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Wir müssen uns an die Inflation gewöhnen?
05.10.22 14:12
Carmignac Gestion
Luxemburg (www.anleihencheck.de) - Die Inflation, die 40 Jahre lang kein Thema war, ist zurück - und sorgt an den Märkten für Beunruhigung, so Frédéric Leroux, Head of Cross Asset, Fund Manager bei Carmignac.
Von den Finanzakteuren, die 1980 an der Börse aktiv gewesen seien, würden heute nur noch sehr wenige an den Bildschirmen sitzen. Sei diesen Akteuren die Erinnerung an die Jahre, in denen die Inflation in den USA und Europa bis auf 15 Prozent gestiegen sei, überhaupt noch präsent?
All jene, die heute noch daran glauben würden, dass ein Blick in die Vergangenheit zu verstehen helfe, was man aktuell erlebe und was einen erwarte, sollten die Geschichtsbücher zur Hand nehmen. Denn aus dem Zeitraum zwischen 1965 und 1980 würden sich viele Lehren ziehen lassen. Damals sei die Inflation durch einen Ölpreisschock ausgelöst worden, der eine lange ruhige Phase bei der Preisentwicklung beendet habe; der Ablauf sei der gleiche wie in der aktuellen Situation gewesen.
Dennoch sei unsicher, ob die Finanzakteure die Preisexplosion nach der COVID-19-Pandemie schon als Anzeichen eines echten Inflationszyklus betrachten würden. Denn ihre Inflationserwartungen für die USA würden auf einen Rückgang in Richtung 2,75 Prozent bis Mitte 2023 und eine anschließende Stabilisierung auf einem Niveau von etwa 3 Prozent in den Folgejahren hinaus laufen. Das würde einer schnell wieder abebbenden Teuerungswelle entsprechen, wie man sie zwei- oder dreimal in den letzten 40 Jahren erlebt habe.
Es gebe jedoch mehrere strukturelle Inflationstreiber, die man berücksichtigen sollte: die demografische Entwicklung (weniger Sparer weltweit, weniger junge Menschen in China, die auf den Arbeitsmarkt drängen würden); den Handel (sinkender Anteil des Welthandels am BIP und weniger kompetitive Disinflation, mögliches Ende des Preisverfalls im Onlinehandel) und gesellschaftliche Gründe (Vorrang ethischer Erwägungen gegenüber schnellen Erfolgen) oder die Energiewende.
Wenn sich solche Grundtendenzen umkehren, könne dies zu einer anhaltenden Inflation führen. Könne es den Zentralbanken daher wirklich gelingen, die Inflation mithilfe von einigen Zinsanhebungen einzudämmen? (05.10.2022/alc/a/a)
Von den Finanzakteuren, die 1980 an der Börse aktiv gewesen seien, würden heute nur noch sehr wenige an den Bildschirmen sitzen. Sei diesen Akteuren die Erinnerung an die Jahre, in denen die Inflation in den USA und Europa bis auf 15 Prozent gestiegen sei, überhaupt noch präsent?
Dennoch sei unsicher, ob die Finanzakteure die Preisexplosion nach der COVID-19-Pandemie schon als Anzeichen eines echten Inflationszyklus betrachten würden. Denn ihre Inflationserwartungen für die USA würden auf einen Rückgang in Richtung 2,75 Prozent bis Mitte 2023 und eine anschließende Stabilisierung auf einem Niveau von etwa 3 Prozent in den Folgejahren hinaus laufen. Das würde einer schnell wieder abebbenden Teuerungswelle entsprechen, wie man sie zwei- oder dreimal in den letzten 40 Jahren erlebt habe.
Es gebe jedoch mehrere strukturelle Inflationstreiber, die man berücksichtigen sollte: die demografische Entwicklung (weniger Sparer weltweit, weniger junge Menschen in China, die auf den Arbeitsmarkt drängen würden); den Handel (sinkender Anteil des Welthandels am BIP und weniger kompetitive Disinflation, mögliches Ende des Preisverfalls im Onlinehandel) und gesellschaftliche Gründe (Vorrang ethischer Erwägungen gegenüber schnellen Erfolgen) oder die Energiewende.
Wenn sich solche Grundtendenzen umkehren, könne dies zu einer anhaltenden Inflation führen. Könne es den Zentralbanken daher wirklich gelingen, die Inflation mithilfe von einigen Zinsanhebungen einzudämmen? (05.10.2022/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,80 % | |||


