Was wollen uns die Notenbanken sagen?


22.06.17 12:30
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Im Nachgang zum EZB-Zinsentscheid vom 8. Juni tagten in der vergangenen Woche die amerikanische Notenbank (FED), die Bank of England (BoE), die japanische (BoJ) und nicht zuletzt die Schweizer Notenbank (SNB), so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Hierunter habe sich lediglich die FED für eine Änderung der Zinspolitik entschieden, aber dennoch würden sich in den anderen Fällen - trotz des Beibehaltens der Leitzinsen - aus den anschließenden Statements Tendenzen für die weitere Geldpolitik herauslesen lassen. Doch der Reihe nach.

In den USA habe man nach der Zinserhöhung immer wieder weitere Zinsanpassungen in Aussicht gestellt. Mit einem zeitlichen Abstand von nur einer Woche hätten sich inzwischen einige US-Notenbanker geäußert und Bedenken angemeldet. So mahne der Chef der FED von Chicago, Charles Evans, angesichts der niedrigen Inflationsdaten etwas mehr Zurückhaltung an und auch der FED-Gouverneur von Dallas, Robert S. Kaplan, denke in die gleiche Richtung. Denn die konjunkturelle Entwicklung sei nicht so eindeutig wie viele Politiker es gerne hätten. So biete der aktuell niedrige Ölpreis Platz für die unterschiedlichsten Interpretationen. Von Überkapazitäten bis hin zu Ermüdungserscheinungen in wirtschaftlicher Hinsicht. Was die möglichen Zinsanhebungen angehe, sollte man aber auch nicht die anstehende Neubesetzung der FED-Spitze außer Acht lassen.

Wenig überraschend sei das Festhalten der britischen, japanischen und schweizerischen Notenbanker an der bisherigen Notenbankpolitik gewesen. Dennoch lohne sich eine nähere Betrachtung der dafür verantwortlichen Rahmenbedingungen und Begleitumstände. So habe man sich in Tokio weiterhin zum Ziel gesetzt, mit künstlicher Nachfrage die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen bei null zu stabilisieren. Auch das Eingeständnis des SNB-Präsidenten Thomas Jordan, dass ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik für sein Haus noch in weiter Ferne liege, lasse tief blicken. Sicherlich liege dieser Wortwahl die Erkenntnis zugrunde, dass man erst über einen solchen Schritt nachdenken werde, wenn die EZB die Zinswende faktisch umgesetzt habe. Denn es führe kein Weg daran vorbei, dass die SNB ein Gefangener der EZB sei!

Die größte Überraschung hätten die Währungshüter in London geliefert, als sie mit lediglich fünf zu drei für die Beibehaltung des aktuellen Leitzinses gestimmt hätten. Angesichts eines schwachen Wirtschaftswachstums, das sicherlich in direktem Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen und der politischen Unsicherheit zu sehen sei, und einer Inflationsrate von fast 3% sei die BoE in einer Zwickmühle. Jedoch habe der englische Notenbankchef Mark Carney inzwischen unmissverständlich den Marktteilnehmern ins "Gebetbuch" geschrieben, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, um die Zinsen zu erhöhen. Die Wirkung habe nicht lange auf sich warten lassen und man könne konstatieren, dass die Händler die Botschaft verstanden hätten!

Als die Deutsche Bundesbank in der vergangenen Woche ein Symposium abgehalten habe, das an den 60. Geburtstag der Notenbank erinnern sollte, sei den Teilnehmern nicht wirklich zum Feiern zumute gewesen. Vielmehr habe eine ernsthafte Stimmung geherrscht. Dafür habe insbesondere der gastgebende Bundesbank-Präsident gesorgt. So sehe Jens Weidmann die Unabhängigkeit der EZB zunehmend in Gefahr und befürchte, zum Erfüllungsgehilfen der Politik zu werden. Dies könnte dazu führen, dass politischer Druck auf das Euro-System ausgeübt werde, um die sehr lockere Geldpolitik länger aufrechtzuerhalten, als dies mit Blick auf die Preisstabilität angemessen wäre, habe er gewarnt.

Anders sehe dies offenbar EZB-Vize, Vitor Constancio, der an anderer Stelle gesagt habe, es könnte unter Umständen sinnvoller sein, eine Bank zu retten, als diese abzuwickeln. Er habe dabei auf das Beispiel der während der Finanzkrise angeschlagenen US-Institute verwiesen, welche mit später sogar vollständig zurückgezahlten Steuergeldern gerettet worden seien. Dagegen seien die Folgen der Lehmann Brothers-Pleite gekommen die Steuerzahler weltweit teuer zu stehen.

