Ungelöstes Inflationsproblem und weitere Leitzinsanhebungen lassen kaum Raum für Optimismus


04.10.22 15:00
Aramea Asset Management

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Das Jahr 2022 wird in der Rangliste der beliebtesten Jahre keine Spitzenposition mehr erreichen, so Felix Herrmann, CFA, Chefvolkswirt von Aramea Asset Management AG.

Soviel dürfte feststehen. Der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, Inflation, Naturkatastrophen noch und zuletzt der Tod von Queen Elizabeth II. - dies seien nur einige Punkte auf der langen Liste der Negativereignisse, die Menschen unterschiedlich stark betreffen würden.

Das finale Quartal dieses Jahres dürfte das Jahresfazit kaum verbessern. Schließlich treibe Anleger nicht mehr die Frage um, ob es im Winterhalbjahr eine Rezession in der Eurozone geben werde, sondern nur noch, wie stark diese ausfallen werde. Die "Cost-of-Living-Crisis" aufgrund hoher Inflation in Europa ist real und wird die Politik auch hier bei uns in Deutschland noch eine ganze Weile auf Trab halten, so Felix Herrmann von Aramea Asset Management AG. Eine Entlastung der Verbraucher heute sei jedoch nur durch mehr Verschuldung und somit theoretisch höhere Steuern morgen zu gewährleisten. Deutschland und Europa hätten durch die jüngsten Krisen ohne Frage an Wohlstand eingebüßt.

Derweil seien Anleger dabei, sich einen Reim aus der aktuellen konjunkturellen Lage und vor allem deren Ernst zu machen. Neben der Klärung dieser eher kurzfristigen Frage befänden sie sich zudem weiter in dem Prozess, sich an eine gänzlich neue Investmentwelt anzupassen. Eine Welt, die unter anderem durch weniger Zentralbankunterstützung, mehr (Makro-)Volatilität und womöglich geringere Erträge aus Risikoanlagen charakterisiert sein dürfte. Wichtig werde sein, bei der Analyse der kurzen Frist nicht die großen tektonischen Plattenverschiebungen außer Acht zu lassen, die sich eher im Hintergrund abspielen würden.

Kurzfristig würden ein ungelöstes Inflationsproblem, weitere Leitzinsanhebungen seitens der Zentralbanken sowie sich eintrübende Unternehmenszahlen kaum Raum für Optimismus lassen. Gleichzeitig mache die positive Korrelation zwischen Aktien und Anleihen das Verstecken vor fallenden Kursen bei Risikoaktiva zu einer echten Herausforderung. Eine eher defensive Ausrichtung der Portfolien scheine weiter das Gebot der Stunde zu sein. Besserung sei erst dann in Sicht, wenn die Inflation nachweislich und deutlich sinke und die Zentralbanken einen Kursschwenk vollführen würden. Die nachfolgende Erholungshausse könnte sich angesichts der hohen Cashquoten vieler Anleger jedoch schnell und kraftvoll vollziehen. (04.10.2022/alc/a/a)





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