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US-Staatsanleihen markieren Rekord-Renditetief
11.03.20 11:00
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nachdem sich die Rendite von zehnjährigen US-Schatzanweisungen Ende Januar der wichtigen Marke von 1,5 Prozent angenähert hatte, sorgten gute Konjunkturdaten für eine Korrektur in Richtung von 1,7 Prozent, so die Experten von Union Investment.
Danach hätten die Papiere lange Zeit seitwärts gehandelt, bis sich das SARS-CoV-2-Virus auch auf andere Länder ausgebreitet habe. Bei den Marktteilnehmern hätten in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zugenommen. Aufgrund der tiefen Integration der chinesischen Wirtschaft in die weltweiten Lieferketten sei es bereits bei einigen US-Unternehmen (Apple) zu ersten Gewinnwarnungen gekommen. Anleger würden nun fürchten, dass auch in anderen Ländern mögliche Schließungen von Produktionsstätten spürbar negative Effekte auf das jeweilige Wachstum haben könnten.
In diesem Umfeld seien die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen als sicherer Hafen gefragt gewesen. Die Rendite zehnjähriger Papiere sei bis zum Monatsende auf 1,15 Prozent zurückgegangen. Damit sei ein Rekordtief erreicht worden. Selbst lange Zeitreihen, die bis 1790 zurückgehen würden, würden kein derartiges Niveau verzeichnen. Trotz der starken Kursbewegung am langen Ende sei die Zinsstrukturkurve sogar noch steiler geworden. Am kurzen Ende hätten die Marktteilnehmer begonnen gleich mehrere Zinsschritte der US-Notenbank einzupreisen. Eine erste Zinssenkung werde bereits für März in Erwägung gezogen. Die Kommentare der US-Währungshüter seien eher verhalten ausgefallen. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im Februar mit 2,8 Prozent deutlich hinzugewonnen.
Darüber hinaus habe der US-Wahlkampf Fahrt aufgenommen. Nach den ersten Vorwahlen führe Bernie Sanders das Rennen um eine Nominierung der Demokraten an. Insgesamt sei seiner Partei aber der Start ins Wahljahr misslungen. Die Buchmacher würden derzeit Amtsinhaber Donald Trump Chancen auf eine Wiederwahl einräumen. Sanders wolle die Steuerlast der wohlhabenden US-Bürger deutlich erhöhen und plane unter anderem verschiedene Märkte - darunter auch den Finanzmarkt - stärker zu regulieren. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte dürfte der Wahlkampf für größere Kursschwankungen sorgen. Zunächst gelte es aber, die weitere Entwicklung von COVID-19 zu beobachten. (Ausgabe vom 10.03.2020) (11.03.2020/alc/a/a)
Danach hätten die Papiere lange Zeit seitwärts gehandelt, bis sich das SARS-CoV-2-Virus auch auf andere Länder ausgebreitet habe. Bei den Marktteilnehmern hätten in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zugenommen. Aufgrund der tiefen Integration der chinesischen Wirtschaft in die weltweiten Lieferketten sei es bereits bei einigen US-Unternehmen (Apple) zu ersten Gewinnwarnungen gekommen. Anleger würden nun fürchten, dass auch in anderen Ländern mögliche Schließungen von Produktionsstätten spürbar negative Effekte auf das jeweilige Wachstum haben könnten.
In diesem Umfeld seien die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen als sicherer Hafen gefragt gewesen. Die Rendite zehnjähriger Papiere sei bis zum Monatsende auf 1,15 Prozent zurückgegangen. Damit sei ein Rekordtief erreicht worden. Selbst lange Zeitreihen, die bis 1790 zurückgehen würden, würden kein derartiges Niveau verzeichnen. Trotz der starken Kursbewegung am langen Ende sei die Zinsstrukturkurve sogar noch steiler geworden. Am kurzen Ende hätten die Marktteilnehmer begonnen gleich mehrere Zinsschritte der US-Notenbank einzupreisen. Eine erste Zinssenkung werde bereits für März in Erwägung gezogen. Die Kommentare der US-Währungshüter seien eher verhalten ausgefallen. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im Februar mit 2,8 Prozent deutlich hinzugewonnen.
Darüber hinaus habe der US-Wahlkampf Fahrt aufgenommen. Nach den ersten Vorwahlen führe Bernie Sanders das Rennen um eine Nominierung der Demokraten an. Insgesamt sei seiner Partei aber der Start ins Wahljahr misslungen. Die Buchmacher würden derzeit Amtsinhaber Donald Trump Chancen auf eine Wiederwahl einräumen. Sanders wolle die Steuerlast der wohlhabenden US-Bürger deutlich erhöhen und plane unter anderem verschiedene Märkte - darunter auch den Finanzmarkt - stärker zu regulieren. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte dürfte der Wahlkampf für größere Kursschwankungen sorgen. Zunächst gelte es aber, die weitere Entwicklung von COVID-19 zu beobachten. (Ausgabe vom 10.03.2020) (11.03.2020/alc/a/a)


