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US-Treasuries bei 5,15% - Bosch sammelt 4 Mrd. EUR - EZB-Rede im Blick


23.05.25 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Pfandbriefbanken vergaben im ersten Quartal 2025 Immobilienkredite in Höhe von EUR 36,1 Mrd., so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".

Im Vorquartalsvergleich korrespondiere dies mit einer zweistelligen Zunahme von 19,1%. Laut dem Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) habe es dabei insbesondere bei der Kreditvergabe von Wohnimmobilien eine deutliche Belebung gegeben. Bei den Gewerbeimmobiliendarlehen bleibe das Kreditgeschäft "nach wie vor verhalten". Mit einem Volumen in Höhe von EUR 11,7 Mrd. bewege sich der Wert hier nur im Durchschnitt der vorangegangen Quartale.

Tagesausblick: Das Ende der Handelswoche zeige sich nach der ersten Schätzung der japanischen Inflation heute eher ruhig. Am Vormittag können wir aber noch ein zentralbankseitiges Highlight in Form einer Rede von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane aus Florenz erwarten, so die Analysten der NORD/LB. Außerdem würden die Neubauverkäufe in den USA einen Hinweis darauf geben, wie die derzeitige Situation in der zuletzt gebeutelten Immobilienbranche aussehe.

Der US-Treasury-Markt komme nicht zur Ruhe: Zolleskapaden, die Sorge um den USD als Weltankerwährung, der Verlust des AAA-Ratings. Das Reiten auf der US-Zinsstrukturkurve gleiche in den letzten Wochen einer Achterbahnfahrt. Die Steuerreform von Donald Trump komme bei den Anleihe-Investoren überhaupt nicht gut an. Erinnerungen an das "Great Bond Massacre" aus dem Jahr 1994 würden ins Gedächtnis gerufen. Gestern hätten die Investoren erneut den warnenden Zeigefinger gezeigt. Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen hätten mit 5,15% den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Bereits einen Tag zuvor habe eine Auktion von 20-jährigen Treasuries nur eine geringe Nachfrage erweckt!

Der Autozuzlieferer Bosch habe erfolgreich Anleihen mi einem Emissionsvolumen in Höhe von EUR 4,0 Mrd. begeben (das Orderbuch sei mehrfach überzeichnet gewesen). Das eingesammelte Geld solle für die Finanzierung von Übernahmen und Investitionen verwendet werden (Teile auch für die Übernahme des US-Unternehmens Johnson Controls). Eine Transaktion in dieser Größenordnung (sogenannter Jumbo-Bond) hätten die Stuttgarter letztmalig vor zwei Jahren durchgeführt (damals mit einer Größenordnung von EUR 4,5 Mrd.). Die Primärmarkt-Transaktion umfasse Laufzeiten von 1,5 bis 12 Jahren und sei mit Coupons zw. 2,75% und 4,00% ausgestattet. (23.05.2025/alc/a/a)