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Die Woche der Wahrheit


27.01.23 10:48
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - "Show me your cards": Kommende Woche werden nicht nur die Top-Notenbanken die Karten auf den Tisch legen, auch einige Datenlieferanten werden dies tun, so Robert Greil, Chefstratege der Merck Finck A Quintet Private Bank.

"Die Sitzungen von EZB und FED werden neben weiteren Leitzinserhöhungen Indikationen für den wohl bald erreichten Zinsgipfel bringen und die zahlreichen Makrodaten die Rezessionssorgen wohl vor allem in den USA erhöhen", sage Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck weiter: "Während die EZB ihre Leitzinsen noch mindestens einmal um 50 Basispunkte anheben sollte, könnte die FED angesichts des in den USA bereits weiter fortgeschrittenen Inflationsrückgangs und der zunehmenden Konjunkturabschwächung ihr Tempo langsam verringern." Greil: "In Deutschland wie auch in der Eurozone insgesamt ist bei den Inflationsdaten nächste Woche noch mit keiner weiteren signifikanten Entspannung zu rechnen."

Kommende Woche schwappe abgesehen von den Top-Notenbanksitzungen ein ganzes Bündel richtungsweisender Konjunkturdaten über die Märkte: Für Deutschland und die Eurozone seien das an vorderster Front die Bruttoinlandsprodukte für das Schlussquartal 2022 (Montag/Dienstag) sowie die vorläufigen Inflationszahlen für den Januar (Dienstag/Mittwoch). Dazu kämen am Montag das Wirtschaftsvertrauen für den gesamten Euroraum, tags darauf deutsche Einzelhandelsumsätze, am Mittwoch der Arbeitsmarktbericht für die Eurozone, am Donnerstag die deutsche Handelsbilanz sowie am Freitag die Produzentenpreise wiederum für den ganzen Euroraum.

Nicht minder wichtig für die Finanzmärkte sei der bevorstehende US-Datenkranz, der die rezessiven amerikanischen Tendenzen im ersten Halbjahr unterstreichen dürfte: Dem Verbrauchervertrauen für Januar (Dienstag) würden die "ISM"-Einkaufsmanagerberichte (Mittwoch/Freitag) sowie am Donnerstag die Auftragseingangszahlen für den Dezember folgen, bevor der Arbeitsmarktbericht für den laufenden Monat die Datenwoche abschließe. Und in China rolle ab Dienstag die Welle der Januar-Einkaufsmanagerindices an.

ZITATE:

"Die Sitzungen von EZB und FED werden neben weiteren Leitzinserhöhungen Indikationen für den wohl bald erreichten Zinsgipfel bringen und die zahlreichen Makrodaten die Rezessionssorgen wohl vor allem in den USA erhöhen."

"Während die EZB ihre Leitzinsen noch mindestens einmal um 50 Basispunkte anheben sollte, könnte die FED angesichts des in den USA bereits weiter fortgeschrittenen Inflationsrückgangs und der zunehmenden Konjunkturabschwächung ihr Tempo langsam verringern."

"In Deutschland wie auch in der Eurozone insgesamt ist bei den Inflationsdaten nächste Woche noch mit keiner weiteren signifikanten Entspannung zu rechnen." (27.01.2023/alc/a/a)