Wird die FED den Leitzins am 15. März anheben?


06.03.17 08:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In den nächsten Tagen dominiert der US-Arbeitsmarktbericht für Februar den Datenkalender, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Man rechne mit einem Netto-Beschäftigungszuwachs außerhalb der Landwirtschaft (Unternehmenserhebung) von 200 Tsd. Das wäre zwar weniger als im Januar (227 Tsd.), würde allerdings ziemlich genau dem Schnitt des zweiten Halbjahres 2016 (194 Tsd.) entsprechen.

Laut einer Studie der San Francisco FED sei derzeit für einen dauerhaften Rückgang der Arbeitslosenquote lediglich ein monatliches Beschäftigungsplus von netto zwischen 50 Tsd. und 110 Tsd. nötig. Obwohl dieser Wert zwischen Juni 2016 und Januar 2017 in jedem Monat klar übertroffen worden sei, habe sich die Arbeitslosenquote im genannten Zeitraum lediglich seitwärts bewegt. Dies sei nur möglich gewesen, weil die Partizipationsquote leicht angestiegen sei. Strukturelle Faktoren würden aber weiter starken Abwärtsdruck auf die Partizipationsquote ausüben, sodass diese nach Meinung der Analysten in den nächsten Quartalen maximal stagnieren dürfte.

Ein starker Beschäftigungszuwachs werde sich daher eher früher als später auch wieder in einer rückläufigen Arbeitslosenquote niederschlagen. Für Februar rechnen die Analysten der RBI mit einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7%. Im Februar sei der Erhebungstag der Arbeitsmarktdaten auf einen Sonntag gefallen. Seit Dezember 2010 seien die durchschnittlichen Stundenlöhne im Durchschnitt nur um 0,1% gegenüber dem Vormonat gestiegen, wenn der Erhebungstag ein Sonntag gewesen sei. Da es im Januar aber einen negativen Sondereffekt bei den Löhnen bei Finanzdienstleistern gegeben habe, der sich im Februar umgekehrt haben dürfte, würden die Analysten einen Lohnzuwachs von 0,2% p.m. ansetzen. Die Vorjahresrate dürfte damit von 2,5% auf 2,7% angestiegen sein.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe habe in den letzten Tagen um rund 15 Basispunkte auf 2,5% zugelegt. Am kurzen Ende habe das Plus fast 20 Basispunkte betragen. Die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihe sei auf über 1,3% geklettert und damit den höchsten Wert seit Sommer 2009. Auslöser sei die sich abzeichnende Leitzinsanhebung der US-Notenbank auf ihrer nächsten Zinssitzung am 15. März gewesen.

Es sei in den letzten zwei Wochen quasi kein Tag vergangen, an dem nicht irgendein FOMC-Mitglied verlautbart habe, eine baldige Zinsanhebung sei angemessen oder wahrscheinlich. Der Markt habe auf diese "falkenhafte" Dauerbeschallung mit dem sukzessiven Einpreisen eines Zinsschritts Mitte März reagiert. Habe die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt gemäß FED Funds-Futures Anfang Februar noch bei rund 30% gelegen, sei sie bis Anfang März auf rund 90% nach oben geschnellt.

Offenbar sei es das Ziel der vielfältigen Kommentare der Währungshüter gewesen, einen Zinsschritt im März in den Markt zu preisen. Man scheine im FOMC zum Schluss gekommen zu sein, dass die jüngsten Daten zu Konjunktur und Inflation eine Zinsanhebung notwendig machen würden und man scheine bereit zu sein, diese nun auch ohne genauere Kenntnis der wirtschaftspolitischen Pläne der Regierung Trump vorzunehmen. Zumal davon auszugehen sei, dass der fiskalische Impuls für die Konjunktur mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit positiv ausfallen werde.

Eine Zinsanhebung Mitte März könne wohl nur noch ein miserabler Arbeitsmarktbericht verhindern. Mit einem solchen Ergebnis rechnen die Analysten der RBI aber nicht. Sie würden daher inzwischen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit sehen, dass die FED den Leitzins am 15. März um 25 Basispunkte auf 0,75% bis 1,00% anheben werde. In diesem Fall sei es auch wahrscheinlich, dass es in diesem Jahr mehr als die zwei derzeit von den Analysten unterstellten Zinsschritte geben werde. Die Analysten der RBI werden daher ihre Leitzinsprognose in den nächsten Tagen überarbeiten. Dies werde aller Voraussicht nach aber nur geringe Auswirkungen auf ihre Renditeprognosen vor allem am langen Ende sowie ihre EUR/USD-Prognose haben. Dennoch hätten sie auch diese Prognosen in Revision gesetzt. (Ausgabe vom 03.03.2017) (06.03.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,15 % 2,15 % -   % 0,00% 31.05./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XFARIV001614 2,40 % 2,15 %