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Versteckte Schuld durch inflationsindexierte Anleihen
19.06.13 14:06
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Kapitalmarktschuld von Staaten kann in den meisten Fällen in verschiedene Assetklassen aufgeteilt werden, berichten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Für die Bundesrepublik Deutschland seien dies z. B. Bundesanleihen (666 Mrd. EUR), Bundesobligationen (230 Mrd. EUR), Bundesschatzanweisungen (116 Mrd. EUR) und inflationsindexierte Anleihen, wobei hier ebenfalls zwischen Bundsanleihen (41 Mrd. EUR) und -obligationen (9 Mrd. EUR) unterschieden werde. Fremdwährungsanleihen stünden derzeit nicht aus. Mit insgesamt 50 Mrd. EUR belaufe sich die ILB-Schuld damit auf 4,7% der gesamten Kapitalmarktschuld. Für ein Land mit ILBs sei dies ein recht geringer Anteil. 223,2 Mrd. GBP in Großbritannien würden immerhin 18,4% der Kapitalmarktschuld entsprechen.
Das ausstehende Volumen in den einzelnen Schuldtiteln könne u. a. auf Bloomberg unter der Funktion "DDIS" tagesaktuell nachgesehen werden. Dort würden jedoch ausschließlich Nominalvolumina angegeben. Durch die aufgelaufene Inflation liege die tatsächliche Rückzahlungsverpflichtung der Staaten teilweise deutlich höher. Die aufgelaufene Inflation der 2016 fälligen und 2006 emittierten BUNDei belaufe sich im Moment auf 15,8%, sodass derzeit 17,4 Mrd. EUR anstelle von 15 Mrd. EUR zurückgezahlt werden müssten. Insgesamt betrage die ILB-Rückzahlungsverpflichtung Deutschlands 54,6 Mrd. EUR. Das seien 4,6 Mrd. EUR oder 9,3% mehr als die Nominalschuld.
Die Analysten hätten die Situation zusätzlich für Italien und Frankreich als ILB-Emittenten innerhalb der Eurozone sowie für Großbritannien, Schweden, Dänemark, Kanada und die USA außerhalb des gemeinsamen Währungsraums analysiert. Dabei stelle die linke Achse das Volumen in Mrd. der Heimatwährung da. Nur in den USA seien die Werte aufgrund des hohen Volumens mit Rücksicht auf die Skalierung in 10 Mrd. USD angegeben.
Am deutlichsten sei die dargestellte Situation in Großbritannien zu beobachten: Nominalschulden von 223,2 Mrd. GBP würden sich auf eine um den Faktor 1,4 höhere Rückzahlungsverpflichtung in Höhe von 312,5 Mrd. GBP summieren. In den ILBs verberge sich dadurch eine zusätzliche Schuld von 89,3 Mrd. GBP. Das sei der mit Abstand größte Aufschlag der Untersuchung der Analysten. Selbst die USA würden trotz einer nominal sechsmal so hohen ILB-Schuld nicht ansatzweise auf einen vergleichbaren Wert kommen. Dass der Effekt in UK so stark ausgeprägt sei, liege vor allem an der Vielzahl von Anleihen mit langer Laufzeit. Auf die UKTI Juni 2016 aus dem Jahr 1983 sei mittlerweile eine Inflation in Höhe von 200,9% aufgelaufen. (19.06.2013/alc/a/a)
Für die Bundesrepublik Deutschland seien dies z. B. Bundesanleihen (666 Mrd. EUR), Bundesobligationen (230 Mrd. EUR), Bundesschatzanweisungen (116 Mrd. EUR) und inflationsindexierte Anleihen, wobei hier ebenfalls zwischen Bundsanleihen (41 Mrd. EUR) und -obligationen (9 Mrd. EUR) unterschieden werde. Fremdwährungsanleihen stünden derzeit nicht aus. Mit insgesamt 50 Mrd. EUR belaufe sich die ILB-Schuld damit auf 4,7% der gesamten Kapitalmarktschuld. Für ein Land mit ILBs sei dies ein recht geringer Anteil. 223,2 Mrd. GBP in Großbritannien würden immerhin 18,4% der Kapitalmarktschuld entsprechen.
Die Analysten hätten die Situation zusätzlich für Italien und Frankreich als ILB-Emittenten innerhalb der Eurozone sowie für Großbritannien, Schweden, Dänemark, Kanada und die USA außerhalb des gemeinsamen Währungsraums analysiert. Dabei stelle die linke Achse das Volumen in Mrd. der Heimatwährung da. Nur in den USA seien die Werte aufgrund des hohen Volumens mit Rücksicht auf die Skalierung in 10 Mrd. USD angegeben.
Am deutlichsten sei die dargestellte Situation in Großbritannien zu beobachten: Nominalschulden von 223,2 Mrd. GBP würden sich auf eine um den Faktor 1,4 höhere Rückzahlungsverpflichtung in Höhe von 312,5 Mrd. GBP summieren. In den ILBs verberge sich dadurch eine zusätzliche Schuld von 89,3 Mrd. GBP. Das sei der mit Abstand größte Aufschlag der Untersuchung der Analysten. Selbst die USA würden trotz einer nominal sechsmal so hohen ILB-Schuld nicht ansatzweise auf einen vergleichbaren Wert kommen. Dass der Effekt in UK so stark ausgeprägt sei, liege vor allem an der Vielzahl von Anleihen mit langer Laufzeit. Auf die UKTI Juni 2016 aus dem Jahr 1983 sei mittlerweile eine Inflation in Höhe von 200,9% aufgelaufen. (19.06.2013/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


