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Wer der Geldpolitik zu sehr vertraut, übersieht die wachsende soziale Spaltung
28.08.20 10:15
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - "In den USA besteht die Gefahr, dass die fiskalische Unterstützung zu früh zurückgenommen wird", beobachtet Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Gleichzeitig hätten die Hilfsmaßnahmen der Zentralbanken jedoch zu großen gesellschaftlichen Verwerfungen geführt: "Übermäßiges Vertrauen in die Geldpolitik übersieht die Gefahr sozialer Spannungen, da sich die Wohlstandskluft zwischen dem kleinen Prozentsatz der Vermögensbesitzer und dem Rest der Bevölkerung, der mit höherer Arbeitslosigkeit und schrumpfenden Einkommen konfrontiert ist, vergrößert."
Obwohl die wirtschaftlichen Aussichten nach wie vor ungewiss seien, würden die Märkte neue Höchststände erreichen. In diesem Umfeld habe die US-Notenbank beim jährlichen Notenbankertreffen in Jackson Hole weithin erwartete Änderungen ihres politischen Rahmens angekündigt.
Die vorgestellten Nachjustierungen der Strategie der Federal Reserve (FED) würden signalisieren, dass keine voreilige Straffung der Geldpolitik zu erwarten sei. Die FED wolle zulassen, dass die Preisteuerung ihr Inflationsziel von 2 Prozent geringfügig überschreiten könne, um Marktphasen zu korrigieren, in denen die Inflation hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Diese neue geldpolitische Ausrichtung könnte bedeuten, dass es vor dem Jahr 2023 oder sogar bis 2025 zu keinem Anstieg der Zinsen komme - abhängig davon, wie stark die Erholung nach der Überwindung der Folgen von Covid-19 ausfalle.
Angesichts der derzeitigen Beratungen über zusätzliche fiskalische Anreize in den USA oder auch in Großbritannien würden die Experten die Gefahr sehen, dass die fiskalische Unterstützung zu früh zurückgenommen werde. Sollte dies zu einem erneuten Konjunkturabsturz führen, würden die Zentralbanken in der Patsche sitzen: Es sei nicht absehbar, mit welchen Maßnahmen sie (noch) reagieren könnten. Und: Übermäßiges Vertrauen in die Geldpolitik übersehe die Gefahr sozialer Spannungen, da sich die Wohlstandskluft zwischen dem kleinen Prozentsatz der Vermögensbesitzer und dem Rest der Bevölkerung, der mit höherer Arbeitslosigkeit und schrumpfenden Einkommen konfrontiert sei, vergrößere.
Schwächere Wirtschaftsdaten in den kommenden Wochen und Monaten könnten die Geldpolitik zu neuen und größeren Maßnahmen anspornen. Vor diesem Hintergrund werde die Veröffentlichung der neuen Zahlen zu Löhnen und Gehältern in den USA interessant. (28.08.2020/alc/a/a)
Gleichzeitig hätten die Hilfsmaßnahmen der Zentralbanken jedoch zu großen gesellschaftlichen Verwerfungen geführt: "Übermäßiges Vertrauen in die Geldpolitik übersieht die Gefahr sozialer Spannungen, da sich die Wohlstandskluft zwischen dem kleinen Prozentsatz der Vermögensbesitzer und dem Rest der Bevölkerung, der mit höherer Arbeitslosigkeit und schrumpfenden Einkommen konfrontiert ist, vergrößert."
Die vorgestellten Nachjustierungen der Strategie der Federal Reserve (FED) würden signalisieren, dass keine voreilige Straffung der Geldpolitik zu erwarten sei. Die FED wolle zulassen, dass die Preisteuerung ihr Inflationsziel von 2 Prozent geringfügig überschreiten könne, um Marktphasen zu korrigieren, in denen die Inflation hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Diese neue geldpolitische Ausrichtung könnte bedeuten, dass es vor dem Jahr 2023 oder sogar bis 2025 zu keinem Anstieg der Zinsen komme - abhängig davon, wie stark die Erholung nach der Überwindung der Folgen von Covid-19 ausfalle.
Angesichts der derzeitigen Beratungen über zusätzliche fiskalische Anreize in den USA oder auch in Großbritannien würden die Experten die Gefahr sehen, dass die fiskalische Unterstützung zu früh zurückgenommen werde. Sollte dies zu einem erneuten Konjunkturabsturz führen, würden die Zentralbanken in der Patsche sitzen: Es sei nicht absehbar, mit welchen Maßnahmen sie (noch) reagieren könnten. Und: Übermäßiges Vertrauen in die Geldpolitik übersehe die Gefahr sozialer Spannungen, da sich die Wohlstandskluft zwischen dem kleinen Prozentsatz der Vermögensbesitzer und dem Rest der Bevölkerung, der mit höherer Arbeitslosigkeit und schrumpfenden Einkommen konfrontiert sei, vergrößere.
Schwächere Wirtschaftsdaten in den kommenden Wochen und Monaten könnten die Geldpolitik zu neuen und größeren Maßnahmen anspornen. Vor diesem Hintergrund werde die Veröffentlichung der neuen Zahlen zu Löhnen und Gehältern in den USA interessant. (28.08.2020/alc/a/a)


