wirtschaftslage in den USA werde man daher eher keine kräftigen Zinssenkungen implementieren wollen. Jerome Powell dürfte seinen Auftritt beim jährlichen Symposium in Jackson Hole wahrscheinlich nutzen wollen, um den internationalen Finanzmärkten genau diese geldpolitische Strategie regelrecht zu verkaufen! Es sollte also schon sehr bald zu einer Verringerung der Fed Funds Target Rate kommen, die US-Notenbank werde bei dieser Zinswende aber eher vorsichtig agieren wollen.
Fazit: Die jüngste Leitzinsanhebung der Bank of Japan habe den Yen nicht stärken können. Die spürbaren Aufwertungstendenzen bei der japanischen Währung seien erst mit veränderten Markterwartungen bezüglich der Geldpolitik in den USA aufgekommen. Zwischenzeitlich hätten die Anleger in der Tat eher eine sehr offensive Zinswende durch die FED prognostiziert. Die mit dieser veränderten Erwartungshaltung der Marktteilnehmer einhergehenden klaren Aufwertungstendenzen beim Yen hätten dann zu Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Diese Tatsache könnte nun auch einen gewissen Einfluss auf die weitere Geldpolitik der FED haben. Wichtiger dürfte aber wohl sein, dass die Notenbanker in Washington sicherlich nicht durch Hektik getrieben erscheinen werden wollten! Jerome Powell dürfte seinen baldigen Auftritt beim Symposium in Jackson Hole daher wahrscheinlich nutzen, um den Finanzmärkten relativ klare Hinweise für das Bevorstehen von eher vorsichtigen Leitzinssenkungen durch das FOMC zu liefern. (20.08.2024/alc/a/a)
Die extrem vorsichtigen Maßnahmen zu einer ganz langsamen Normalisierung der geldpolitischen Strategie der Bank of Japan allein hätten dem Yen interessanterweise nicht wirklich helfen können. Erst das Aufkommen einer recht ambitionierten Erwartungshaltung der Marktteilnehmer beim Blick auf die Zinssenkungspläne in den USA hätten die Schwäche des Yen dann sehr abrupt abklingen lassen. Dies habe den japanischen Aktienmarkt zwischenzeitlich spürbar belastet und zudem zu gewissen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Relativ zum US-Dollar scheine sich die japanische Währung nun vorerst knapp oberhalb von 145,00 JPY pro USD stabilisiert zu haben. Jedes Signal in die Richtung von stärkeren Leitzinssenkungen durch das FOMC würde aber wohl wieder zu einem Test dieser psychologisch wichtigen Chartmarke führen.
Für ein eher zurückhaltendes Vorgehen bei den in den USA sicherlich anstehenden Leitzinssenkungen scheine zudem die Tatsache zu sprechen, dass die Marktteilnehmer einen großen Aktivismus bei der FED wohl als klaren Hinweis auf eine hohe Nervosität der Notenbanker in Washington werten würden. Dies wäre eindeutig nicht im Sinne des FOMC. Ohne klare Hinweise auf eine bald drohende nachhaltige Eintrübung der Wirtschaftslage in den USA werde man daher eher keine kräftigen Zinssenkungen implementieren wollen. Jerome Powell dürfte seinen Auftritt beim jährlichen Symposium in Jackson Hole wahrscheinlich nutzen wollen, um den internationalen Finanzmärkten genau diese geldpolitische Strategie regelrecht zu verkaufen! Es sollte also schon sehr bald zu einer Verringerung der Fed Funds Target Rate kommen, die US-Notenbank werde bei dieser Zinswende aber eher vorsichtig agieren wollen.
Fazit: Die jüngste Leitzinsanhebung der Bank of Japan habe den Yen nicht stärken können. Die spürbaren Aufwertungstendenzen bei der japanischen Währung seien erst mit veränderten Markterwartungen bezüglich der Geldpolitik in den USA aufgekommen. Zwischenzeitlich hätten die Anleger in der Tat eher eine sehr offensive Zinswende durch die FED prognostiziert. Die mit dieser veränderten Erwartungshaltung der Marktteilnehmer einhergehenden klaren Aufwertungstendenzen beim Yen hätten dann zu Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Diese Tatsache könnte nun auch einen gewissen Einfluss auf die weitere Geldpolitik der FED haben. Wichtiger dürfte aber wohl sein, dass die Notenbanker in Washington sicherlich nicht durch Hektik getrieben erscheinen werden wollten! Jerome Powell dürfte seinen baldigen Auftritt beim Symposium in Jackson Hole daher wahrscheinlich nutzen, um den Finanzmärkten relativ klare Hinweise für das Bevorstehen von eher vorsichtigen Leitzinssenkungen durch das FOMC zu liefern. (20.08.2024/alc/a/a)


