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Wandelanleihen: Medikament gegen die Epidemie der Negativzinsen
24.10.19 10:00
Merck Finck Privatbankiers
München (www.anleihencheck.de) - Negative Renditen haben sich an den globalen Anleihemärkten wie eine Epidemie verbreitet, so Marc Decker, Head of Asset Management von Merck Finck Privatbankiers.
Mehr als die Hälfte aller Euro-Anleihen von Emittenten guter Qualität (Investment Grade) rentiere inzwischen negativ. Vor diesem Hintergrund steche ein Anleihesegment ins Auge: Wandelanleihen. Der durchschnittliche Ertrag von europäischen Wandelanleihen habe von Jahresanfang bis heute bei rund 6 Prozent gelegen - bei einer Schwankungsbreite von nur 4,6 Prozent. Das entspreche in etwa dem langfristigen Profil eines konservativ ausbalancierten Portfolios aus Aktien und Anleihen. Wandelanleihen seien damit ein wirksames Medikament gegen die Ausbreitung der Negativrenditen im Anleihenportfolio, und dies bei überschaubaren Nebenwirkungen.
Wir haben in der Vermögensverwaltung für unsere Kunden erst kürzlich die Investments in Wandelanleihen deutlich ausgeweitet, so die Experten von Merck Finck Privatbankiers. Das derzeitige Rendite-Risiko-Profil sei für Investoren, die mehr erwarten würden als einen reinen Kapitalerhalt, sehr attraktiv. In einem breit aufgestellten Portfolio seien Wandelanleihen zwar eine Beimischung in begrenztem Umfang, könnten aber durchaus 10% bis 20% Prozent ausmachen.
Für Wandelanleihen spreche auch, dass sich das Marktsegment in einer soliden Erholung befinde, aber noch nicht überkauft sei. Das Volumen der Neuemissionen in Europa habe im September 2019 bei 4,8 Milliarden Euro gelegen und damit so hoch wie seit 2014 nicht mehr. Zugleich habe das Angebot die Nachfrage teils noch deutlich überstiegen, sodass die Preise für uns als Investoren noch nicht zu hoch seien. Die Experten von Merck Finck Privatbankiers würden jedoch nicht nur auf die Preise schauen, sondern hätten auch die Qualität der Emittenten genau im Blick. Auf der Leiter der Bonitäten sollte man sich nicht zu weit nach unten bewegen. Unter dieser Maßgabe sei ein Wandelanleihen-Investment derzeit ein guter Kauf.
Für einzelne private Anleger sei es aber gar nicht so einfach, in Wandelanleihen zu investieren. Sie würden in der Regel nur an professionelle Marktteilnehmer wie große Pensionskassen, Versicherungen oder auch Privatbanken verkauft und in entsprechend großen Stückelungen angeboten. Zu beachten sei außerdem, dass Wandelanleihen keine Anleihen in Reinform seien, sondern eine Art Zwitter zwischen Anleihen und Aktien. Wie "normale" Anleihen würden Wandelanleihen regelmäßige Zinszahlungen und Rückzahlung des Kapitals bei Fälligkeit bieten. Zusätzlich würden sie aber über eine Option verfügen, welche dem Käufer das Recht einräume, die Anleihe gegen Aktien des Unternehmens zu einem vorher festgelegten Verhältnis (Conversion Ratio) zu tauschen.
Der Investor bekomme also die Charakteristika einer Anleihe, jedoch mit zusätzlicher Partizipation am Aktienmarkt. Wer in Wandelanleihen investiere, sollte daher Kursschwankungen aushalten können und von der Werthaltigkeit der jeweiligen Unternehmen überzeugt sein. Allerding seien Wandelanleihen bei Kapitalmarktrückgängen deutlich stabiler als reine Aktieninvestments, würden bei Kursanstiegen jedoch auch etwas weniger profitieren. Wer diese Nebenwirkungen aushalte, sollte darüber nachdenken, seinem Portfolio Wandelanleihen zu verordnen. (24.10.2019/alc/a/a)
Mehr als die Hälfte aller Euro-Anleihen von Emittenten guter Qualität (Investment Grade) rentiere inzwischen negativ. Vor diesem Hintergrund steche ein Anleihesegment ins Auge: Wandelanleihen. Der durchschnittliche Ertrag von europäischen Wandelanleihen habe von Jahresanfang bis heute bei rund 6 Prozent gelegen - bei einer Schwankungsbreite von nur 4,6 Prozent. Das entspreche in etwa dem langfristigen Profil eines konservativ ausbalancierten Portfolios aus Aktien und Anleihen. Wandelanleihen seien damit ein wirksames Medikament gegen die Ausbreitung der Negativrenditen im Anleihenportfolio, und dies bei überschaubaren Nebenwirkungen.
Für Wandelanleihen spreche auch, dass sich das Marktsegment in einer soliden Erholung befinde, aber noch nicht überkauft sei. Das Volumen der Neuemissionen in Europa habe im September 2019 bei 4,8 Milliarden Euro gelegen und damit so hoch wie seit 2014 nicht mehr. Zugleich habe das Angebot die Nachfrage teils noch deutlich überstiegen, sodass die Preise für uns als Investoren noch nicht zu hoch seien. Die Experten von Merck Finck Privatbankiers würden jedoch nicht nur auf die Preise schauen, sondern hätten auch die Qualität der Emittenten genau im Blick. Auf der Leiter der Bonitäten sollte man sich nicht zu weit nach unten bewegen. Unter dieser Maßgabe sei ein Wandelanleihen-Investment derzeit ein guter Kauf.
Für einzelne private Anleger sei es aber gar nicht so einfach, in Wandelanleihen zu investieren. Sie würden in der Regel nur an professionelle Marktteilnehmer wie große Pensionskassen, Versicherungen oder auch Privatbanken verkauft und in entsprechend großen Stückelungen angeboten. Zu beachten sei außerdem, dass Wandelanleihen keine Anleihen in Reinform seien, sondern eine Art Zwitter zwischen Anleihen und Aktien. Wie "normale" Anleihen würden Wandelanleihen regelmäßige Zinszahlungen und Rückzahlung des Kapitals bei Fälligkeit bieten. Zusätzlich würden sie aber über eine Option verfügen, welche dem Käufer das Recht einräume, die Anleihe gegen Aktien des Unternehmens zu einem vorher festgelegten Verhältnis (Conversion Ratio) zu tauschen.
Der Investor bekomme also die Charakteristika einer Anleihe, jedoch mit zusätzlicher Partizipation am Aktienmarkt. Wer in Wandelanleihen investiere, sollte daher Kursschwankungen aushalten können und von der Werthaltigkeit der jeweiligen Unternehmen überzeugt sein. Allerding seien Wandelanleihen bei Kapitalmarktrückgängen deutlich stabiler als reine Aktieninvestments, würden bei Kursanstiegen jedoch auch etwas weniger profitieren. Wer diese Nebenwirkungen aushalte, sollte darüber nachdenken, seinem Portfolio Wandelanleihen zu verordnen. (24.10.2019/alc/a/a)


