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Unternehmensanleihen: Zentralbanken befeuern Nachfrage


10.07.19 14:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zuletzt überwiegend schlechte Konjunkturdaten lassen sowohl im Euroraum als auch in den USA eine Zinssenkung immer wahrscheinlicher werden, so die Experten von Union Investment.

In Erwartung kommender geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen seitens der großen Zentralbanken habe im Juni eine hohe Nachfrage das Geschehen im Anleihemarkt geprägt. Der allgemeine Zinstrend sei im Juni nach unten gerichtet gewesen. Deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit hätten mit minus 34 Basispunkten Rendite ein Allzeittief erreicht. Vom deutlichen Zinsrückgang hätten auch europäische Unternehmensanleihen profitieren können. Nach einem schwächeren Mai habe der Gesamtmarkt (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) im Juni wieder 1,5 Prozent hinzugewonnen und Indexseitig auf einem Jahreshoch geschlossen. Die Risikoprämien (Spreads) seien gleichzeitig um 10 auf 75 Basispunkte gefallen.

Angesicht der anhaltend rückläufigen Renditen an den Staatsanleihemärkten seien die mit Risikoaufschlägen versehenen Anleihesegmente in den Vordergrund gerückt. Im Bereich der Unternehmenspapiere hätten hierbei vor allem die Nachrangsektoren profitiert. So hätten nachrangige Industrie- und Finanzanleihen auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch ENSU/EBSU-Index) um 3,3 beziehungsweise 2,6 Prozent und damit deutlich zulegen können. Die Risikoprämien hätten sich dort mit jeweils rund 30 Basispunkten merklich eingeengt. Ein Plus von 2,2 Prozent habe zudem der Markt für hochverzinsliche Firmenpapiere verzeichnet (ICE BofA Merrill Lynch Euro High Yield, HEAG-Index). Dort seien mit 50 Basispunkten die umfangreichsten Spreadeinengungen zu beobachten gewesen.

Im freundlichen Marktumfeld habe der Primärmarkt geboomt, zahlreiche neue Papiere seien platziert worden. Dem hohen Angebot habe eine noch höhere Nachfrage gegenübergestanden. Trotz geringer Neuemissionsprämien hätten die neuen Titel im Rahmen des freundlichen Gesamtmarktes eine überwiegend gute Entwicklung aufgewiesen.

Die Erwartungshaltung der Anleger in Richtung Zentralbanken sei hoch, die Geld- und Zinspolitik sollte in den kommenden Wochen der Haupttreiber der Marktentwicklung sein. Der auf dem G20-Treffen in Osaka geschlossene Burgfrieden zwischen den USA und China dürfte die Risiken im Handelsstreit zunächst etwas abmildern. (Ausgabe vom 09.07.2019) (10.07.2019/alc/a/a)