Die Crux an diesen Äußerungen bestehe in dem Umstand, dass die EZB vor jeder Bankenabwicklung eine Einschätzung darüber abgeben müsse, ob ein staatlicher Eingriff erlaubt werde oder nicht. So könnten manche Länder, wie etwa Italien im aktuellen Fall der beiden angeschlagenen Institute Popolare di Vicenza und Veneto Banca, die Aussagen von Constancio als Freibrief für eine staatliche Rettung begreifen. Gleichzeitig habe Constancio der EZB selbst, die den Fall jeder angeschlagenen Bank prüfen müsse, mit seinen Äußerungen einen Bärendienst erwiesen.

Auch die jahrelang praktizierte Praxis der ultralockeren Geldpolitik der EZB sei auf dem Bundesbank-Symposium ein Thema gewesen. Änderungen im Kontext mit den Anleihekäufen der EZB hätten die Refinanzierungskosten der Regierungen inzwischen stärker beeinflusst, als dies Leitzins-Veränderungen tun würden, habe Weidmann bemerkt. Schließlich sei die Notenbank mit Staatsanleihen über 1,4 Billionen Euro längst zum größten Gläubiger der Euro-Zone geworden und bis zum Jahresende kämen Monat für Monat ca. 50 Mrd. Euro neu hinzu. Ein Exit aus dem Ankaufprogramm sei damit zur heiklen Mission geworden, denn bereits die kleinsten Hinweise auf eine Anpassung der Geldpolitik könnten Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen.

Wenn es um Bankenabwicklung gehe, so hätten die Regierungen in Spanien und Italien verschiedene Denkansätze. Dies werde am Umgang der beiden Länder mit den angeschlagenen Instituten Banco Popular in Spanien sowie der Popolare di Vicenza und Veneto Banca in Italien deutlich.

Im ersten Fall der Banco Popular sei entsprechend den neuen europäischen Regeln zur Bankenabwicklung tatsächlich ein Institut in die Abwicklung geschickt worden und das zum ersten Mal. Damit sollten Banken künftig ohne den Einsatz von Steuergeldern gerettet oder abgewickelt werden. Deshalb habe die Abwicklungsbehörde SRB in Brüssel beschlossen, die Banco Popular, die über nicht mehr genügend Liquidität verfügt habe, an die spanische Bank Santander zu verkaufen.

Dies wolle dagegen der italienische Staat bei den Instituten Popolare di Vicenza und Veneto Banca partout verhindern. Sollte dies nicht gelingen, dann müssten auch in diesem Fall Inhaber vorrangiger Anleihen und Besitzer großer Sparguthaben Einbußen hinnehmen.

Die Regierung in Rom wolle daher die Verluste für die privaten Investoren mithilfe von Staatsgeldern begrenzen. Faule Kredite würde man in eine "Bad Bank" einbringen, die teilweise mit Steuergeldern finanziert würde. Allerdings müssten auch die Inhaber nachrangiger Anleihen und Aktionäre einen Teil der Lasten tragen, schreibe das "Handelsblatt". Die Investmentbank Rothschild solle nun Käufer für die gesunden Teile der beiden Krisenbanken finden, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfahren habe. Als möglicher Interessent werde die Großbank Intesa Sanpaolo gehandelt.

In Rom hoffe man, eine Lücke in den neuen Regeln zur Bankenabwicklung nutzen zu können. Banken, die nicht als systemrelevant gelten würden, könnten nämlich im Rahmen eines normalen Insolvenzverfahrens abgewickelt werden. Damit wären der Mitgliedsstaat Italien und nicht die EU-Behörden für die Abwicklung zuständig. Der Teufel liege also im Detail, sprich im Kleingedruckten.

Jetzt habe er sie also, die absolute Mehrheit in der französischen Nationalversammlung. Kein Zweifel, das, was Emmanuel Macron in kurzer Zeit erreicht habe, komme einem politischen Erdrutsch gleich und fordere einem Respekt ab. Die geringe Beteiligung des Souveräns am zweiten Wahlgang sowie die Ausprägung des Sieges von La République en Marche, die hinter den Erwartungen zurückgelegen habe, seien da nicht mehr als Wermutstropfen in einem gefüllten Champagnerglas.

