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US-Staatsanleihen brauchen Orientierung


25.08.23 09:15
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Jackson Hole gibt Jerome Powell die Gelegenheit, erneut eine Botschaft der FED zu transportieren, so Sonia Meskin, Head of US Macro bei BNY Mellon Investment Management.

Es gehe darum, die Datenabhängigkeit der US-Notenbank zu betonen und so die Anleger darauf vorzubereiten, dass bei der FED-Sitzung im September eine Anhebung der Zinsprognose zu erwarten sei.

Seit der letzten FED-Prognose im Juni seien die US-Wirtschaft und -Beschäftigtenzahlen überraschend kräftig gewachsen. Negativ überrascht hätten Bereiche wie Hotels und Flugtickets, die aber ohnehin schwankungsanfällig seien, sodass dieser Trend womöglich nicht von Dauer sein werde. Allerdings liege die Kerninflation immer noch weit über dem 2-Prozent-Ziel der FED.

Seit das Federal Reserve Open Market Committee (FOMC) - das geldpolitisch entscheidende Gremium der FED - das Protokoll seiner Sitzung vom Juli veröffentlicht habe, seien die Renditen von US-Staatsanleihen gestiegen. Aus Sicht der Experten habe diese Entwicklung vor allem drei Gründe: Erstens eine unerwartet falkenhafte Kommunikation der Notenbank und zweitens die Ankündigung über einen höheren Finanzierungsbedarf der US-Staatsanleihen und die daraus resultierende Emissionstätigkeit. Drittens würden Marktbeobachter befürchten, dass die Nachfrage japanischer Anleger nach US-Staatsanleihen angesichts der jüngsten Maßnahmen der Bank of Japan nachlassen könnte. In Verbindung mit der Abschwächung des Yen mache dies den Kauf von US-Staatsanleihen für japanische Anleger auf währungsgesicherter Basis weniger attraktiv.

Aber selbst, wenn die Wachstumsdynamik in den USA anhalte und die Renditen bis 2023 auf einem höheren Niveau als zuvor bleiben würden, würden hochwertige festverzinsliche Wertpapiere immer noch eine attraktive risikoadjustierte Anlagemöglichkeit darstellen. Langfristige Anleger könnten damit über eine Haltedauer von mindestens zwölf Monaten sehr attraktive Renditen erzielen. Nach diesem Zeitraum werde die Wahrscheinlichkeit einer Rezession größer und die Renditen dürften sinken. Anleger, die sich für Wertpapiere mit längerer Laufzeit entscheiden würden, könnten dann auch von Kurssteigerungen profitieren. (Ausgabe vom 24.08.2023) (25.08.2023/alc/a/a)