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Wenn Engel ins Straucheln geraten
16.02.18 12:15
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - AXA Investment Managers (AXA IM) hat anhand der Entwicklung von Anleiheindices das Phänomen des Abrutschens von Investmentgrade-Unternehmen in den High-Yield-Bereich untersucht: Welche Auswirkungen haben die so genannten "Fallen Angels" auf Portfolios?
Gegenwärtig sei das Risiko der Herabstufung von Unternehmen auf High-Yield-Status, also auf Ratings unterhalb von BBB- gering, so die Experten. So befinde sich der Anteil von "Fallen Angels" bei in US-Dollar emittierten High-Yield-Anleihen auf einem 20-Jahres-Tief, bei Euro-High-Yield-Anleihen immerhin auf einem Zehn-Jahres-Tief. Wenn die gegenwärtig starke Entwicklung der Unternehmensgewinne abebbe, könne sich dies jedoch ändern, und die Angst der Investoren vor "Fallen Angels" könne zurückkehren.
In einem Szenario mit sich verschlechternden Ratings könnten durch das Fallen-Angel-Risiko in den kommenden zwölf bis 18 Monaten 10 bis 25 Prozent des Investmentgrade-Spreads verloren gehen, so die Experten. Dieser Analyse liege die Annahme zugrunde, dass es zu einer Verschlechterung des Rating-Zyklus komme, die zu Downgrades und damit einhergehend einem höheren Anteil von "Fallen Angels" führen würden. Das Gleiche gelte für das damit einhergehende Risiko, dass der Marktwert von in einem Portfolio gehaltenen Anleihen nach dem Mark-to-Market-Prinzip nach unten angepasst werden müsse.
"Das Fallen-Angel-Risiko scheint derzeit unter Kontrolle zu sein, aber wir erleben einen Anstieg der unternehmensspezifischen Risiken", kommentiere Greg Venizelos, Senior Credit Strategist bei AXA IM. "So ist das Volumen der "Fallen Angels" im November beispielsweise so stark gestiegen wie seit März 2016 nicht mehr. Zudem ist das Risiko durch die Zunahme von BBB-Anleihen über die vergangene Dekade inzwischen ständig präsent."
Den bisher gravierendsten Fallen-Angels-Zyklus hätten die Finanzmärkte nach dem Platzen der Dotcom-Blase zu Beginn der 2000er-Jahre erlebt. Im Epizentrum hätten sich damals die Sektoren Telekommunikation und Technologie befunden. Zwar sei damals die Ausweitung der Spreads nicht so dramatisch wie während der Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 gewesen, dafür sei es aber zu einer tiefgreifenden und langanhaltenden Rating-Migration in den High-Yield-Bereich gekommen. Die am stärksten betroffenen Sektoren der nächsten Welle von Downgrades könnten die Sektoren Konsumgüter, Einzelhandel und Medien sein, wo der Strukturwandel durch die Digitalisierung starken Druck auf traditionelle Geschäftsmodelle ausübe.
Schätzungen von AXA IM zufolge liege die durchschnittliche Umschlagsrate bei globalen Unternehmensanleiheindizes bei etwa 20 Prozent jährlich, weil viele Mandate von Investoren vorschreiben würden, dass Anleihen verkauft werden müssten, wenn sie aus Investmentgrade-Indices ausgeschlossen würden. In der Vergangenheit sei dies in der Regel der Punkt gewesen, an dem die Spreads am höchsten und die Anleihekurse am niedrigsten gewesen seien - mit einem entsprechend hohen Verlust.
Schätzungen von Barclays zufolge lägen allein die jährlichen Verluste durch erzwungene Verkäufe bei 25 Basispunkten. Fonds mit der Freiheit, solche Zwangsverkäufe zu vermeiden, könnten Kreditrisiko-Aufschläge effektiver vereinnahmen, wenn sie die mit einem Downgrade verbundene Volatilität durchstünden. Auf diese Weise könnten Anleger die typischerweise mit dem Kreditrisiko verbundene Asymmetrie vermeiden, die darin bestehe, dass sie zwar einige wenige Prozentpunkte an Renditeaufschlag erhalten, dafür allerdings prozentual zweistellige Verluste durch Zwangsverkäufe oder Ausfälle erleiden würden.
"Es ist daher wichtig, dass Anleger sich darauf einstellen, was auf sie zukommt. Jede Zunahme von "Fallen Angels" könnte zu einer ungünstigen Umgebung für Indexfonds führen, weil dadurch die Anleiheerträge sinken und es zugleich zu einer unerwünschten Konzentration von Risiken ohne Anleiheauswahl oder Qualitätskontrolle kommt", erläutere Lionel Pernias, Head of Buy and Maintain London bei AXA IM.