Die eigentlichen Herausforderungen stünden dem neuen Herrn im Elysée-Palast allerdings erst noch bevor. Denn jetzt müsse Macron liefern. "Er muss vorlegen - erst das wird ihm die Wucht verleihen, die er gerne hätte", habe der Politikwissenschaftler Josef Janning im Deutschlandfunk gesagt. Das Ergebnis bei der Parlamentswahl sei zwar eindrucksvoll, der Rückhalt für Macron sei aber nicht eindeutig. Weder kontrolliere er den Senat, noch sei klar, wie sich die neuen lokalen Abgeordneten im Parlament ihm gegenüber verhalten würden.

Innenpolitisch stehe für Macron die Umsetzung eines Reformprogramms an, das nicht populär sein könne. Denn um wirtschaftlich etwas bewegen zu können, müssten Eingriffe in das Arbeitsrecht vorgenommen werden. Und dann werde sich schnell zeigen, wie sich der zu erwartende Konflikt mit den streithaften französischen Gewerkschaften entwickle. Bekanntlich seien diese ja durchaus in der Lage, etwa mit LKW-Blockaden, das Land lahmzulegen. Man dürfe gespannt sein, wie sich Macron in einem solchen, möglichen Kräftemessen schlagen werde.

Natürlich würden von ihm auch neue Impulse für das deutsch-französische Verhältnis und für die Europäische Union erwartet. Denn gemeinsam mit Macrons Regierung sollte Deutschland in den kommenden zwei Jahren Europa stärken können. Bereits heute beim Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs könne hierfür der Grundstein gelegt werden.

Wie schnell jedoch die politische Realität den Überflieger einholen könne, zeige die jüngste Rücktrittswelle im Kabinett von Macron. Nach Verteidigungsministerin Sylvie Goulard hätten auch Justizminister François Bayrou und Europaministerin Marielle de Sarnez ihre Posten aufgegeben. Alle drei würden der Zentrumspartei MoDem angehören. Die Partei werde derzeit von einer Scheinbeschäftigungsaffäre erschüttert. Es bestehe der Verdacht, dass MoDem Mitarbeiter von EU-Abgeordneten für Parteiaufgaben eingesetzt habe. Wenn es Macron aber gelinge, derartigen Missbrauch nachhaltig zu unterbinden, könne er neue Voraussetzungen für die Glaubwürdigkeit von Politik schaffen.

Am morgigen Freitag, den 23. Juni, jähre sich das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) zum ersten Mal. Und dennoch lasse sich der Eindruck nicht vermeiden, dass die Briten keinen so rechten Plan hätten, wie der Austritt denn vollzogen werden solle. Rätselraten bestehe darüber, wie die angeschlagene Premierministerin Theresa May ihre verkündete Linie für einen "harten" Brexit durchziehen wolle. Oder sei sogar damit zu rechnen, dass sie ihre Drohungen wahrmache, die Gespräche notfalls ganz abzubrechen?

Dabei sitze die Premierministerin, die für so manchen als überfordert gelte, in der Zwickmühle zwischen den konservativen Hardlinern ihrer Tory-Partei und der Bevölkerung, die sich zunehmend von ihr, aber auch von der Idee eines harten Brexit abwende. Nach einer YouGov-Umfrage fordere etwa die Hälfte der Gegner der May-Strategie einen "weicheren" Brexit, während sich die andere Hälfte entweder ein zweites Referendum wünsche oder den EU-Austritt gleich ganz abblasen möchte.

Die Frage sei jedoch, auf welcher Basis London denn in den Gesprächen mit der EU, die am Montag begonnen hätten, verhandeln wolle - zumal der Deal mit der nordirischen DUP, die May als Mehrheitsbeschaffer brauche, immer noch nicht stehe. Aber die Uhr ticke. Denn spätestens im November 2018 müsse der Brexit ausverhandelt sein. Im Anschluss würden dann die EU-Mitgliedstaaten und das britische Parlament bis März 2019 über das Ergebnis abstimmen. So schreibe es Artikel 50 der EU-Verträge vor. Ob May bis dahin noch in 10 Downing Street residiere, gelte als offen. Sowohl eine Tory-Revolte als auch mögliche Neuwahlen könnten sie bis dahin aus dem Amt gefegt haben.

