Erweiterte Funktionen

Ungarn: Die Notenbank in der Zwickmühle


13.02.25 08:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die ungarische Notenbank MNB steht vor einem Dilemma, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der HUF (Ungarischer Forint) habe sich in den letzten Wochen zwar leicht erholen können, liege aber immer noch über der Marke von 400. Die MNB habe den Leitzins zuletzt konstant bei 6,50% belassen, während die EZB kontinuierlich die Zinsen gesenkt habe. Zuletzt veröffentlichte Wirtschaftsdaten (Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze) seien deutlich unter den Erwartungen geblieben. Eine Zinssenkung würde der Wirtschaft guttun. Gleichzeitig könnte dies aber den HUF weiter schwächen und die Inflation anheizen. Apropos Inflation: Diese sei entgegen den Erwartungen kräftig angestiegen und liege im Januar im Jahresvergleich bei 5,5%. Betrachte man die steigende Inflation, müssten sogar Zinserhöhungen die Folge sein. Zwar würde dies den schwachen HUF stärken, auf der anderen Seite aber die ohnehin schwächelnde Wirtschaft weiter bremsen. Zu diesem eher trüben Bild geselle sich auch noch die regelmäßige Einmischung von Regierungspolitikern in die Zentralbankpolitik hinzu. Erst vor wenigen Tagen habe der ungarische Wirtschaftsminister die Wiedereinführung von Preisobergrenzen für Grundnahrungsmittel und Energie vorgeschlagen. Eine Strategie, die schon in den letzten Jahren versucht worden sei, aber keinen positiven Effekt erzielt habe. (13.02.2025/alc/a/a)