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Was bringen Schuldtitel aus Schwellenländern fürs Portfolio?
14.03.25 12:12
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Schwellenländer machen fast die Hälfte der Weltwirtschaft aus, so Michael Vander Elst, Leiter Emerging Market Debt bei DPAM.
Auf Anleihen aus Schwellenländern entfalle in Portfolios jedoch nur ein geringer Anteil der festverzinslichen Allokation. Dabei würden viele Gründe für die Anlageklasse sprechen: Mit ihr könnten sich Anleger Volkswirtschaften mit günstigen Konjunktur- und Demografiedaten, sich verbessernden Bilanzen und Institutionen und damit höhere Renditen ins Portfolio holen. Diversifizierungsvorteile inklusive. Spannungen in Weltpolitik und -handel könnten Anleger gezielt untergewichten und über Frontiermärkte höhere Renditen und eine geringe oder negative Korrelation zu größeren Schwellenländern erschließen.
Anleihen in Lokalwährung bevorzugt
Wertpotenzial liege insbesondere in Anleihen in Lokalwährung aufgrund ihrer hohen Renditen und günstiger Wechselkurse. Trotz der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Trump-Zöllen hätten sich die Währungen der Schwellenländer zuletzt gut entwickelt. Die Staatsverschuldung sei geringer als bei den großen Industrieländern. Große Schwellenländer wie Brasilien würden zudem über einen hohen Anteil an lokalen Schuldtiteln verfügen, was die Risiken von Zu- und Abflüssen verringere. Bei Hartwährungsanleihen seien die Renditeaufschläge dagegen so gering wie lange nicht; ihre Schwankungen würden sich nach denen von US-Staatsanleihen richten. Langfristig würden sich Schwellenländeranleihen in Lokalwährung dagegen weitgehend unabhängig von den Renditen von US-Staatsanleihen entwickeln. Höhere US-Renditen würden jedoch die Kosten für den Schuldendienst von Ländern mit einem hohen Anteil an Hartwährungsschulden erhöhen.
Dollar(stärke?) im Blick
Wichtiger sei die Korrelation zwischen einem starken US-Dollar und der Performance der Schwellenländeranleihen, sowohl in lokaler als auch in Hartwährung. Ein starker Dollar bedeute Gegenwind. Für 2025 erwarte DPAM jedoch keine außergewöhnliche Stärkung des Dollar, sondern eher eine Seitwärtsbewegung. Die Zentralbanken der Schwellenländer hätten in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel an Glaubwürdigkeit gewonnen. Sie würden heute das internationale Umfeld in ihre Entscheidungen einbeziehen, um Schocks zu vermeiden. Eine (schnelle) Währungsabwertung wirke sich zudem inflationssteigernd aus, was die Zentralbanken vermeiden wollten.
Ein gut diversifiziertes Schwellenländerportfolio in Lokalwährung erziele derzeit Renditen von über 8%. Fürs Jahr 2025 sollte dies als Rendite möglich sein. Bei den Währungen sei DPAM neutral positioniert. Währungsentwicklungen würden stark von relativen Zinsunterschieden zwischen Schwellen- und Industrieländern abhängen. Weitere Zinssenkungen von FED und EZB dürften den Währungen der Schwellenländer helfen. Deren Zentralbanken seien aber auch erfahren genug, um auf ungünstige Währungsentwicklungen zu reagieren.
Zu beobachten sei auch die Entwicklung des Welthandels und seine Auswirkungen auf die Schwellenländer, die vom Handel mit den USA abhängig seien. Im Fokus stünden darüber hinaus die politischen Entwicklungen in Brasilien vor den Wahlen, die Auswirkungen eines möglichen Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine auf Zentral- und Osteuropa sowie die Konjunktur in China samt ihrer Auswirkungen auf die Volkswirtschaften in Südostasien. (14.03.2025/alc/a/a)
Auf Anleihen aus Schwellenländern entfalle in Portfolios jedoch nur ein geringer Anteil der festverzinslichen Allokation. Dabei würden viele Gründe für die Anlageklasse sprechen: Mit ihr könnten sich Anleger Volkswirtschaften mit günstigen Konjunktur- und Demografiedaten, sich verbessernden Bilanzen und Institutionen und damit höhere Renditen ins Portfolio holen. Diversifizierungsvorteile inklusive. Spannungen in Weltpolitik und -handel könnten Anleger gezielt untergewichten und über Frontiermärkte höhere Renditen und eine geringe oder negative Korrelation zu größeren Schwellenländern erschließen.
Anleihen in Lokalwährung bevorzugt
Dollar(stärke?) im Blick
Wichtiger sei die Korrelation zwischen einem starken US-Dollar und der Performance der Schwellenländeranleihen, sowohl in lokaler als auch in Hartwährung. Ein starker Dollar bedeute Gegenwind. Für 2025 erwarte DPAM jedoch keine außergewöhnliche Stärkung des Dollar, sondern eher eine Seitwärtsbewegung. Die Zentralbanken der Schwellenländer hätten in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel an Glaubwürdigkeit gewonnen. Sie würden heute das internationale Umfeld in ihre Entscheidungen einbeziehen, um Schocks zu vermeiden. Eine (schnelle) Währungsabwertung wirke sich zudem inflationssteigernd aus, was die Zentralbanken vermeiden wollten.
Ein gut diversifiziertes Schwellenländerportfolio in Lokalwährung erziele derzeit Renditen von über 8%. Fürs Jahr 2025 sollte dies als Rendite möglich sein. Bei den Währungen sei DPAM neutral positioniert. Währungsentwicklungen würden stark von relativen Zinsunterschieden zwischen Schwellen- und Industrieländern abhängen. Weitere Zinssenkungen von FED und EZB dürften den Währungen der Schwellenländer helfen. Deren Zentralbanken seien aber auch erfahren genug, um auf ungünstige Währungsentwicklungen zu reagieren.
Zu beobachten sei auch die Entwicklung des Welthandels und seine Auswirkungen auf die Schwellenländer, die vom Handel mit den USA abhängig seien. Im Fokus stünden darüber hinaus die politischen Entwicklungen in Brasilien vor den Wahlen, die Auswirkungen eines möglichen Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine auf Zentral- und Osteuropa sowie die Konjunktur in China samt ihrer Auswirkungen auf die Volkswirtschaften in Südostasien. (14.03.2025/alc/a/a)


