Von Inflation zu Rezession - Anleihenmärkte werden interessanter


05.10.22 11:17
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Das Jahr 2022 wird Anlegern nicht nur wegen der sprunghaft gestiegenen Inflation in Erinnerung bleiben, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Die Reaktion der Notenbanken habe die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt und gleichzeitig an den Rentenmärkten für einen in den letzten Jahrzehnten unvorstellbaren Ausverkauf gesorgt. Die Renditen von 10-jährigen US-Staatsanleihen seien in der Spitze auf 3,94% gestiegen - von 1,5% noch zu Beginn des Jahres.

Ein ähnliches Bild zeige sich an den Staatsanleihenmärkten der anderen Industrieländer. Die Notenbanken hätten spät reagiert und kämpften nun mit drastischen Zinsschritten gegen die Inflation - nicht nur in der Eurozone, so Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank: "In Großbritannien liegt die Inflation aktuell schon bei 10% und ein Ende scheint nicht in Sicht. Die Renditen 10-jähriger britischer Staatsanleihen sind bereits auf 4,5% gestiegen, so hoch wie zuletzt 2011."

Weiter steigende Preise und die Reaktionen der Zentralbanken ließen die Märkte zunehmend von einer weltweiten Rezession ausgehen. Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten rentierten in diesem Umfeld höher als die mit längeren Laufzeiten. Für Norbert Frey ließen sich daraus zwei Dinge ableiten: "Der Zinsstraffungszyklus ist noch nicht am Ende." Und auch aus der steigenden Rezessionswahrscheinlichkeit in den USA ergebe sich Handlungsdruck: "Vielleicht hat die FED den Bogen überspannt. Es ist gut möglich, dass sie 2023 die Zinsen wieder senken muss, wenn sich das Wirtschaftswachstum weiter verlangsamen sollte." Sowohl in der Eurozone wie auch in Großbritannien scheine eine Rezession mittlerweile unausweichlich zu sein.

Für Norbert Frey dürfte die Inflation in den USA allmählich ihren Höhepunkt erreicht haben: "Die Lieferketten normalisieren sich und die Preise für wichtige Industriemetalle gehen zurück. Zusammen mit höheren Zinsen und einer restriktiveren Finanzpolitik könnte dies zwar das Wirtschaftswachstum abkühlen, aber auch die Preise spürbar fallen lassen." Hinzu kämen Basiseffekte, ergänze Frey. "Es ist möglich, dass die Preissteigerung in den USA 2023 wieder unter 4% fällt." Allerdings habe das Jahr 2022 bisher schon gezeigt, dass man vor Überraschungen nie gefeit sein könne.

"Eine allmählich sinkende Inflation gepaart mit nachlassendem Wachstum macht die Anleihenmärkte für Anleger interessant", rate Frey. Dabei sei es wichtig, sein Rentenengagement breit aufzustellen. Neben Staats- und Unternehmensanleihen gehörten dazu auch variabel verzinste Anleihen.

Zitate Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank:

- "In Großbritannien liegt die Inflation aktuell schon bei 10% und ein Ende scheint nicht in Sicht. Die Renditen 10-jähriger britischer Staatsanleihen sind bereits auf 4,5% gestiegen, so hoch wie zuletzt 2011."

- "Der Zinsstraffungszyklus ist noch nicht am Ende."

- "Vielleicht hat die FED den Bogen überspannt. Es ist gut möglich, dass sie 2023 die Zinssenkungen wieder senken muss, wenn sich das Wirtschaftswachstum weiter verlangsamen sollte."

- "Die Lieferketten normalisieren sich und die Preise für wichtige Industriemetalle gehen zurück. Zusammen mit höheren Zinsen und einer restriktiveren Finanzpolitik könnte dies zwar das Wirtschaftswachstum abkühlen, aber auch die Preise spürbar fallen lassen."

- "Es ist möglich, dass die Preissteigerung in den USA 2023 wieder unter 4% fällt."

- "Eine allmählich sinkende Inflation gepaart mit nachlassendem Wachstum macht die Anleihenmärkte für Anleger interessant." (05.10.2022/alc/a/a)