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Ungarn: Zinssenkung dürfte verschoben werden


15.01.25 09:56
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Der starke Verfall des Forint-Wechselkurses hat nach Ansicht von Ökonom:innen zu einer höher als erwarteten Inflation in Ungarn geführt, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Nach den Daten des Statistischen Zentralamtes sei der jährliche Preisanstieg von 3,7% im November auf 4,6% im Dezember gestiegen, während Expert:innen mit 4,4% gerechnet hätten. Die Kerninflation habe ebenfalls zugenommen: von 4,4% im November auf 4,7% im Dezember. Der Wert liege damit weiter vom Ziel der MNB entfernt (gewünschte Rate unter 3%). Vor diesem Hintergrund würden Expert:innen davon ausgehen, dass die Ungarische Nationalbank (MNB) in der kommenden Zeit sicherlich nicht in der Lage sein werde, ihre Geldpolitik zu lockern.

Aufgrund höherer Inflationsrisiken, des schwachen Forint und der Entwicklung der internationalen geldpolitischen Erwartungen werde der Termin für die erste Zinssenkung in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit verschoben. Eine minimale Zinssenkung (0,25%) des Leitzinses sei erst im 2. Quartal zu erwarten. Nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten sei der Forint ziemlich stabil geblieben, und das Währungspaar EUR/HUF (Ungarischer Forint) bewege sich aktuell um die Marke 411,54. (15.01.2025/alc/a/a)