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Ungarn: Notenbank könnte Zins um 100 Basispunkte senken


29.01.24 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Industrieproduktion in Ungarn setzte im November mit 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker zurück, als von den meisten Analysten erwartet wurde, so die Analysten von Postbank Research.

Ähnlich wie in anderen osteuropäischen Ländern sei der starke Einbruch durch die schwache externe Nachfrage zu erklären. Die negative Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe dürfte das Wachstum Ungarns auch im Schlussquartal belastet haben.

Etwas besser, aber weiter im rückläufigen Bereich, habe sich die Lage im Einzelhandel gezeigt. Die Umsätze seien im November "nur noch" um 5,4 Prozent zurückgegangen. Der weniger stark als erwartete Rückgang beruhe auf höherer Nachfrage aufgrund von Rabattaktionen. Eine Erholung der Realeinkommen sei auch in Ungarn zu beobachten, doch könnte es hier eine längere Zeit dauern, bis diese zu höheren Konsumausgaben führe.

Die Inflationsrate habe im Dezember abermals zurückgesetzt und auf Jahressicht nun bei 5,5 Prozent gelegen. Trotz der zuletzt günstigen Entwicklung bleibe 2023 mit einer durchschnittlichen Inflation in Höhe von 17,6 Prozent in schlechter Erinnerung.

Der nachlassende Preisdruck, der auch unter der Prognose der Zentralbank gelegen habe, sowie die schwache Konjunkturlage dürfte die Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung veranlassen, den Leitzins um 100 Basispunkte zu senken. Dies könnte den Außenwert des Ungarischen Forint (HUF) (zumindest kurzfristig) belasten.

Die Postbank erwarte für die kommenden sechs Monate eine leichte Abwertung des Forints auf EUR/HUF 386,5. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2024) (29.01.2024/alc/a/a)