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US-Staatsanleihenmarkt: Renditen deutlich gestiegen


22.10.24 08:54
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die deutlich gestiegenen Renditen am als sicher geltenden US-Staatsanleihenmarkt erwiesen sich als Belastung, so die Analysten der Nord LB.

Börsianer hätten dies mit der Sorge begründet, dass nach den Präsidentschaftswahlen am 5. November die Staatsschulden deutlich steigen könnten - unabhängig vom Ausgang.

Der im vergangenen Jahr begonnene Rückgang der deutschen Erzeugerpreise (Signalgeber für die Entwicklung der Verbraucherpreise) habe sich im September wegen billigerer Energie überraschend stark beschleunigt. Die Hersteller gewerblicher Produkte - von Butter bis Gas - hätten durchschnittlich 1,4% weniger verlangt für ihre Erzeugnisse als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Das sei bereits der 15. Rückgang in Folge gewesen. Ökonomen hätten nur mit einem Minus von 1% gerechnet, nachdem es im Juli und August noch jeweils einen Rückgang von 0,8% gegeben habe. In der Statistik würden die Preise für Produkte von Herstellern geführt, bevor sie weiterverarbeitet würden oder in den Groß- und Einzelhandel kämen.

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern seien im September kräftig gestiegen. Sie hätten sich um knapp 7% im Vergleich zum Vorjahresmonat auf mehr als 86 Mrd. EUR erhöht. Wegen der mauen Wirtschaftsentwicklung seien die Steuereinnahmen in diesem Jahr bislang sehr schwankungsanfällig.

Der Internationale Währungsfonds wolle seine neuen Prognosen für die Weltwirtschaft veröffentlichen. Im Juli habe der IWF noch Wachstumsraten von etwas über 3% für die Jahre 2024 und 2025 in Aussicht gestellt. Daran dürfte sich nicht viel ändern, wie IWF-Chefin Georgiewa bereits angedeutet habe. Globale Wachstumstreiber seien vor allem Indien und China. Die Aussichten für die zuletzt schon abgeschlagene deutsche Wirtschaft dürften sich vermutlich noch einmal eingetrübt haben. (22.10.2024/alc/a/a)