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Unterschätzen die Märkte, wie weit die FED bei der Inflationsbekämpfung gehen muss?
08.07.22 12:00
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Nur vier Monate ist es her, seit die US-Notenbank damit begonnen hat, die Zinsen wieder zu erhöhen, um die galoppierende Inflation in den Griff zu kriegen - und doch scheinen Investoren darauf zu spekulieren, dass die FED bereits im kommenden Jahr die Zügel wieder lockerer lässt, so die Experten vom Online-Broker LYNX.
Darauf lasse zumindest der Markt für Fed Funds Futures schließen. Dieser ermögliche es Anlegern, über Derivate auf steigende oder fallende Zinsen zu setzen. Hier gehe man offenbar davon aus, dass die Zinsen bis Februar 2023 auf 3,39 Prozent steigen würden, um dann wieder zu fallen.
"Würde die FED die Zinsen wieder senken und zu ihrer lockeren Geldpolitik der letzten Jahre zurückkehren, würde sie damit quasi den Sieg über die Inflation verkünden. Investoren hoffen natürlich auf dieses Zeichen, schließlich war das genau die Politik, die dem Aktienmarkt zum Höhenflug der vergangenen Jahre verholfen hat", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX.
Die Frage sei nur: Wie wahrscheinlich sei es, dass die FED bereits im ersten Quartal 2023 die Zinsen wieder sinken lasse? Denn es sei keineswegs gesagt, dass sie den Kampf gegen die Inflation so schnell gewinnen könne. "Wie FED-Chef Powell selbst zugibt, entziehen sich viele Faktoren, die aktuell die Inflation steigen lassen, dem Einfluss der FED. Sie kann die Preise für Rohstoffe nicht senken oder den Krieg in der Ukraine beenden. Auch auf die Corona-Politik Chinas und die damit verbundenen Lockdowns hat sie keinerlei Einfluss. Sie kann also nur versuchen, die US-Wirtschaft durch steigende Zinsen zu bremsen und damit die Nachfrage zu senken", fasse der Experte zusammen und weise auf einen weiteren Faktor hin: "Sollten die Zinsen tatsächlich nur bis knapp unter 3,4 Prozent steigen, wäre es das erste Mal seit 70 Jahren, dass der Leitzins in einer Zinserhöhungsphase unter der Inflationsrate bleibt, also zu keinem Zeitpunkt in den positiven Bereich rutscht."
Um einzuschätzen, wie wahrscheinlich es sei, dass wir es diesmal mit einer kurzen Phase der steigenden Zinsen zu tun hätten, werfe Sadowski außerdem einen Blick auf die Zahlen der Vergangenheit. "Tatsächlich gab es bereits früher Phasen der Zinserhöhung, die weniger als zwei Jahre gedauert haben, etwa von Juni 1999 bis Januar 2001. Doch in den meisten Fällen hat die FED die Zügel nicht so schnell wieder gelockert. So dauerte beispielsweise die Zinserhöhungsphase vor der Finanzkrise 2008 von Juni 2004 bis September 2007", erkläre Sadowski.
Für Sadowski könnte es also durchaus sein, dass diejenigen, die mit einem baldigen Ende der strengeren Geldpolitik rechnen würden, eher von Hoffnung getrieben seien als von einer realistischen Einschätzung der Situation. "Sollte sich abzeichnen, dass diese Hoffnung enttäuscht wird, könnte das den Finanz- und Aktienmärkten durchaus schwer zu schaffen machen." (08.07.2022/alc/a/a)
Darauf lasse zumindest der Markt für Fed Funds Futures schließen. Dieser ermögliche es Anlegern, über Derivate auf steigende oder fallende Zinsen zu setzen. Hier gehe man offenbar davon aus, dass die Zinsen bis Februar 2023 auf 3,39 Prozent steigen würden, um dann wieder zu fallen.
Die Frage sei nur: Wie wahrscheinlich sei es, dass die FED bereits im ersten Quartal 2023 die Zinsen wieder sinken lasse? Denn es sei keineswegs gesagt, dass sie den Kampf gegen die Inflation so schnell gewinnen könne. "Wie FED-Chef Powell selbst zugibt, entziehen sich viele Faktoren, die aktuell die Inflation steigen lassen, dem Einfluss der FED. Sie kann die Preise für Rohstoffe nicht senken oder den Krieg in der Ukraine beenden. Auch auf die Corona-Politik Chinas und die damit verbundenen Lockdowns hat sie keinerlei Einfluss. Sie kann also nur versuchen, die US-Wirtschaft durch steigende Zinsen zu bremsen und damit die Nachfrage zu senken", fasse der Experte zusammen und weise auf einen weiteren Faktor hin: "Sollten die Zinsen tatsächlich nur bis knapp unter 3,4 Prozent steigen, wäre es das erste Mal seit 70 Jahren, dass der Leitzins in einer Zinserhöhungsphase unter der Inflationsrate bleibt, also zu keinem Zeitpunkt in den positiven Bereich rutscht."
Um einzuschätzen, wie wahrscheinlich es sei, dass wir es diesmal mit einer kurzen Phase der steigenden Zinsen zu tun hätten, werfe Sadowski außerdem einen Blick auf die Zahlen der Vergangenheit. "Tatsächlich gab es bereits früher Phasen der Zinserhöhung, die weniger als zwei Jahre gedauert haben, etwa von Juni 1999 bis Januar 2001. Doch in den meisten Fällen hat die FED die Zügel nicht so schnell wieder gelockert. So dauerte beispielsweise die Zinserhöhungsphase vor der Finanzkrise 2008 von Juni 2004 bis September 2007", erkläre Sadowski.
Für Sadowski könnte es also durchaus sein, dass diejenigen, die mit einem baldigen Ende der strengeren Geldpolitik rechnen würden, eher von Hoffnung getrieben seien als von einer realistischen Einschätzung der Situation. "Sollte sich abzeichnen, dass diese Hoffnung enttäuscht wird, könnte das den Finanz- und Aktienmärkten durchaus schwer zu schaffen machen." (08.07.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
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| 2,70 % | 1,80 % | |||


