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Vorsicht bei Staatsanleihen, Hochzinsanleihen und Peripherieländer bieten noch Chancen
17.12.13 15:38
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Die Weltkonjunktur wird 2014 wohl die Früchte der bislang umfassendsten geldpolitischen Lockerungen in der Wirtschaftsgeschichte ernten, so die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM).
Weil außerdem noch in vielen Ländern haushaltspolitische Sparzwänge nachlassen würden, könnte das Wirtschaftswachstum global auf rund 3,5 Prozent steigen. Die Gefahren seien überschaubar, denn weder Überkapazitäten noch Inflationssprünge oder Fremdfinanzierungsexzesse seien in Sicht. Auch Schocks durch einen Anstieg der Rohstoffpreise, vor allem beim Öl, seien derzeit wenig wahrscheinlich.
Das schwächelnde US-Wachstum habe 2013 den Zuwachs der Haushaltseinkommen belastet, der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen hätten gelitten. Weil der haushaltspolitische Gegenwind nachlasse und der Arbeitsmarkt sich positiv entwickle, könne man für das Jahr 2014 optimistischer sein: 2,5 Prozent Wachstum seien möglich, auch dank des Schuldenabbaus der Privathaushalte, den die extremen Niedrigzinsen der US-Notenbank ebenso ermöglicht hätten wie die profitabilitätssteigernden Verbesserungen der Bilanzen von Banken und Unternehmen.
Wenn die Federal Reserve in den kommenden Wochen mit dem "Tapering" genannten Auslaufenlassen ihrer monatlichen Anleiheaufkäufe das Ende der ultralockeren Geldpolitik beginne, dürften die Finanzierungsbedingungen zwar etwas schwieriger werden, eine Anhebung der US-Leitzinsen sei aber wohl erst gegen Ende 2015 zu erwarten.
Die Konjunktur in der Eurozone dürfte 2014 deutlich an Fahrt gewinnen, die Experten würden nach dem Rückgang um 0,4 Prozent in diesem Jahr mit einem Wachstum von einem Prozent im Jahr 2014 rechnen. Damit sei die Entwicklung nicht zu Ende, 2015 könnte das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone sogar um 1,4 Prozent zulegen. Es gebe allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern.
Der Graben zwischen Deutschland und Frankreich in Sachen Konjunktur dürfte größer werden, und unter den Peripherieländern werde Spanien aller Voraussicht nach Italien abhängen. Von der Inflationsseite drohe wenig Gefahr, der harmonisierte Verbraucherpreisindex der Eurozone dürfte um etwa 1,1 Prozent wachsen. Trotz der verbesserten Konjunkturaussichten seien die systemischen Risiken in der Eurozone noch nicht gebannt.
Sorgen bereite vor allem Italien wegen seiner weiterhin instabilen Politik, dem langsamen Wachstum, schwachen Banken und der angespannten öffentlichen Haushaltslage. Unter der Führung Mario Draghis werde die Europäische Zentralbank (EZB) jedoch alles tun, um die Eurozone zu stabilisieren und die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Mit überraschenden Maßnahmen seitens der EZB müssten die Märkte deshalb immer rechnen.
Die für April geplante Anhebung der Umsatzsteuer von fünf auf acht Prozent werde Japans Wirtschaft vor Herausforderungen stellen. Stimulierungsmaßnahmen der Regierung im Umfang von sechs Billionen Yen, die das Wachstum um 0,5 bis 0,7 Prozent anheben sollten, könnten diesen Effekt aber abmildern, wenn nicht sogar kompensieren.
Noch wichtiger wäre eine Anhebung der japanischen Nominallöhne, die in den letzten zehn Jahren trotz faktischer Vollbeschäftigung gesunken seien. Der politische Druck in diese Richtung wachse, und es erscheine möglich, dass Premier Shinzo Abe mithilfe der ultralockeren Geldpolitik des seit Frühjahr 2013 amtierenden Notenbankchefs Haruhiko Kuroda die Deflation besiegen könne.
