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Was bedeutet Trump für globale Anleihenmärkte?
11.11.16 08:40
Schroders
London (www.anleihencheck.de) - Die erste Marktreaktion auf den US-Wahlsieg von Donald Trump fällt so aus, wie man es erwartet hatte, so David Harris, Senior Investment Director Fixed Income von Schroders.
Die Renditen der US-Staatsanleihen seien überwiegend höher, wobei bei den 30-jährigen Laufzeiten die Renditenkurve steiler verlaufe, und sie damit die größten Veränderungen verzeichnen würden.
Die langfristigen Zinssätze würden eine Kombination aus höheren Finanzierungsbedürfnissen aufgrund niedrigerer Steuern und größeren Konjunkturimpulsen einpreisen. Grund dafür sei allerdings auch die gestiegene Unsicherheit, die wegen einer erwarteten Vielzahl politischer Veränderungen in den kommenden Monaten berücksichtigt werden müsse. Viele dieser Umwälzungen würden auf inflationäre Folgen hindeuten. Es überrasche nicht, dass die Renditen der kurzfristigen US-Treasuries niedriger seien, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im Dezember nun wesentlich gesunken sei. Unterdessen hätten sich die Inflationserwartungen mit Trumps Sieg deutlich erhöht. Die US-Renditezuschläge (Credit Spreads), die Differenz zwischen den Zinssätzen von Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, seien anfänglich breiter, was im Einklang mit den frühen Verlusten an den Aktienmärkten stehe.
Wir verbinden die gestiegenen Renditezuschläge erstens mit einer höheren Risikoprämie, die erforderlich ist, bis wir mehr politische Klarheit haben, so die Experten von Schroders. Zweitens rechne man aber auch mit einer gewissen Extrapolation schon bekannter Maßnahmen - wie zum Beispiel einem reduzierten Handel - von denen erwartet werde, dass sie das Wachstum geringfügig beeinträchtigen würden. Bis jetzt seien die Bewegungen sowohl bei den Zinssätzen als auch den Unternehmensrisikoprämien relativ gering. Für die nächsten Monate erwarte man, dass Wertpapiere, außer den Treasury-Anleihen an den US-Märkten, marginal höhere Spannen in den Renditen erzielen würden, da bei vielen politischen Themen die Maßnahmen noch nicht detailliert festgelegt seien.
Es werde noch lange dauern, bis die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Trump-Präsidentschaft vollständig bekannt sein würden. Die Preisbildung von Anlagen mit einem höheren Risiko werde letztlich davon abhängen, wie stark die politischen Maßnahmen von Trump bis zu seiner Amtsübernahme von ihm noch abgemildert würden. In naher Zukunft würden wahrscheinlich weder die Entscheidungen über Haushalts- noch über Unternehmensausgaben entscheidend von den Wahlergebnissen beeinflusst, was eine vorsichtige, aber nicht allzu defensive Anlagestrategie weiterhin als ratsam erscheinen lasse.
Mit dem Erdrutschsieg der Republikaner könnten die Jahre gegenseitiger Blockaden und politischen Stillstandes vorbei sein, da sie ebenfalls in Senat und Repräsentantenhaus über Mehrheiten verfügen würden. Daher sollte man letztendlich stärkere Konjunkturimpulse, Deregulierung und eine Steuerreform erwarten können. All dies deute wiederrum auf höhere Zinssätze hin, sobald man die kurzfristige Ungewissheit überwunden habe.
Außerhalb der USA hätten sich die Märkte schnell und abrupter angepasst. Der anfängliche Rückgang um 8 Prozent des Mexikanischen Pesos gegenüber dem US-Dollar sowie ein Minus von 2 Prozent bis 5 Prozent in den Aktienmärkten der exportstarken Länder seien angesichts der erwarteten protektionistischen Maßnahmen logisch. Weitere Bewegungen seien derzeit schwer zu prognostizieren. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es eine Abkehr von der extremistischen Politik hin zu einem gemäßigteren Ansatz geben werde. Andererseits jedoch seien weitere antagonistische Äußerungen bezüglich der zukünftigen Außenpolitik genauso wahrscheinlich. Daher sei eine vorsichtige und flexible Vorgehensweise in Bezug auf die globalen Märkte erforderlich.
Die Risikopositionen in unserem Anleihen-Handel sind moderat, so die Experten von Schroders. Der Preisaufschwung an den Märkten für Unternehmensanleihen über den Sommer habe in den meisten Portfolios Gewinnmitnahmen ermöglicht. Die Kreditrisikoniveaus seien allgemein auf einem Tiefststand im Mehrjahresvergleich. Darüber hinaus seien die Portfolios so konzipiert, dass sie auf längere Sicht Unsicherheiten berücksichtigen würden. Denn der Großteil der Positionierung beruhe auf längerfristigen Fundamentaldaten, die nachweislich über eine solide Wertstruktur verfügen würden. Es gebe dagegen nur wenige Positionen, die von einer kurzfristigen Dynamik abhängen würden. Insofern ist der unmittelbare Einfluss auf unsere festverzinslichen Portfolios relativ gering, so die Experten von Schroders.
