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Wird die EZB abermals expansiver?


11.06.19 11:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Nach wie vor nimmt die Wahrscheinlichkeit weiter zu, dass die EZB abermals expansiver wird, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Dahinter stehe maßgeblich, dass sich die Inflationserwartungen weit unter der gesetzlich intendierten Zielgröße von 2% bewegen würden: Für das laufende Jahr lägen die Schätzungen bei 1,3% und für das nächste Jahr würden 1,5% erwartet. Die EZB habe - wie von den Analysten der National-Bank AG erwartet - darauf reagiert und ihre Forward Guidance für die Kapitalmärkte angepasst: Die Leitzinsen bis zur Jahresmitte 2020 auf den aktuellen Niveaus belassen. Zudem schließe die Bank weitere expansive Maßnahmen nicht aus. Insgesamt würden die Analysten der National-Bank AG davon ausgehen, dass eine Veränderung des Inflationsbildes in Europa ein wesentlich höheres Wachstum in Europa voraussetze. Solange also der Handelskonflikt so viele Risiken berge und der Brexit als weiterer Belastungsfaktor hinzukomme, habe die EZB kaum Anreiz, ihren Kurs zu verändern.

Aus unserer Sicht spricht derzeit aus der ökonomischen Perspektive wenig für eine Zinssenkung in den USA, so die Analysten der National-Bank AG. Insofern sähen die Analysten das Statement des FED-Vorsitzenden Jerome Powell für Zinssenkungen als Absichtserklärung für den Fall, dass die ökonomischen Effekte der handelspolitischen Auseinandersetzung mit China noch viel stärker spürbar werden sollten. Insofern könnte sich die Markterwartung zweier Zinssenkungen durch die FED als "wishfull thinking" herausstellen. Auf der FED-Sitzung am 19. Juni dürfte es dann weiteren Aufschluss über den zukünftigen Kurs der FED geben. Die Analysten der National-Bank AG würden im Saldo bis auf weiteres davon ausgehen, dass die FED ihre Sätze auf den aktuellen Niveaus belasse.

Vor dem Hintergrund der abermals expansiveren Haltung der EZB in Kombination mit den Risiken für die europäische Konjunkturentwicklung würden die Analysten der National-Bank AG ihre Bundprognose auf Sicht eines Jahres abermals nach unten senken: Sie würden nunmehr Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen um 0,2% auf Jahressicht erwarten. Darüber hinaus würden die Analysten auch ihre Projektion für die US-Treasuries ermäßigen: Dier zehnjährigen Staatsanleihen in den USA sollten auf Jahressicht um 2,8% rentieren. (Ausgabe vom 07.06.2019) (11.06.2019/alc/a/a)