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Wie flexible Anleihestrategien das aktuelle Zinsumfeld nutzen


25.07.24 12:47
UBS Asset Management

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Nach den aggressiven Zinserhöhungen der vergangenen Jahre haben bedeutende Notenbanken die Zinswende eingeleitet oder stehen kurz davor. Das bedeutet positive Aussichten für Anleihen, so die Experten von UBS Asset Management.

"Wir gehen davon aus, dass der schwächere Inflationsdruck den Zentralbanken ermöglichen wird, entweder in naher Zukunft mit Zinssenkungen zu beginnen oder damit fortzufahren", sage Uta Fehm, Senior Fixed Income Strategin bei UBS Asset Management.

Allerdings würden sich nicht alle Anleihesegmente gleich entwickeln. Eine selektive Vorgehensweise sei daher wichtig. In der aktuellen Zinssenkungsphase würden sich regionale Unterschiede zeigen, da die Volkswirtschaften unterschiedlich auf die aggressive Straffung der Geldpolitik reagiert hätten. "Die Europäische Zentralbank hat dank der gesunkenen Inflationsraten bereits im Juni begonnen, die Leitzinsen zu senken. Die US-Notenbank FED hingegen ist angesichts einer stärkeren Wirtschaft und einer nur langsam sinkenden Inflation noch einige Monate von ihrem ersten Zinsschritt entfernt", meine Fehm.

Die unterschiedlichen Entwicklungen würden zu einer erhöhten Volatilität im Fixed-Income-Bereich beitragen. So könne die relative Performance bei festverzinslichen Wertpapieren in unterschiedlichen Regionen und Sektoren deutlich variieren. "Folglich werden die Anleger dafür belohnt, wenn sie bei ihrer Allokation über das gesamte Rentenuniversum hinweg flexibel und selektiv vorgehen", sage die Anleihespezialistin. Anleihefonds mit einer Strategie ohne feste Beschränkungen (Unconstrained-Ansatz), wie der UBS Global Dynamic Bond Strategy, könnten flexibel in die jeweils attraktivsten Marktsegmente investieren.

Ein solcher Ansatz stehe im Gegensatz zu einer benchmarkbezogenen Strategie, die an Mindest- oder Maximalanlagequoten in bestimmten Marktbereichen gebunden sein könne und Anleger dadurch manchmal unerwünschten Zins-, Kredit- und Währungsrisiken aussetze. "Die Global Dynamic Bond Strategie hingegen kann auf Anlagen verzichten, die keine Aussichten auf einen Mehrwert bieten. Das verbessert ihre Renditeeigenschaften", so Fehm.

Die Vorteile hätten sich beispielsweise im März 2023 gezeigt, als diverse US-Regionalbanken unter Druck geraten seien. "Als die Sorgen des Marktes über den damaligen Bankenstress die Anleiherenditen sinken ließ, verkürzte das Management die Duration im Fonds schnell und aggressiv von mehr als 6 Jahren auf etwa 1,5 Jahre und sicherte so Gewinne. Für ein Portfolio mit Benchmark-Beschränkungen wäre ein solches Vorgehen nur schwer möglich gewesen", sage Fehm.

Mittlerweile sei die Duration wieder auf rund sechs Jahre erhöht worden, um künftig von durationsgetriebenen Gewinnen profitieren zu können. Kurzfristig konzentriere sich der Fonds auf taktische Chancen. Kurseinbrüche würden als Kaufchance genutzt.

"Wir denken, durch das unterschiedliche Timing bei den Zinssenkungen haben europäische Staatsanleihen vorerst gute Chancen, eine bessere Performance zu liefern als ihre US-Pendants. Daher ist unsere Duration in Europa und Großbritannien aktuell höher als in den USA", erläutere die Expertin. In Japan lägen die Leitzinsen immer noch nahe Null. Die Notenbank müsse daher die Zinsen wohl weiter erhöhen, um dem Inflationsdruck zu begegnen. Daher setze der Fonds hier auf eine negative Duration, um davon zu profitieren. Auch das sei ein Beispiel für die großen Freiheiten, die eine Unconstrained-Strategie biete. (25.07.2024/alc/a/a)