Wenn man in diesem Umfeld noch über "trockenes Pulver" verfüge, minimiere dies erstens die kurzfristige Volatilität und ermögliche zweitens eine Risikoumschichtung - sofern eine größere politische Klarheit in den kommenden Wochen wieder bessere Chancen ermögliche. (Ausgabe vom 10.11.2016) (11.11.2016/alc/a/a)
Die Renditen der US-Staatsanleihen seien überwiegend höher, wobei bei den 30-jährigen Laufzeiten die Renditenkurve steiler verlaufe, und sie damit die größten Veränderungen verzeichnen würden.
Die langfristigen Zinssätze würden eine Kombination aus höheren Finanzierungsbedürfnissen aufgrund niedrigerer Steuern und größeren Konjunkturimpulsen einpreisen. Grund dafür sei allerdings auch die gestiegene Unsicherheit, die wegen einer erwarteten Vielzahl politischer Veränderungen in den kommenden Monaten berücksichtigt werden müsse. Viele dieser Umwälzungen würden auf inflationäre Folgen hindeuten. Es überrasche nicht, dass die Renditen der kurzfristigen US-Treasuries niedriger seien, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im Dezember nun wesentlich gesunken sei. Unterdessen hätten sich die Inflationserwartungen mit Trumps Sieg deutlich erhöht. Die US-Renditezuschläge (Credit Spreads), die Differenz zwischen den Zinssätzen von Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, seien anfänglich breiter, was im Einklang mit den frühen Verlusten an den Aktienmärkten stehe.
Wir verbinden die gestiegenen Renditezuschläge erstens mit einer höheren Risikoprämie, die erforderlich ist, bis wir mehr politische Klarheit haben, so die Experten von Schroders. Zweitens rechne man aber auch mit einer gewissen Extrapolation schon bekannter Maßnahmen - wie zum Beispiel einem reduzierten Handel - von denen erwartet werde, dass sie das Wachstum geringfügig beeinträchtigen würden. Bis jetzt seien die Bewegungen sowohl bei den Zinssätzen als auch den Unternehmensrisikoprämien relativ gering. Für die nächsten Monate erwarte man, dass Wertpapiere, außer den Treasury-Anleihen an den US-Märkten, marginal höhere Spannen in den Renditen erzielen würden, da bei vielen politischen Themen die Maßnahmen noch nicht detailliert festgelegt seien.
Mit dem Erdrutschsieg der Republikaner könnten die Jahre gegenseitiger Blockaden und politischen Stillstandes vorbei sein, da sie ebenfalls in Senat und Repräsentantenhaus über Mehrheiten verfügen würden. Daher sollte man letztendlich stärkere Konjunkturimpulse, Deregulierung und eine Steuerreform erwarten können. All dies deute wiederrum auf höhere Zinssätze hin, sobald man die kurzfristige Ungewissheit überwunden habe.
Außerhalb der USA hätten sich die Märkte schnell und abrupter angepasst. Der anfängliche Rückgang um 8 Prozent des Mexikanischen Pesos gegenüber dem US-Dollar sowie ein Minus von 2 Prozent bis 5 Prozent in den Aktienmärkten der exportstarken Länder seien angesichts der erwarteten protektionistischen Maßnahmen logisch. Weitere Bewegungen seien derzeit schwer zu prognostizieren. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es eine Abkehr von der extremistischen Politik hin zu einem gemäßigteren Ansatz geben werde. Andererseits jedoch seien weitere antagonistische Äußerungen bezüglich der zukünftigen Außenpolitik genauso wahrscheinlich. Daher sei eine vorsichtige und flexible Vorgehensweise in Bezug auf die globalen Märkte erforderlich.
Die Risikopositionen in unserem Anleihen-Handel sind moderat, so die Experten von Schroders. Der Preisaufschwung an den Märkten für Unternehmensanleihen über den Sommer habe in den meisten Portfolios Gewinnmitnahmen ermöglicht. Die Kreditrisikoniveaus seien allgemein auf einem Tiefststand im Mehrjahresvergleich. Darüber hinaus seien die Portfolios so konzipiert, dass sie auf längere Sicht Unsicherheiten berücksichtigen würden. Denn der Großteil der Positionierung beruhe auf längerfristigen Fundamentaldaten, die nachweislich über eine solide Wertstruktur verfügen würden. Es gebe dagegen nur wenige Positionen, die von einer kurzfristigen Dynamik abhängen würden. Insofern ist der unmittelbare Einfluss auf unsere festverzinslichen Portfolios relativ gering, so die Experten von Schroders.
Wenn man in diesem Umfeld noch über "trockenes Pulver" verfüge, minimiere dies erstens die kurzfristige Volatilität und ermögliche zweitens eine Risikoumschichtung - sofern eine größere politische Klarheit in den kommenden Wochen wieder bessere Chancen ermögliche. (Ausgabe vom 10.11.2016) (11.11.2016/alc/a/a)


