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Ungarns Zentralbank sorgt sich um Europas Wachstum


25.04.19 11:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Wirtschaft in Ungarn entwickelt sich weiterhin gut, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Industrieproduktion habe im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent zulegen können, erwartet worden seien lediglich 5,1 Prozent. Die Zentralbank habe zuletzt ihre Vorhersage für das diesjährige Wirtschaftswachstum von 3,5 auf 3,8 Prozent erhöht. Sorge bereite hingegen das globale und insbesondere das europäische Wirtschaftswachstum. Bei ihrem März-Treffen hätten die ungarischen Währungshüter daher etwas Abstand von einer restriktiveren Geldpolitik genommen.

Die Notenbank rechne für die kommenden Jahre mit einer Inflationsrate in der Nähe der Drei-Prozent-Zielmarke. Für dieses Jahr sei die Prognose von 2,9 auf 3,1 Prozent angehoben worden. In der Begründung sei auf externe Inflationsrisiken verwiesen worden. Hierzu zähle auch der steigende Ölpreis, der sich in Ungarn stärker als in den anderen osteuropäischen Volkswirtschaften in den Preisen niederschlage. Zu beobachten gewesen sei dieser Effekt bereits im März, die Inflationsrate sei überraschend stark auf 3,7 Prozent angestiegen. Die Deutsche Bank geht daher weiterhin von einer sanften Straffung der Geldpolitik im Sommer aus. Für den Forint, der seit Monatsbeginn gegenüber dem Euro nahezu unverändert notiere, könnte dies einen leichten Auftrieb bedeuten. (25.04.2019/alc/a/a)