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Ungarische Anleihen brechen im Juli regelrecht ein


15.08.14 16:19
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - In Ungarn zeigt die Industrieproduktion zuletzt wieder Abschwächungstendenzen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".

Die Teuerungsrate sei weiter auf -0,3% p.a. zurückgegangen und habe die Notenbank zu einer weiteren - und dem Vernehmen nach letzten - Leitzinssenkung um weitere 0,2% auf 2,1% veranlasst. Wichtigstes Thema bleibe derzeit die weitere Belastung des Bankensystems des Landes durch die geplante zwangsweise Konvertierung von Fremdwährungskrediten.

Die Banken müssten dabei gerichtlich den Beweis antreten, dass ihre früher vorgenommen einseitigen Konditionsanpassungen fair gewesen seien, anderenfalls würden diese rückwirkend für unwirksam erklärt. Die genauen Auswirkungen würden damit zunächst noch unklar bleiben; eine Schätzung der ungarischen Notenbank beziffere die möglichen Belastungen für das gesamte Bankensystem in Ungarn auf ca. 2 bis 3 Milliarden Euro.

Ungarische Anleihen seien im Juli regelrecht eingebrochen; sie hätten faktisch die gesamte seit dem Jahreswechsel erzielte Performance wieder abgegeben. Der ungarische Aktienmarkt sei ebenfalls deutlich gefallen und habe im Juli fast 6% verloren. (Ausgabe August 2014) (15.08.2014/alc/a/a)