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Wiederaufleben der Euro-Schuldenkrise getrost "ad acta" legen
05.06.20 13:30
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Anlässlich der gestrigen Ausweitung der EZB-Anleihenkäufe um 600 Mrd. Euro im Rahmen des Pandemie-Notprogramms PEPP weist Peter De Coensel, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM), darauf hin, dass die Anleihenmärkte dieses Ereignis bereits fast vollständig eingepreist haben, dabei jedoch möglicherweise immer noch die Tatsache übersehen, dass PEPP auch "Fallen Angels" umfassen könnte, die erst kürzlich in das Hochzinsuniversum eingetreten sind.
Mit einem Gewinn von 2,41% in der vergangenen Woche hätten sich Euro-Hochzinsanleihen im Mai massiv erholt. Die historische Korrelation mit den Aktienmärkten habe das High Yield-Segment bis zu einem Punkt getrieben, an dem man sich frage, wann sich steigende Zahlungsausfälle durchsetzen würden. Bei einem aktuellen Spread von etwa 5,70% für Euro-High Yield sei es fraglich, ob dieser Sektor ausreichend gegen einen langwierigen Ausfallzyklus isoliert sei. Wir gehen davon aus, dass "Fallen Angels" zunehmend die Unterstützung von Investoren und eine echte Wiedereröffnung der Euro-Hochzinsmärkte erfordern werden, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Die Unterstützung der EZB könnte eine Schlüsselvoraussetzung sein. Zum Vergleich: US-High Yield-Unternehmen hätten ihre Bilanzen seit März stützen können, nachdem die FED und das US-Finanzministerium ihnen zu Hilfe gekommen seien.
Zudem sei Peter De Coensel der Meinung, dass Investoren das Wiederaufleben einer europäischen Schuldenkrise getrost "ad acta" legen könnten. Er gehe davon aus, dass ein europäischer Konjunkturfonds vor allem Spanien, Griechenland, Zypern und Polen zugute kommen werde. So sehe der EU-Gesamtplan "Nächste Generation" u.a. einen 750 Mrd. Euro schweren Sanierungsfonds (500 Mrd. Euro Zuschüsse und 250 Mrd. Euro Darlehen) vor, der die Reaktion auf die COVID-19-Krise anführen werde. Dieser Fonds initiiere eine Risikoaufteilung und gemeinsame Emissionen durch die Europäische Gemeinschaft. Die Finanzierungsstruktur wirke unterstützend, da die meisten Rückzahlungen erst zwischen 2028 und 2058 erfolgen würden. Die Kommission schlage ferner eine Reihe neuer Eigenmittel vor, die aus einer CO2-Grenzsteuer und einer neuen Digitalsteuer bestünden.
Der neue EU-Haushaltsrahmen bestehe aus einem mehrjährigen Finanzrahmen von 1,1 Billionen Euro. Diese Initiativen, die bis Ende 2020 verabschiedet werden sollten, würden im Wesentlichen den Euro als Reservewährung festigen. Dies schaffe die Voraussetzungen, um die Assetklasse Euro-Anleihen sicherer zu machen und für die Schaffung einer entsprechenden risikofreien Euro-Renditekurve. Es sei zu erwarten, dass sich der Trend zur Konvergenz der Zinssätze innerhalb der EWWU in den nächsten Quartalen verstärken werde. (05.06.2020/alc/a/a)
Mit einem Gewinn von 2,41% in der vergangenen Woche hätten sich Euro-Hochzinsanleihen im Mai massiv erholt. Die historische Korrelation mit den Aktienmärkten habe das High Yield-Segment bis zu einem Punkt getrieben, an dem man sich frage, wann sich steigende Zahlungsausfälle durchsetzen würden. Bei einem aktuellen Spread von etwa 5,70% für Euro-High Yield sei es fraglich, ob dieser Sektor ausreichend gegen einen langwierigen Ausfallzyklus isoliert sei. Wir gehen davon aus, dass "Fallen Angels" zunehmend die Unterstützung von Investoren und eine echte Wiedereröffnung der Euro-Hochzinsmärkte erfordern werden, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Die Unterstützung der EZB könnte eine Schlüsselvoraussetzung sein. Zum Vergleich: US-High Yield-Unternehmen hätten ihre Bilanzen seit März stützen können, nachdem die FED und das US-Finanzministerium ihnen zu Hilfe gekommen seien.
Zudem sei Peter De Coensel der Meinung, dass Investoren das Wiederaufleben einer europäischen Schuldenkrise getrost "ad acta" legen könnten. Er gehe davon aus, dass ein europäischer Konjunkturfonds vor allem Spanien, Griechenland, Zypern und Polen zugute kommen werde. So sehe der EU-Gesamtplan "Nächste Generation" u.a. einen 750 Mrd. Euro schweren Sanierungsfonds (500 Mrd. Euro Zuschüsse und 250 Mrd. Euro Darlehen) vor, der die Reaktion auf die COVID-19-Krise anführen werde. Dieser Fonds initiiere eine Risikoaufteilung und gemeinsame Emissionen durch die Europäische Gemeinschaft. Die Finanzierungsstruktur wirke unterstützend, da die meisten Rückzahlungen erst zwischen 2028 und 2058 erfolgen würden. Die Kommission schlage ferner eine Reihe neuer Eigenmittel vor, die aus einer CO2-Grenzsteuer und einer neuen Digitalsteuer bestünden.
Der neue EU-Haushaltsrahmen bestehe aus einem mehrjährigen Finanzrahmen von 1,1 Billionen Euro. Diese Initiativen, die bis Ende 2020 verabschiedet werden sollten, würden im Wesentlichen den Euro als Reservewährung festigen. Dies schaffe die Voraussetzungen, um die Assetklasse Euro-Anleihen sicherer zu machen und für die Schaffung einer entsprechenden risikofreien Euro-Renditekurve. Es sei zu erwarten, dass sich der Trend zur Konvergenz der Zinssätze innerhalb der EWWU in den nächsten Quartalen verstärken werde. (05.06.2020/alc/a/a)


