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US-Staatsanleihen: Abwärtstrend intakt, Konjunktur mit weiteren Schwächezeichen
30.08.12 13:27
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Die US-Wirtschaft hat zuletzt gemischte Signale ausgesendet - insgesamt scheint sich die ohnehin recht schwache Konjunktur weiter abzukühlen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "bondreport" im vierteljährlichen Bericht zu den globalen Anleihemärkten.
Immerhin scheine sich im Immobiliensektor derzeit eine leichte Belebung abzuzeichnen; eine durchgreifende Erholung sei aber nach wie vor nicht in Sicht. Am wahrscheinlichsten scheine für den Rest des Jahres ein abermals nachlassendes und sehr niedriges, aber dennoch weiterhin positives Wachstum um die 1,5% p.a. zu sein. Das Risiko eines ergebnislosen politischen Tauziehens um die zum Jahresende auslaufenden Steuervergünstigungen bestehe jedoch weiterhin.
Sofern es hier zu keinem Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern komme, würden im kommenden Jahr erhebliche Belastungen für die US-Konjunktur drohen, die sogar in eine Rezession führen könnten. Die große Mehrheit der Marktteilnehmer gehe offenkundig davon aus, dass es trotz Präsidentschaftswahlkampf und der zeitgleich stattfindenden turnusmäßigen Neuwahl eines Teiles von Senat und Repräsentantenhaus noch rechtzeitig zu einer Einigung kommen werde. Vor allem die Rally an den US-Aktienmärkten lege einen solchen Schluss nahe. Das Risiko, dass dieser Optimismus enttäuscht werde, sei jedoch erheblich und werde möglicherweise stark unterschätzt. In jedem Fall könnte das Thema im Schlussquartal 2012 noch zu spürbaren Turbulenzen auf den Märkten führen.
Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen hätten nach dem Erreichen neuer Tiefs im Juli/August zuletzt etwas nach oben korrigiert. Sie würden sich aber nach wie vor in ihrem stabilen, langfristigen Abwärtstrend befinden. Sowohl das Konjunkturbild als auch die Risikoaversion vieler Investoren würden insgesamt für anhaltend niedrige, wenn nicht sogar nochmals sinkende Staatsanleiherenditen in den USA sprechen.
Inflationsseitig könnte angesichts der stark gestiegenen Getreidepreise zwar Gegenwind drohen, doch das Zinsniveau werde derzeit vor allem von Politik und Notenbank bestimmt und weniger von Fundamentaldaten. Zudem stünden die USA aufgrund verbesserter Fördertechnologien in den kommenden Jahren möglicherweise vor einem starken Boom bei der heimischen Erdölförderung. Das könnte zusammen mit den extrem tiefen Erdgaspreisen für signifikant niedrigere Treibstoff- und Stromkosten sorgen und höheren Inflationsraten entgegenwirken. Es wäre zudem sehr positiv für das US-Handelsbilanzdefizit und für den US-Dollar. Unter den G3 (USA, Japan, EU) dürften die USA damit trotz all ihrer Problemfelder bis auf weiteres noch die besten wirtschaftlichen Aussichten besitzen.
Unternehmensanleihen stünden weiterhin hoch in der Gunst vieler Anleger. Die Mittelzuflüsse in entsprechende Anleihefonds seien nach wie vor recht hoch. Die absoluten Renditeniveaus seien aus historischer Sicht allerdings nur noch eingeschränkt als attraktiv zu bezeichnen, vor allem bei Investmentgrade Anleihen.
Hingegen seien die relativen Bewertungen, beispielsweise die Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen, im historischen Vergleich noch immer recht günstig, gerade im HighYield-Bereich. Sofern die USA eine Rezession vermeiden können, scheinen ausgewählte HighYield-Unternehmensanleihen weiterhin ein relativ gutes Risiko-Ertragsverhältnis zu bieten, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Fraglich bleibe aber, ob die Renditen vieler Unternehmensanleihen die Anleger wirklich in jedem Fall noch ausreichend für die damit verbundenen Risiken kompensieren würden - vor allem, falls negativere volkswirtschaftliche Szenarien eintreten sollten. (Ausgabe August 2012) (30.08.2012/alc/a/a)
Immerhin scheine sich im Immobiliensektor derzeit eine leichte Belebung abzuzeichnen; eine durchgreifende Erholung sei aber nach wie vor nicht in Sicht. Am wahrscheinlichsten scheine für den Rest des Jahres ein abermals nachlassendes und sehr niedriges, aber dennoch weiterhin positives Wachstum um die 1,5% p.a. zu sein. Das Risiko eines ergebnislosen politischen Tauziehens um die zum Jahresende auslaufenden Steuervergünstigungen bestehe jedoch weiterhin.
Sofern es hier zu keinem Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern komme, würden im kommenden Jahr erhebliche Belastungen für die US-Konjunktur drohen, die sogar in eine Rezession führen könnten. Die große Mehrheit der Marktteilnehmer gehe offenkundig davon aus, dass es trotz Präsidentschaftswahlkampf und der zeitgleich stattfindenden turnusmäßigen Neuwahl eines Teiles von Senat und Repräsentantenhaus noch rechtzeitig zu einer Einigung kommen werde. Vor allem die Rally an den US-Aktienmärkten lege einen solchen Schluss nahe. Das Risiko, dass dieser Optimismus enttäuscht werde, sei jedoch erheblich und werde möglicherweise stark unterschätzt. In jedem Fall könnte das Thema im Schlussquartal 2012 noch zu spürbaren Turbulenzen auf den Märkten führen.
Inflationsseitig könnte angesichts der stark gestiegenen Getreidepreise zwar Gegenwind drohen, doch das Zinsniveau werde derzeit vor allem von Politik und Notenbank bestimmt und weniger von Fundamentaldaten. Zudem stünden die USA aufgrund verbesserter Fördertechnologien in den kommenden Jahren möglicherweise vor einem starken Boom bei der heimischen Erdölförderung. Das könnte zusammen mit den extrem tiefen Erdgaspreisen für signifikant niedrigere Treibstoff- und Stromkosten sorgen und höheren Inflationsraten entgegenwirken. Es wäre zudem sehr positiv für das US-Handelsbilanzdefizit und für den US-Dollar. Unter den G3 (USA, Japan, EU) dürften die USA damit trotz all ihrer Problemfelder bis auf weiteres noch die besten wirtschaftlichen Aussichten besitzen.
Unternehmensanleihen stünden weiterhin hoch in der Gunst vieler Anleger. Die Mittelzuflüsse in entsprechende Anleihefonds seien nach wie vor recht hoch. Die absoluten Renditeniveaus seien aus historischer Sicht allerdings nur noch eingeschränkt als attraktiv zu bezeichnen, vor allem bei Investmentgrade Anleihen.
Hingegen seien die relativen Bewertungen, beispielsweise die Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen, im historischen Vergleich noch immer recht günstig, gerade im HighYield-Bereich. Sofern die USA eine Rezession vermeiden können, scheinen ausgewählte HighYield-Unternehmensanleihen weiterhin ein relativ gutes Risiko-Ertragsverhältnis zu bieten, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Fraglich bleibe aber, ob die Renditen vieler Unternehmensanleihen die Anleger wirklich in jedem Fall noch ausreichend für die damit verbundenen Risiken kompensieren würden - vor allem, falls negativere volkswirtschaftliche Szenarien eintreten sollten. (Ausgabe August 2012) (30.08.2012/alc/a/a)


