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Unsere langfristigen Performance-Erwartungen für verschiedene Vermögensklassen


19.12.17 13:00
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - Risikobehaftete Vermögensklassen werden auch in den nächsten fünf und zehn Jahren höhere Erträge bieten als Staatsanleihen oder relativ risikolose Geldmarktanlagen, so Karsten Junius, Chefökonom bei der Bank J. Safra Sarasin AG.

Insbesondere für 2018 seien die Analysten optimistisch. Die außerordentliche Performance der letzten Jahre lasse sich aber wohl kaum wiederholen.

Die letzten fünf Jahre und im Besonderen 2017 seien von einer sehr guten Performance an den Aktienmärkten, fallenden Risikoaufschlägen für Unternehmensanleihen sowie zurück gehenden bzw. niedrigen Renditen für Staatsanleihen geprägt gewesen. Die Kombination von starkem Wirtschaftswachstum, niedrigen Inflationsraten und extrem niedrigen Leitzinsen, die den Finanzmärkten zu Gute gekommen sei, werde voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2018 noch anhalten, aber nicht für immer. Die Zentralbanken würden voraussichtlich weniger grosszügig Liquidität durch den Ankauf von Vermögenstiteln bereitstellen und im Falle der amerikanischen Notenbank ihre Leitzinsen sogar weiter erhöhen.

Die geplanten Steuersenkungen in den USA würden die Wirtschaft kurzfristig noch einmal anschieben mögen, sie würden das Potenzialwachstum aber wohl kaum zu erhöhen vermögen. Bei nahezu Vollbeschäftigung sowie der Perspektive weiter steigender Zinsen sollte sich das US-Wachstum mit Blick auf 2019 eher etwas moderieren. Ähnliches gelte für den lange Zeit einzigartigen Wachstumsstar China. Allein Euroland und Japan hätten noch das Potenzial für eine längere Zeit überdurchschnittlichen Wachstums, da auch die Inflationsraten etwas länger brauchen würden, den Zielbereich der Zentralbanken zu erreichen und so höhere Leitzinsen beizutragen.

Vor dem Hintergrund ihrer zyklischen Erwartungen für 2018 und 2019 sowie längerfristigen strukturellen Entwicklungen hätten die Analysten analysiert, welche mittelfristigen Erwartungen für die Aktien-, Obligation- und Währungsmärkte zu erwarten seien und welche Entwicklungen miteinander konsistent seien. So sollten sich beispielsweise die ökonomischen Auswirkungen des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs in den Wachstums- und Inflationsprognosen ähnlich widerspiegeln wie in der Zins- und Wechselkursprognose. Der Wechselkurs wiederum habe Effekte auf die Exporttätigkeit sowie die Bewertung ausländischer Erträge in einheimischer Währung - mithin den Aktienmarkt.

Insgesamt seien die Ergebnisse der Analysten beruhigend: Sicherlich seien die zu erwartenden Durchschnittserträge in Zukunft geringer als in der jüngeren Vergangenheit. Risikobehaftete Anlageklassen dürften aber weiter höhere Erträge abwerfen als relativ sichere Anlagen am Geldmarkt oder Staatsanleihen. So würden die Analysten beispielsweise beim MSCI Europa einen Durchschnittsertrag von 4% und über 5% in den nächsten fünf bzw. zehn Jahren erwarten. Die Erwartungen der Analysten für den Schweizer Markt sowie die Schwellenländer seien sogar noch etwas höher. Die Erträge von Staatsanleihen dürften dagegen in der Schweiz und der Europäischen Währungsunion unterhalb der Inflationsraten bleiben und den Preisanstieg nur in den USA ungefähr kompensieren. Bei festverzinslichen Anleihen wären daher Unternehmensanleihen aufgrund ihres Zinsaufschlages auch mittelfristig zu bevorzugen. (19.12.2017/alc/a/a)