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Unruhiger Finanzmarkt


24.10.23 12:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Kapitalmarktwoche war der geopolitische Konflikt im Nahen Osten weiterhin das bestimmende Thema, so die Analysten der DekaBank.

Neben den politischen und humanitären Aspekten würden sich die Marktteilnehmer mit den Folgen für die Weltwirtschaft beschäftigen. Diese seien gegenwärtig noch nicht spürbar, was sich aber bei einer offenen Ausweitung des Konfliktes auf die großen Rohölstaaten der Region ändern würde. Diese Risiken hätten dazu beigetragen, dass der DAX zum Ende der vergangenen Woche die Marke von 15.000 Punkten nach unten durchbrochen habe. Der Ölpreis habe ebenfalls weiter angezogen und die Renditen von Anleihen seien deutlich gestiegen. An den Finanzmärkten werde insbesondere auf die Gefahren eines politischen und militärischen Flächenbrandes im gesamten Nahen Osten geachtet.

Bei allen Krisendiskussionen habe es in der vergangenen Woche aber auch positive Impulse seitens der ökonomischen Daten gegeben. In Deutschland habe sich die Konjunkturstimmung im Oktober leicht verbessert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien besser ausgefallen als erwartet. Zwar lägen die Erwartungen auf einem niedrigen Niveau, trotzdem habe es die dritte Verbesserung in Folge gegeben. Dies gelte ebenfalls für die Eurozone, dort sei der Indikator sogar kräftig angestiegen. Zudem habe es weitere gute Nachrichten bezüglich der Inflation aus der Eurozone gegeben. Die für private Haushalte wichtige Inflationsrate sei deutlich gefallen - die Kernrate liege nun bei 4,5%.

In dieser Woche stehe die nächste Zinsentscheidung der EZB an. Dabei habe EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Anfang der vergangenen Woche ihre Aussage wiederholt, dass man die Zinsen weiter erhöhen würde, falls erforderlich. Dennoch habe sich die Notenbank mit dem aktuellen Zinsniveau zufrieden gezeigt. Es sei davon auszugehen, dass weitere Zinserhöhungen erstmal ausbleiben würden. Die Konjunktur habe an Schwung verloren und die Preise in wichtigen Sektoren würden zurückgehen, sodass eine weitere Erhöhung derzeit nicht erforderlich erscheine. Diese Woche stehe zudem die Unternehmensberichtssaison im Marktfokus. (Ausgabe vom 23.10.2023) (24.10.2023/alc/a/a)