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Unternehmensanleihen: Allgemeiner Renditerückgang stützt


19.02.20 09:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Unterzeichnung des Phase I-Handelsabkommens zwischen den USA und China, ein sehr hohes Neuemissionsaufkommen sowie die Ausbreitung des Corona-Virus waren herausragende Kapitalmarkthemen im Januar, so die Experten von Union Investment.

Der Handelskonflikt sei schnell abgehakt gewesen, die Ausbreitung des Corona-Virus habe hingegen zu rückläufigen Renditen an den Staatsanleihemärkten geführt. Während die Aktienbörsen im Monatsverlauf unter Druck geraten seien, seien die als sicher geltenden US-Treasuries oder deutsche Bundespapiere gefragt gewesen. Von der allgemein abwärts gerichteten Zinsentwicklung habe aber auch der Markt für Unternehmensanleihen profitiert. Euro-Papiere mit Rating Investment Grade hätten auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) im Januar 1,1 Prozent zugelegt. Dabei hätten die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) mit 63 Basispunkten unverändert gelegen. Zu Jahresbeginn habe traditionell viel Liquidität zur Anlage angestanden, was die Unternehmen zur Platzierung zahlreicher neuer Bonds genutzt hätten. So seien am Primärmarkt innerhalb von nur drei Tagen neue Papiere im Gegenwert von rund 30 Milliarden Euro platziert worden. Insgesamt habe sich das Neuemissionsvolumen von Euro-Unternehmensanleihen (Investment Grade und High Yield) im Januar auf rund 76 Milliarden Euro belaufen.

High Yield-Anleihen (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) seien trotz des allgemeinen Renditerückgangs mit einem kleinen Minus (0,1 Prozent) aus dem Handelsmonat gegangen. Die Spreads hätten sich dort vor allem in der zweiten Monatshälfte ausgeweitet und seien um 44 auf 282 Basispunkte angestiegen. Auch bei den Hybrid-/Nachranganleihen (ICE BofA Merrill Lynch EBSU- und ENSU-Index) seien erhöhte Risikoprämien zu beobachten gewesen, während die Gesamtentwicklung aufgrund der Zinskomponente im leicht positiven Bereich gelegen habe. Bei US-Unternehmenspapieren sei eine ähnliche Entwicklung zu beobachten gewesen. Der ICE BofA Merrill Lynch US-Large Corps.-Index habe auf US-Dollarbasis 2,3 Prozent zugelegt, während sich die Renditeaufschläge im Rahmen der erhöhten Unsicherheit unter den Anlegern um 14 auf 123 Basispunkte ausgeweitet hätten.

Der Unternehmensanleihesektor sollte vom Niedrigzinsumfeld und den fortgeführten EZB-Ankäufen weiterhin gut unterstützt bleiben. (Ausgabe vom 18.02.2020) (19.02.2020/alc/a/a)