Die von der chinesischen Führung angekündigten Reformen würden wenig Zweifel daran lassen, dass auf mittlere Sicht das Wachstum im Reich der Mitte deutlich schwächer als in der Vergangenheit ausfallen werde. Zum Glück würden Schwellenländer mit einer etwas diversifizierteren Exportstruktur den Abschwung in China abfedern können, sodass 2014 insgesamt ein verbessertes Wachstumsumfeld in den Schwellenländern bestehe.
Ein Ende der ultralockeren US-Geldpolitik habe gegenläufige Effekte für die wichtigsten Anlageklassen: Während Aktien attraktiver würden, sei bei Staatsanleihen Vorsicht geboten.
Das Jahr 2014 werde an den Aktienmärkten von deutlich höherer Volatilität geprägt sein, denn nach einer liquiditätsgetriebenen Phase werde der Markt nun zunehmend von den Gewinnaussichten der Unternehmen bestimmt. Zwischen "Gewinnern" und "Verlierern" werde dabei stärker differenziert, und in diesem Wettbewerb hätten Aktien aus der Eurozone und Großbritannien derzeit bessere Aussichten als US-Werte. Im Fall der britischen Aktien gelte dies wegen der vor allem für Unternehmen mit Schwerpunkt auf dem Heimatmarkt.
Wegen besserer Gewinnperspektiven seien auch Aktien mit kleinerer oder mittelgroßer Marktkapitalisierung im aktuellen Umfeld attraktiv. Eher negativ würden die Experten die Chancen des Schweizer Aktienmarktes einschätzen, der schon relativ überteuert erscheine.
Schwellenländeraktien seien im aktuellen Umfeld nicht mehr eine einzige Anlageklasse, Anleger müssten selektiver vorgehen. Besonders Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten würden anfällig für Kapitalabflüsse bleiben, wenn die US-Notenbank die geldpolitischen Zügel straffe. Vorsichtig sollte man deshalb vor allem in Indien, Brasilien, der Türkei und Indonesien sein. Manche Schwellenländer würden aber auch noch attraktiver werden, vor allem jene mit starker wirtschaftlicher Exposition gegenüber der Erholung in entwickelten Volkswirtschaften. Zu nennen seien in diesem Zusammenhang etwa Südkorea oder Taiwan.
Nach Erwartung der Experten würden sich die Renditen zehnjähriger US-Treasuries bis Mitte oder Ende 2013 auf 3,5 Prozent erhöhen. Dieser Anstieg werde wegen der Korrelation mit europäischen Anleihen auch diesseits des Atlantiks spürbar sein, die Renditen deutscher Bundesanleihen etwa dürften in Richtung 2,25 Prozent tendieren.
Anders sei die Lage in Japan: Das starke Bekenntnis der Notenbank zur Wachstumsförderung und ihr Inflationsziel von rund zwei Prozent würden bedeuten, dass die Bank of Japan massiv japanische Staatsanleihen aufkaufen werde. Damit werde ein Niedrigzinsumfeld in Japan weiterhin sichergestellt.
Anleihen südlicher Eurozone-Peripheriestaaten wie Italien oder Spanien würden Anlegern noch immer attraktive Renditechancen bieten, ebenso wie Hochzinstitel. Im High-Yield-Segment hätten besonders Titel mit besseren Ratings und kürzerer Duration gute Aussichten, während europäische Investment-Grade-Titel mit Gegenwind rechnen müssten.
Die Märkte würden darauf vertrauen, dass 2014 eine Verbesserung der globalen Konjunktur eintrete. Dies sei durchaus wahrscheinlich, allerdings werde die Entwicklung in den verschiedenen Wirtschaftsräumen unterschiedlich verlaufen. Anleger sollten deshalb selektiv vorgehen und ihre Anlageallokation anpassen.