Der Verhandlungsprozess sei also von jeder Menge Unsicherheiten geprägt, was bekanntlich die Kapitalmärkte nicht besonders lieben würden. Für die Öffentlichkeit wäre auch interessant zu wissen, wie regelmäßig man während dieser Zeit über den Verlauf der Verhandlungen unterrichtet werde. Werde es Wasserstandsmeldungen geben oder solle nur am Ende ein Ergebnis verkündet werden?

Die bereits in der Vorwoche auf Roadshows beworbenen Bonds des französischen Unternehmens Plastic Omnium und des weltweit größten Catering-Konzerns Compass Group seien inzwischen aufgelegt worden. Der erstgenannte Emittent zahle jährlich 1,25% Zinsen für die am 26.06.2024 endfällige und 500 Mio. Euro schwere Gattung (ISIN FR0013264066 / WKN A19KHA). Der Emissionskurs sei bei 99,363% fixiert worden (+95 Bps über Mid Swap). Der an zweiter Stelle genannte Catering-Konzern habe bei einer ähnlichen Laufzeit (03.07.2024) den Investoren lediglich einen Kupon in Höhe von 0,625% in Aussicht stellen müssen, um 750 Mio. Euro refinanzieren zu können. Gepreist worden sei der Bond (ISIN XS1637093508) bei 99,171% (+35 Bps über Mid Swap).

Sowohl diese beiden als auch die im Weiteren genannten Gattungen seien alle mit einer Make Whole Option ausgestattet worden und seien nur mit einer Mindeststückelung von 100.000 Euro handelbar.

Jeweils drei Anleihen hätten British Telecommunication (BT) und das Tochterunternehmen der französischen Elektrizitätsgesellschaft EDF, CTE emittiert. So zahle BT seinen Investoren für eine am 23.06.2022 endfällige Anleihe (ISIN XS1637332856 / WKN A19KH3) jährlich 0,5% und bei einer Investition in die zwei Jahre länger laufende Gattung (ISIN XS1637334803 / WKN A19KH4) sogar 1% an Zinsen. Die am 23.06.2027 zur Rückzahlung anstehende Anleihe (ISIN XS1637333748 / WKN A19KH5) im Volumen von 1,15 Mrd. Euro sei mit einem Kupon von 1,5% ausgestattet worden. Da die beiden erstgenannten Tranchen im Volumen von jeweils 575 Mio. Euro aufgelegt worden seien, habe die Gesellschaft insgesamt 2,3 Mrd. Euro refinanzieren können.

Die CTE, eine französische Tochtergesellschaft der EDF, habe hingegen mittels der drei Anleihen sogar annähernd 3 Mrd. Euro einsammeln können. Investoren würden bei der am 29.09.2024 endfälligen Gattung (ISIN FR0013264405 / WKN A19KGX) mit 0,875% p.a., bei dem am 29.07.2028 rückzuzahlenden Bond (ISIN FR0013264421 / WKN A19KGY) mit 1,5% p.a. und bei der am 29.07.2032 fälligen Tranche (ISIN FR0013264439 / WKN A19KGZ) mit 2,125% p.a. entlohnt.

Bei hohen Temperaturen würden die meisten Menschen ihren Energieverbrauch drosseln. Aber von Bewegungsarmut könne man beim Euro-Bund-Future trotz der Hitzewelle nicht sprechen. So erinnere der Kursverlauf in den vergangenen Tagen eher an ein EKG, wobei einem manche Ausschläge wie Herzrhythmus-Störungen vorkämen. Habe man anfangs nach der FED-Sitzung noch den Eindruck gehabt, dass alles im Markt eingepreist gewesen sei, so sei das nur der Startschuss für ein Hin und Her gewesen. Das Hoch des Rentenbarometers sei bei 165,44% und das Low bei 164,13% markiert worden.

Doch könne man konstatieren, dass ein klarer Trend nicht zu erkennen sei. Die Tendenz werde zumeist durch Kommentare führender Notenbanker erzeugt, die nach abgeschlossener Sitzungsperiode nicht müde würden, auf ihre Sicht der Geldpolitik hinzuweisen. Sollten zukünftig aus dieser Richtung keine neuen Impulse kommen, so habe man immer noch die Möglichkeit, sich der Charttechnik zu bedienen. Bei dieser Art der Analyse werde deutlich, dass eine Konsolidierung bis in den Bereich von 164,50% zwar durchaus möglich erscheine, aber auch ein Anstieg auf ca. 165,48% nicht auszuschließen sei. Dennoch wäre auch bei einer Seitwärtsbewegung in dieser Range nicht eindeutig vorhersehbar, wohin die Reise gehe. Aktuell notiere das Sorgenbarometer bei 165,12% und somit eigentlich im Niemandsland.

