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Ungarn: Zinssenkungen nun im Fokus


11.10.23 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Einzelhandelsumsätze Ungarns im Juli enttäuschten mit einem Minus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr die Erwartungen, so die Analysten von Postbank Research.

Zwar dürften die kommenden Umsatzdaten für den August aufgrund der Leichtathletik-WM höher ausfallen, eine Trendwende für den privaten Konsum daraus abzuleiten wäre jedoch verfrüht. Die Realeinkommensverluste der vergangen Monate würden eine schnelle Erholung der Konsumausgaben unwahrscheinlich machen.

Mit 16,4 Prozent habe die Inflation im August moderat unterhalb des Vormonatswertes von 17,6 Prozent gelegen. Der Rückgang der Teuerung habe damit etwas an Schwung verloren. Doch habe das maßgeblich an auslaufenden staatlichen Preiskontrollen auf Nahrungsmitteln sowie steigenden Kraftstoffpreisen gelegen. Analysten würden einstellige Inflationsraten im November jedoch für möglich halten, da der Preisanstieg in den übrigen Kategorien zuletzt in der Breite rückläufig gewesen sei.

Die Notenbank habe sich etwas restriktiver gezeigt, nachdem sie ihre Notfallmaßnahmen zur Bekämpfung der Forint-Schwäche zurückgefahren habe. Zudem hätten die Währungshüter eine weitere Vereinfachung ihrer geldpolitischen Instrumente angekündigt. Nachdem die Overnight Deposit Rate nun auf das Niveau der Base Rate gesunken sei, dürften beide in den kommenden Monaten weiter gesenkt werden.

Die Postbank rechne damit, dass der Ungarische Forint (HUF) zum Euro (EUR/HUF 387,05) in den kommenden sechs Monaten leicht in Richtung 391,25 abwerten dürfte. (Ausgabe Währungsbulletin Oktober 2023) (11.10.2023/alc/a/a)