Zudem müsse man einige Risiken im Auge behalten. Würde das Wachstum in den USA stärker als erwartet anziehen, könnte dies zu Überreaktionen an den Anleihemärkten führen, mit Nebenwirkungen außerhalb der USA. Der Vertrauensverlust in einigen Schwellenländer und die damit einhergehenden Kapitalabflüsse könnten zudem die Realwirtschaft dieser Länder gefährden, wenn die US-Notenbank mit dem "Tapering" beginne. (17.12.2013/alc/a/a)
Weil außerdem noch in vielen Ländern haushaltspolitische Sparzwänge nachlassen würden, könnte das Wirtschaftswachstum global auf rund 3,5 Prozent steigen. Die Gefahren seien überschaubar, denn weder Überkapazitäten noch Inflationssprünge oder Fremdfinanzierungsexzesse seien in Sicht. Auch Schocks durch einen Anstieg der Rohstoffpreise, vor allem beim Öl, seien derzeit wenig wahrscheinlich.
Das schwächelnde US-Wachstum habe 2013 den Zuwachs der Haushaltseinkommen belastet, der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen hätten gelitten. Weil der haushaltspolitische Gegenwind nachlasse und der Arbeitsmarkt sich positiv entwickle, könne man für das Jahr 2014 optimistischer sein: 2,5 Prozent Wachstum seien möglich, auch dank des Schuldenabbaus der Privathaushalte, den die extremen Niedrigzinsen der US-Notenbank ebenso ermöglicht hätten wie die profitabilitätssteigernden Verbesserungen der Bilanzen von Banken und Unternehmen.
Wenn die Federal Reserve in den kommenden Wochen mit dem "Tapering" genannten Auslaufenlassen ihrer monatlichen Anleiheaufkäufe das Ende der ultralockeren Geldpolitik beginne, dürften die Finanzierungsbedingungen zwar etwas schwieriger werden, eine Anhebung der US-Leitzinsen sei aber wohl erst gegen Ende 2015 zu erwarten.
Die Konjunktur in der Eurozone dürfte 2014 deutlich an Fahrt gewinnen, die Experten würden nach dem Rückgang um 0,4 Prozent in diesem Jahr mit einem Wachstum von einem Prozent im Jahr 2014 rechnen. Damit sei die Entwicklung nicht zu Ende, 2015 könnte das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone sogar um 1,4 Prozent zulegen. Es gebe allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern.
Der Graben zwischen Deutschland und Frankreich in Sachen Konjunktur dürfte größer werden, und unter den Peripherieländern werde Spanien aller Voraussicht nach Italien abhängen. Von der Inflationsseite drohe wenig Gefahr, der harmonisierte Verbraucherpreisindex der Eurozone dürfte um etwa 1,1 Prozent wachsen. Trotz der verbesserten Konjunkturaussichten seien die systemischen Risiken in der Eurozone noch nicht gebannt.
Sorgen bereite vor allem Italien wegen seiner weiterhin instabilen Politik, dem langsamen Wachstum, schwachen Banken und der angespannten öffentlichen Haushaltslage. Unter der Führung Mario Draghis werde die Europäische Zentralbank (EZB) jedoch alles tun, um die Eurozone zu stabilisieren und die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Mit überraschenden Maßnahmen seitens der EZB müssten die Märkte deshalb immer rechnen.
Die für April geplante Anhebung der Umsatzsteuer von fünf auf acht Prozent werde Japans Wirtschaft vor Herausforderungen stellen. Stimulierungsmaßnahmen der Regierung im Umfang von sechs Billionen Yen, die das Wachstum um 0,5 bis 0,7 Prozent anheben sollten, könnten diesen Effekt aber abmildern, wenn nicht sogar kompensieren.
Noch wichtiger wäre eine Anhebung der japanischen Nominallöhne, die in den letzten zehn Jahren trotz faktischer Vollbeschäftigung gesunken seien. Der politische Druck in diese Richtung wachse, und es erscheine möglich, dass Premier Shinzo Abe mithilfe der ultralockeren Geldpolitik des seit Frühjahr 2013 amtierenden Notenbankchefs Haruhiko Kuroda die Deflation besiegen könne.
