Erweiterte Funktionen
US-Staatsverschuldung: 134% BIP bis 2035 - Märkte nervös
23.05.25 11:45
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Herabstufung des Ratings durch Moody's sowie neue, kostspielige Steuersenkungsgesetze sorgen für Nervosität unter den Investoren am Rentenmarkt, so Ulf Krauss von der Helaba.
Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries habe zuletzt bei rund 4,5% notiert und liege damit nicht weit von der für den US-Haushalt als kritisch eingestuften 5-Prozent-Marke entfernt. Bei 30-jährigen US-Treasuries sei diese Marke bereits überschritten worden - sie hätten zeitweise auf dem höchsten Stand seit fast 18 Jahren notiert.
Die zeitgleiche Rückbildung der Kreditausfallprämien für US-Staatsanleihen zeige jedoch, dass das Thema "hohe Staatsverschuldung" inzwischen weitgehend eingepreist sei. Die Argumentation der Ratingagentur bringe vordergründig auch nichts wesentlich Neues: Anhaltend hohe Haushaltsdefizite würden zu einer kontinuierlich steigenden Staatsverschuldung führen. In Verbindung mit einem höheren Zinsniveau ergebe sich für den Staat eine wachsende Zinslast. Höhere Zinszahlungen und steigende Ausgaben für Sozialleistungen bei vergleichsweise geringen Einnahmen würden Risiken bergen. Wirksame Gegenmaßnahmen der US-Regierung, um diese Entwicklung zu stoppen, seien nicht in Sicht.
Laut Basisszenario von Moody's würde sich das Staatsdefizit von 6,4% im Jahr 2024 auf knapp 9% im Jahr 2035 erhöhen. Dabei wachse die Gesamtverschuldung von 98% des BIP auf etwa 134%. Im selben Zeitraum würden die Zinszahlungen des Bundes von 18% Anteil am Bundeshaushalt auf rund 30% steigen. Dieser Wert habe 2021 noch bei 9% gelegen.
Als Rahmenbedingungen für das Basisszenario würden grundlegende Dinge wie die Wahrung von Rechtsstaatlichkeit und eine funktionierende Gewaltenteilung explizit angesprochen. Des Weiteren gehe Moody's davon aus, dass die erfolgreiche Geldpolitik der unabhängigen US-Notenbank fortgesetzt werde. Nach den verbalen Attacken des US-Präsidenten auf den FED-Chef komme solchen Bemerkungen eine besondere Bedeutung zu. Sie dürften ebenfalls zur harschen Gegenreaktion aus dem Weißen Haus beigetragen haben.
Das auch unter den Republikanern umstrittene Steuerpaket von Trump, welches den Haushalt nach Ansicht des IWF noch stärker in Schieflage bringen würde, befinde sich in der finalen Phase. Ob das von der Regierung als "One big beautiful bill" ("großer, schöner Gesetzesentwurf") bezeichnete Projekt aber auf Gegenliebe an den Finanzmärkten treffe, sei fraglich. Besonders im Fokus stünden der US-Dollar und die US-Staatsanleihen.
Auch in Deutschland werde die Verschuldung in den kommenden zehn Jahren deutlich steigen - von aktuell 62% auf grob geschätzte 80% des BIP. Ein größeres Angebot an Bundesanleihen, die expansive Fiskalpolitik im Euroraum und die damit verbundenen möglichen Wachstums- und Inflationseffekte würden den Spielraum für Zinssenkungen der EZB einengen. Dadurch würden die Chancen auf spürbar niedrigere Kapitalmarktzinsen begrenzt. (23.05.2025/alc/a/a)
Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries habe zuletzt bei rund 4,5% notiert und liege damit nicht weit von der für den US-Haushalt als kritisch eingestuften 5-Prozent-Marke entfernt. Bei 30-jährigen US-Treasuries sei diese Marke bereits überschritten worden - sie hätten zeitweise auf dem höchsten Stand seit fast 18 Jahren notiert.
Die zeitgleiche Rückbildung der Kreditausfallprämien für US-Staatsanleihen zeige jedoch, dass das Thema "hohe Staatsverschuldung" inzwischen weitgehend eingepreist sei. Die Argumentation der Ratingagentur bringe vordergründig auch nichts wesentlich Neues: Anhaltend hohe Haushaltsdefizite würden zu einer kontinuierlich steigenden Staatsverschuldung führen. In Verbindung mit einem höheren Zinsniveau ergebe sich für den Staat eine wachsende Zinslast. Höhere Zinszahlungen und steigende Ausgaben für Sozialleistungen bei vergleichsweise geringen Einnahmen würden Risiken bergen. Wirksame Gegenmaßnahmen der US-Regierung, um diese Entwicklung zu stoppen, seien nicht in Sicht.
Als Rahmenbedingungen für das Basisszenario würden grundlegende Dinge wie die Wahrung von Rechtsstaatlichkeit und eine funktionierende Gewaltenteilung explizit angesprochen. Des Weiteren gehe Moody's davon aus, dass die erfolgreiche Geldpolitik der unabhängigen US-Notenbank fortgesetzt werde. Nach den verbalen Attacken des US-Präsidenten auf den FED-Chef komme solchen Bemerkungen eine besondere Bedeutung zu. Sie dürften ebenfalls zur harschen Gegenreaktion aus dem Weißen Haus beigetragen haben.
Das auch unter den Republikanern umstrittene Steuerpaket von Trump, welches den Haushalt nach Ansicht des IWF noch stärker in Schieflage bringen würde, befinde sich in der finalen Phase. Ob das von der Regierung als "One big beautiful bill" ("großer, schöner Gesetzesentwurf") bezeichnete Projekt aber auf Gegenliebe an den Finanzmärkten treffe, sei fraglich. Besonders im Fokus stünden der US-Dollar und die US-Staatsanleihen.
Auch in Deutschland werde die Verschuldung in den kommenden zehn Jahren deutlich steigen - von aktuell 62% auf grob geschätzte 80% des BIP. Ein größeres Angebot an Bundesanleihen, die expansive Fiskalpolitik im Euroraum und die damit verbundenen möglichen Wachstums- und Inflationseffekte würden den Spielraum für Zinssenkungen der EZB einengen. Dadurch würden die Chancen auf spürbar niedrigere Kapitalmarktzinsen begrenzt. (23.05.2025/alc/a/a)


