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Der Ukraine-Krieg dürfte die Geldpolitik nicht beeinflussen
04.03.22 10:15
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die russische Invasion könnte ihre Rolle als kursbestimmender Faktor in den kommenden Tagen ein Stück weit verlieren, sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Künftig würden sich die Marktteilnehmer wieder verstärkt auf die Fundamentaldaten konzentrieren.
Der Schock der russischen Invasion in der Ukraine habe dazu geführt, dass die Europäische Union gemeinsam mit anderen Ländern ein umfassendes Sanktionspaket geschnürt habe. Dieses entfalte bereits eine lähmende Wirkung auf die russische Wirtschaft: Der Bankensektor stehe vor dem Zusammenbruch, der Lebensstil der Oligarchen sei in Gefahr und die Not werde bald in ganz Russland spürbar sein.
Was die Weltwirtschaft anbelange, so könnten sich drei Faktoren auf das Wachstum auswirken:
- Die Unterbrechung der Versorgungskette aufgrund der Abschottung Russlands
- Die Auswirkungen der steigenden Rohstoffnotierungen, vor allem des Ölpreises, auf die Einkommen
- Eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen infolge der ungünstigen Marktentwicklung
Von all diesen Entwicklungen dürfte die Eurozone stärker betroffen sein als die USA. Wenn der Ölpreis unter 120 US-Dollar pro Barrel bleibe, würden die gestiegenen Notierungen das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone nach heutigem Kenntnisstand jedoch nur um 1 bis 1,5 Prozent beeinträchtigen. Gleichzeitig würde die Inflation wohl in diesem Maße steigen.
Ob der Konflikt in der Ukraine mittelfristig die Geldpolitik beeinflussen werde, sei fraglich. Die Experten würden nach wie vor davon ausgehen, dass die US-Notenbank Federal Reserve im Jahr 2022 sechs Zinserhöhungen vornehmen und die Zinsen auf 1,5 Prozent anheben werde. Die Inflation sei weiterhin ein Problem, das konjunkturelle Umfeld jedoch robust. In der Eurozone würden die Experten erwarten, dass die Ankäufe von Vermögenswerten Ende dieses Jahres eingestellt würden und die Zinsen bis März 2023 auf 0 Prozent steigen würden.
In Bezug auf die Schwellenländer sei die Stimmung unter Investoren relativ robust gewesen, wenn man von Russland und seiner unmittelbaren Nachbarschaft absehe. Die höheren Ölpreise würden Energieimporteure wie Indien und die Türkei belasten und Rohstoffexporteure begünstigen. Die Lockerung der chinesischen Geldpolitik führe zu einer gewissen Aufhellung der konjunkturellen Aussichten. Dies sei ebenso ein unterstützender Faktor wie das rasche Abebben der Pandemie. Vor diesem Hintergrund gebe es in den Schwellenländern Vermögenswerte, die im Zuge der Volatilität aus Sicht der Experten falsch bewertet würden.
In den kommenden Tagen dürften Wut und Empörung im Westen angesichts des Krieges nicht abnehmen. Aus einer reinen Finanzmarktperspektive sei es aber möglich, dass der Einfluss auf die Kurse sinken werde, da sich die Anleger wieder auf die makroökonomischen und unternehmerischen Fundamentaldaten konzentrieren würden. (04.03.2022/alc/a/a)
Künftig würden sich die Marktteilnehmer wieder verstärkt auf die Fundamentaldaten konzentrieren.
Der Schock der russischen Invasion in der Ukraine habe dazu geführt, dass die Europäische Union gemeinsam mit anderen Ländern ein umfassendes Sanktionspaket geschnürt habe. Dieses entfalte bereits eine lähmende Wirkung auf die russische Wirtschaft: Der Bankensektor stehe vor dem Zusammenbruch, der Lebensstil der Oligarchen sei in Gefahr und die Not werde bald in ganz Russland spürbar sein.
Was die Weltwirtschaft anbelange, so könnten sich drei Faktoren auf das Wachstum auswirken:
- Die Auswirkungen der steigenden Rohstoffnotierungen, vor allem des Ölpreises, auf die Einkommen
- Eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen infolge der ungünstigen Marktentwicklung
Von all diesen Entwicklungen dürfte die Eurozone stärker betroffen sein als die USA. Wenn der Ölpreis unter 120 US-Dollar pro Barrel bleibe, würden die gestiegenen Notierungen das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone nach heutigem Kenntnisstand jedoch nur um 1 bis 1,5 Prozent beeinträchtigen. Gleichzeitig würde die Inflation wohl in diesem Maße steigen.
Ob der Konflikt in der Ukraine mittelfristig die Geldpolitik beeinflussen werde, sei fraglich. Die Experten würden nach wie vor davon ausgehen, dass die US-Notenbank Federal Reserve im Jahr 2022 sechs Zinserhöhungen vornehmen und die Zinsen auf 1,5 Prozent anheben werde. Die Inflation sei weiterhin ein Problem, das konjunkturelle Umfeld jedoch robust. In der Eurozone würden die Experten erwarten, dass die Ankäufe von Vermögenswerten Ende dieses Jahres eingestellt würden und die Zinsen bis März 2023 auf 0 Prozent steigen würden.
In Bezug auf die Schwellenländer sei die Stimmung unter Investoren relativ robust gewesen, wenn man von Russland und seiner unmittelbaren Nachbarschaft absehe. Die höheren Ölpreise würden Energieimporteure wie Indien und die Türkei belasten und Rohstoffexporteure begünstigen. Die Lockerung der chinesischen Geldpolitik führe zu einer gewissen Aufhellung der konjunkturellen Aussichten. Dies sei ebenso ein unterstützender Faktor wie das rasche Abebben der Pandemie. Vor diesem Hintergrund gebe es in den Schwellenländern Vermögenswerte, die im Zuge der Volatilität aus Sicht der Experten falsch bewertet würden.
In den kommenden Tagen dürften Wut und Empörung im Westen angesichts des Krieges nicht abnehmen. Aus einer reinen Finanzmarktperspektive sei es aber möglich, dass der Einfluss auf die Kurse sinken werde, da sich die Anleger wieder auf die makroökonomischen und unternehmerischen Fundamentaldaten konzentrieren würden. (04.03.2022/alc/a/a)