Ein Ende der ultralockeren US-Geldpolitik habe gegenläufige Effekte für die wichtigsten Anlageklassen: Während Aktien attraktiver würden, sei bei Staatsanleihen Vorsicht geboten.
Das Jahr 2014 werde an den Aktienmärkten von deutlich höherer Volatilität geprägt sein, denn nach einer liquiditätsgetriebenen Phase werde der Markt nun zunehmend von den Gewinnaussichten der Unternehmen bestimmt. Zwischen "Gewinnern" und "Verlierern" werde dabei stärker differenziert, und in diesem Wettbewerb hätten Aktien aus der Eurozone und Großbritannien derzeit bessere Aussichten als US-Werte. Im Fall der britischen Aktien gelte dies wegen der vor allem für Unternehmen mit Schwerpunkt auf dem Heimatmarkt.
Wegen besserer Gewinnperspektiven seien auch Aktien mit kleinerer oder mittelgroßer Marktkapitalisierung im aktuellen Umfeld attraktiv. Eher negativ würden die Experten die Chancen des Schweizer Aktienmarktes einschätzen, der schon relativ überteuert erscheine.
Schwellenländeraktien seien im aktuellen Umfeld nicht mehr eine einzige Anlageklasse, Anleger müssten selektiver vorgehen. Besonders Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten würden anfällig für Kapitalabflüsse bleiben, wenn die US-Notenbank die geldpolitischen Zügel straffe. Vorsichtig sollte man deshalb vor allem in Indien, Brasilien, der Türkei und Indonesien sein. Manche Schwellenländer würden aber auch noch attraktiver werden, vor allem jene mit starker wirtschaftlicher Exposition gegenüber der Erholung in entwickelten Volkswirtschaften. Zu nennen seien in diesem Zusammenhang etwa Südkorea oder Taiwan.
Nach Erwartung der Experten würden sich die Renditen zehnjähriger US-Treasuries bis Mitte oder Ende 2013 auf 3,5 Prozent erhöhen. Dieser Anstieg werde wegen der Korrelation mit europäischen Anleihen auch diesseits des Atlantiks spürbar sein, die Renditen deutscher Bundesanleihen etwa dürften in Richtung 2,25 Prozent tendieren.
Anders sei die Lage in Japan: Das starke Bekenntnis der Notenbank zur Wachstumsförderung und ihr Inflationsziel von rund zwei Prozent würden bedeuten, dass die Bank of Japan massiv japanische Staatsanleihen aufkaufen werde. Damit werde ein Niedrigzinsumfeld in Japan weiterhin sichergestellt.
Anleihen südlicher Eurozone-Peripheriestaaten wie Italien oder Spanien würden Anlegern noch immer attraktive Renditechancen bieten, ebenso wie Hochzinstitel. Im High-Yield-Segment hätten besonders Titel mit besseren Ratings und kürzerer Duration gute Aussichten, während europäische Investment-Grade-Titel mit Gegenwind rechnen müssten.
Die Märkte würden darauf vertrauen, dass 2014 eine Verbesserung der globalen Konjunktur eintrete. Dies sei durchaus wahrscheinlich, allerdings werde die Entwicklung in den verschiedenen Wirtschaftsräumen unterschiedlich verlaufen. Anleger sollten deshalb selektiv vorgehen und ihre Anlageallokation anpassen.
Zudem müsse man einige Risiken im Auge behalten. Würde das Wachstum in den USA stärker als erwartet anziehen, könnte dies zu Überreaktionen an den Anleihemärkten führen, mit Nebenwirkungen außerhalb der USA. Der Vertrauensverlust in einigen Schwellenländer und die damit einhergehenden Kapitalabflüsse könnten zudem die Realwirtschaft dieser Länder gefährden, wenn die US-Notenbank mit dem "Tapering" beginne. (17.12.2013/alc/a/a)