Aller guten Dinge seien drei. In dieser Handelswoche seien lediglich von der Slowakei zwei (ISIN SK4120012220 / WKN A1888L, 2026; ISIN SK4120012691 / WKN A19D6Y, 2037), von Belgien drei (ISIN BE0000342510 / WKN A19C7W, 2024; ISIN BE0000341504 / WKN A19B7A, 2027; ISIN BE0000338476 / WKN A18YM3, 2047) und von Deutschland eine Anleihe, die ehemalige 30-jährige Anleihe (ISIN DE0001135481 / WKN 113548, 2044) im Gesamtvolumen von ca. 4 Mrd. Euro aufgestockt worden. Hierbei sei die Zuteilung bei einer Durchschnittsrendite von 1,02% erfolgt.

In den USA hingegen seien hauptsächlich Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von vier und 52 Wochen sowie drei und sechs Monaten für insgesamt 127 Mrd. US-Dollar aufgelegt worden. Abgerundet werde die Emissionswoche am morgigen Freitag mit der Aufstockung der aktuellen TIPS, die im Februar 2047 endfällig würden, um nominal 5 Mrd. US-Dollar.

Das Highlight der Woche habe aber eine ganz andere Neuemission dargestellt. Der argentinische Staat, der in den vergangenen 200 Jahren nach Berechnungen des Handelsblattes achtmal pleitegegangen sei, habe interessierten Anlegern einen 100-jährigen Bond (ISIN USP04808AN44 / WKN A19J68) zum Preis von 90% angeboten. Diese Anleihe, die am 28.06.2117 endfällig sei, sei in der Währung US-Dollar begeben und mit einem 7,125%igen Kupon ausgestattet worden. Damit folge Argentinien einem bereits von Mexiko sowie dem brasilianischen Ölkonzern Petrobras beschrittenen Weg und könne sich sicher sein, dass sich kein Fondsmanager, der diesen Bond jetzt ins Depot einbuche, bei Endfälligkeit dafür rechtfertigen müsse. Allerdings würden sich viele Privatkunden an ihre Erfahrungen mit diesem Emittenten erinnern und einen großen Bogen um ein solches Investment machen. Doch den Mutigen gehöre vielleicht die Welt.

Gestern sei Sommersonnenwende und somit der längste Tag des Jahres gewesen. Dies bedeute aber auch, dass ab diesem Zeitpunkt die Nächte wieder länger würden. Am Devisenmarkt sei beim Währungspaar Euro/US-Dollar ebenfalls eine kleine Wende zu beobachten gewesen. So sei der Euro vergangene Woche im Vorfeld der FED-Sitzung und infolge schlechter US-Konjunkturdaten auf ein neues Jahreshoch bei 1,1296 US-Dollar gestiegen. Er sei somit erneut an der magischen Marke von 1,13 US-Dollar gescheitert, dem höchsten Stand seit den US-Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr.

Mehrfach habe der Euro Anlauf genommen, um diese Hürde zu meistern, aber nach der FED-Entscheidung habe er sogar mit 1,1119 US-Dollar ein neues Juni-Tief markiert. Zur Stunde handle die europäische Gemeinschaftswährung wenig verändert bei 1,1160 US-Dollar.

Konträr hierzu habe sich der Außenwert des Euro gegenüber der Währung der anderen politischen Großmacht entwickelt. Nach der dritten Leitzinssenkung durch die russische Notenbank in diesem Jahr (um 25 Basispunkte auf nun 9,00%) sei der Euro von 64,50 RUB (Russischer Rubel) auf ein neues Jahreshoch bei 67,3791 RUB gestiegen.

Auch in dieser Berichtswoche hätten die Privatanleger auf Altbekanntes gesetzt. Favorisiert worden seien hierbei Fremdwährungsanleihen auf US-Dollar, Türkische Lira, Norwegische Kronen, Australische Dollar sowie vereinzelt Russische Rubel.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (22.06.2017/alc/a/a)





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