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Ungarn: Neuer Notenbankchef und ein Gedankenkarussell
04.12.24 09:28
Oberbank
Linz (www.anleihencheck.de) - Im März 2025 endet das Mandat des aktuellen ungarischen Notenbank-Gouverneurs György Matolcsy und der gegenwärtige Finanzminister Mihaly Varga übernimmt das Amt, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.
Varga sei ein Vertrauter Orbans. Einzelne Regierungsmitglieder hätten in der Vergangenheit die Zinspolitik der Notenbank kritisiert und niedrigere Zinsen gefordert. Die Inflation sei in Ungarn deutlich zurückgegangen. Der Spitzenwert habe bei 25,7% gelegen und sei heute bei 3,2%. Betrachte man isoliert diese Daten, könne man den Leitzins (aktuell 6,50%) nach unten anpassen, wäre da nicht die Schwäche des Ungarischen Forint (HUF). EUR/HUF notiere derzeit über 410,00. Ein schwacher Forint verteuere die Energieimporte und generiere dadurch Inflation. Das sei ein Fakt.
Und jetzt komme man zum Gedankenkarussell eines Devisenhändlers: Werde der Leitzins tatsächlich gesenkt, könnte man das als Schwäche der Notenbank interpretieren, da man den politischen Forderungen nachgekommen sei. Die Unabhängigkeit der Notenbank wäre damit angekratzt. Das Vertrauen in den Forint würde nachlassen und die Währung weiter abwerten. Folglich nehme der Inflationsdruck durch teure Energieimporte weiter zu. Die Konsequenz wäre dann sogar die Notwendigkeit von Zinserhöhungen. Doch dies wäre durch die politische Einflussnahme fraglich.
Folglich drohe eine weitere Kursabwertung des Forint wegen fehlendem Vertrauen in das Mandat der Notenbank. Es sei ein Teufelskreis. Dem Forint drohe in diesem Gedankenkarussell ein ähnliches Schicksal wie der Türkischen Lira. Als EU-Mitgliedsland sollte es aber hier bei einem Gedankenkarussell bleiben. Als Fazit bleibe, dass die Währung EUR/HUF ein sehr hohes Unsicherheitsniveau habe. Egal ob politisch durch die Diskussionen zwischen der Regierung Orbans mit der EU oder wirtschaftliche Fakten, wie die Inflation, Jugendarbeitslosigkeit oder die Verflechtung mit der deutschen Autoindustrie. Für den Forint gelte: Absichern sei das Gebot der Stunde. (04.12.2024/alc/a/a)
Varga sei ein Vertrauter Orbans. Einzelne Regierungsmitglieder hätten in der Vergangenheit die Zinspolitik der Notenbank kritisiert und niedrigere Zinsen gefordert. Die Inflation sei in Ungarn deutlich zurückgegangen. Der Spitzenwert habe bei 25,7% gelegen und sei heute bei 3,2%. Betrachte man isoliert diese Daten, könne man den Leitzins (aktuell 6,50%) nach unten anpassen, wäre da nicht die Schwäche des Ungarischen Forint (HUF). EUR/HUF notiere derzeit über 410,00. Ein schwacher Forint verteuere die Energieimporte und generiere dadurch Inflation. Das sei ein Fakt.
Und jetzt komme man zum Gedankenkarussell eines Devisenhändlers: Werde der Leitzins tatsächlich gesenkt, könnte man das als Schwäche der Notenbank interpretieren, da man den politischen Forderungen nachgekommen sei. Die Unabhängigkeit der Notenbank wäre damit angekratzt. Das Vertrauen in den Forint würde nachlassen und die Währung weiter abwerten. Folglich nehme der Inflationsdruck durch teure Energieimporte weiter zu. Die Konsequenz wäre dann sogar die Notwendigkeit von Zinserhöhungen. Doch dies wäre durch die politische Einflussnahme fraglich.
Folglich drohe eine weitere Kursabwertung des Forint wegen fehlendem Vertrauen in das Mandat der Notenbank. Es sei ein Teufelskreis. Dem Forint drohe in diesem Gedankenkarussell ein ähnliches Schicksal wie der Türkischen Lira. Als EU-Mitgliedsland sollte es aber hier bei einem Gedankenkarussell bleiben. Als Fazit bleibe, dass die Währung EUR/HUF ein sehr hohes Unsicherheitsniveau habe. Egal ob politisch durch die Diskussionen zwischen der Regierung Orbans mit der EU oder wirtschaftliche Fakten, wie die Inflation, Jugendarbeitslosigkeit oder die Verflechtung mit der deutschen Autoindustrie. Für den Forint gelte: Absichern sei das Gebot der Stunde. (04.12.2024/alc/a/a)


