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Der Wahlsieg Donald Trumps dürfte die US-Teuerungsrate in die Höhe treiben


28.11.16 14:00
Vontobel Asset Management

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Unsere Prognosen für die USA, die Euro-Zone und Japan sind optimistischer als jene des Konsenses, so die Experten von Vontobel Asset Management.

Für die USA und die Eurozone hätten die Experten die Prognose leicht erhöht. Sie würden die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trumps wirtschaftliches Programm wachstumsfreundlich umgesetzt werde, als relativ groß ansehen. Das daraus abgeleitete Szenario heiße bei ihnen "Reflation". Allerdings könnten die von Donald Trump während des Wahlkampfs gemachten Vorschläge das Wachstum auch hemmen. Ein solches Szenario würden sie "Stagflation" nennen, würden es aber als weniger wahrscheinlich erachten.

Die Inflationsprognosen der Experten seien höher - für die USA deutlich höher - als jene der anderen Konjunkturbeobachter (Konsens). Unabhängig davon, ob man sich im Reflations- oder im Stagflationsszenario (oder einer Mischung aus beiden) befinde, gehe man von einem starken Anstieg der US-Inflationsrate auf über 3 Prozent aus.

Innerhalb der nächsten drei Monate werde gemäß der Experten-Einschätzung nur die amerikanische Notenbank FED den Leitzins erhöhen. Dies dürfte bereits am kommenden 14. Dezember der Fall sein. Dabei würden sie sich im Einklang mit dem Konsens befinden. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten würden sie beim FED insgesamt vier Zinserhöhungen sehen. Die anderen großen Notenbanken dürften die Leitzinsen unverändert belassen.

Die Rendite der US-Staatsanleihen sei von einem Tiefpunkt von 1,4 im Juli 2016 auf inzwischen 2,3 Prozent geklettert. Nach dem rasanten Anstieg würden die Experten innerhalb der nächsten drei Monate mit einer Konsolidierung rechnen. Über zwölf Monate gesehen dürften die Renditen jedoch nach oben tendieren. In Europa werde ein solcher Anstieg nach Ansicht der Experten geringer ausfallen. (28.11.2016/alc/a/a)