"Ungeachtet der Bewertungen, behalten wir unsere Bevorzugung von Anleihen aus zyklischen Branchen mit niedrigeren Ratings am kurzen Ende der Kurve bei. Zugleich sind wir sehr vorsichtig bei Anleihen aus vermeintlich defensiven Sektoren, in denen Probleme mit der Anpassung an den rapiden technologischen Wandel und veränderte Konsumgewohnheiten auftreten könnten." Buy-and-Maintain-Strategien könnten für langfristig orientierte Anleiheinvestoren daher ein effektiver Weg sein, mithilfe eines breiten, diversifizierten Portfolios von Investmentgrade-Anleihen Erträge zu erzielen und zugleich Finanzmarktrisiken mit geringen Kosten zu begrenzen, so Pernias weiter. (16.02.2018/alc/a/a)
Gegenwärtig sei das Risiko der Herabstufung von Unternehmen auf High-Yield-Status, also auf Ratings unterhalb von BBB- gering, so die Experten. So befinde sich der Anteil von "Fallen Angels" bei in US-Dollar emittierten High-Yield-Anleihen auf einem 20-Jahres-Tief, bei Euro-High-Yield-Anleihen immerhin auf einem Zehn-Jahres-Tief. Wenn die gegenwärtig starke Entwicklung der Unternehmensgewinne abebbe, könne sich dies jedoch ändern, und die Angst der Investoren vor "Fallen Angels" könne zurückkehren.
In einem Szenario mit sich verschlechternden Ratings könnten durch das Fallen-Angel-Risiko in den kommenden zwölf bis 18 Monaten 10 bis 25 Prozent des Investmentgrade-Spreads verloren gehen, so die Experten. Dieser Analyse liege die Annahme zugrunde, dass es zu einer Verschlechterung des Rating-Zyklus komme, die zu Downgrades und damit einhergehend einem höheren Anteil von "Fallen Angels" führen würden. Das Gleiche gelte für das damit einhergehende Risiko, dass der Marktwert von in einem Portfolio gehaltenen Anleihen nach dem Mark-to-Market-Prinzip nach unten angepasst werden müsse.
"Das Fallen-Angel-Risiko scheint derzeit unter Kontrolle zu sein, aber wir erleben einen Anstieg der unternehmensspezifischen Risiken", kommentiere Greg Venizelos, Senior Credit Strategist bei AXA IM. "So ist das Volumen der "Fallen Angels" im November beispielsweise so stark gestiegen wie seit März 2016 nicht mehr. Zudem ist das Risiko durch die Zunahme von BBB-Anleihen über die vergangene Dekade inzwischen ständig präsent."
Schätzungen von AXA IM zufolge liege die durchschnittliche Umschlagsrate bei globalen Unternehmensanleiheindizes bei etwa 20 Prozent jährlich, weil viele Mandate von Investoren vorschreiben würden, dass Anleihen verkauft werden müssten, wenn sie aus Investmentgrade-Indices ausgeschlossen würden. In der Vergangenheit sei dies in der Regel der Punkt gewesen, an dem die Spreads am höchsten und die Anleihekurse am niedrigsten gewesen seien - mit einem entsprechend hohen Verlust.
Schätzungen von Barclays zufolge lägen allein die jährlichen Verluste durch erzwungene Verkäufe bei 25 Basispunkten. Fonds mit der Freiheit, solche Zwangsverkäufe zu vermeiden, könnten Kreditrisiko-Aufschläge effektiver vereinnahmen, wenn sie die mit einem Downgrade verbundene Volatilität durchstünden. Auf diese Weise könnten Anleger die typischerweise mit dem Kreditrisiko verbundene Asymmetrie vermeiden, die darin bestehe, dass sie zwar einige wenige Prozentpunkte an Renditeaufschlag erhalten, dafür allerdings prozentual zweistellige Verluste durch Zwangsverkäufe oder Ausfälle erleiden würden.
"Es ist daher wichtig, dass Anleger sich darauf einstellen, was auf sie zukommt. Jede Zunahme von "Fallen Angels" könnte zu einer ungünstigen Umgebung für Indexfonds führen, weil dadurch die Anleiheerträge sinken und es zugleich zu einer unerwünschten Konzentration von Risiken ohne Anleiheauswahl oder Qualitätskontrolle kommt", erläutere Lionel Pernias, Head of Buy and Maintain London bei AXA IM.
"Ungeachtet der Bewertungen, behalten wir unsere Bevorzugung von Anleihen aus zyklischen Branchen mit niedrigeren Ratings am kurzen Ende der Kurve bei. Zugleich sind wir sehr vorsichtig bei Anleihen aus vermeintlich defensiven Sektoren, in denen Probleme mit der Anpassung an den rapiden technologischen Wandel und veränderte Konsumgewohnheiten auftreten könnten." Buy-and-Maintain-Strategien könnten für langfristig orientierte Anleiheinvestoren daher ein effektiver Weg sein, mithilfe eines breiten, diversifizierten Portfolios von Investmentgrade-Anleihen Erträge zu erzielen und zugleich Finanzmarktrisiken mit geringen Kosten zu begrenzen, so Pernias weiter. (16.02.2018/alc/a/a)


