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US-Staatsanhleihen weiterer Renditrückgang
22.05.12 10:49
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Die US-Wirtschaftsdaten könnten in den kommenden Wochen wieder enttäuschen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "bondreport" zu den globalen Anleihemärkten.
Für die kommenden Jahre sei ein anhaltend schwaches US-Wachstum zu erwarten. Positiv könnte sich langfristig allerdings der aktuelle Erdgasboom in den USA auswirken. Was die Staatsanleiherenditen angehe, so spreche vieles für niedrige, wenn nicht sogar nochmals sinkende Werte. In den USA würden wohlgemerkt über nahezu alle Laufzeiten die derzeit erzielbaren Staatsanleiherenditen unter den aktuellen Inflationsraten liegen. Die Mittelzuflüsse in höher rentierenden Alternativen (z.B. Unternehmensanleihen) seien ungebrochen.
Der Eurozone drohe weiterhin der Rückfall in eine Rezession und für das Gesamtjahr scheine bestenfalls ein sehr schwaches Wachstum möglich zu sein. Die bisher beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise dürften auch in der Eurozone insgesamt bestenfalls eine sehr begrenzte Wirkung entfalten. Allgemein werde erwartet, dass schon sehr bald ein zweites Hilfspaket für Portugal geschnürt werden müsse. Und sollte es in Spanien bei den Renditen 10-jähriger Staatsanleihen, die derzeit bei 6 bis 6,5% notieren würden, in Richtung 7% gehen, werde allgemein mit einem neuerlichen massiven Eingreifen der EZB gerechnet. Die deutsche Bundesbank deute unterdessen ein mögliches Tolerieren höherer Inflationsraten in Deutschland an.
Für Sparer und Investoren in Deutschland und in der gesamten EU-Kernzone bedeute dieser Kurswechsel, dass auf Jahre hinaus wohl mit deutlich negativen Realzinsen zu rechnen sei. Dieses Regime, auf das nunmehr faktisch alle großen Notenbanken der Welt eingeschwenkt seien, werde vielerorts bereits als "finanzielle Unterdrückung" ("financial repression") bezeichnet. Der noch vor wenigen Jahren so lauthals beschworene "freie Markt" sei damit ausgerechnet für das Geld faktisch außer Kraft gesetzt worden. An seine Stelle würden bis auf weiteres Notenbanken und Regierungen treten. Das könnte langfristig zu erheblichen Inflationsproblemen und zu ähnlichen Fehlanreizen und Fehlallokationen von Kapital führen, wie zuvor in den Peripheriestaaten - beispielsweise im Immobiliensektor.
Verglichen mit der extrem lockeren Geldpolitik der US- und der europäischen Notenbanken agiere die BoJ vergleichsweise restriktiv. Trotz Minizinsen von ca. 0,85% p.a. für 10-jährige japanische Staatsanleihen seien aufgrund des deflationären Umfeldes die Realrenditen in Japan im Gegensatz zu allen anderen großen Industriestaaten deutlich positiv. Neben der fortschreitenden Überalterung der Bevölkerung stelle die gewaltige Staatsverschuldung für das Land ein massives langfristiges Wachstumshemmnis dar. Selbst ein moderater Zinsanstieg auf 2% könnte zudem den japanischen Staat bereits finanziell völlig handlungsunfähig machen.
Unternehmens- und Bankanleihen hätten seit Jahresbeginn kräftig zugelegt, bevor zuletzt eine leichte Korrektur eingesetzt habe. Unternehmensanleihen (Non-financials) guter Qualität würden trotz der jüngsten Kursrallye derzeit noch immer ein besseres Risiko-Ertragsprofil als Euro-Staatsanleihen bieten. Als attraktiv seien auch weiterhin Pfandbriefe einzustufen. Hingegen seien Anleihen von Finanzinstituten nach den kräftigen Kursgewinnen der letzten Wochen angesichts der nach wie vor bestehenden Risiken derzeit weniger attraktiv.
Die internationalen Kapitalflüsse in die Schwellenländer hätten sich zuletzt reduziert, doch seien bisher keine nennenswerten Abflüsse zu verzeichnen. Die kurzfristige Entwicklung von EM-Anleihen dürfte weiterhin in erster Linie vom Risikosentiment abhängen. Konjunkturseitig deute sich in vielen Schwellenländern weiterhin eine Wachstumsbelebung an, während die Inflationsraten fast überall zurückgehen würden. Sofern der Ölpreis nicht wieder kräftig ansteige, könnten die Notenbanken in den EM ihre Geldpolitik vorsichtig weiter lockern und damit ihre Volkswirtschaften, wenn nötig, unterstützen.
Osteuropas Volkswirtschaften würden eine Ausnahme bilden, hier sei die Belastung durch die angespannte Finanzsituation vieler europäischer Banken deutlicher zu spüren. Aufgrund der Schwäche der Währungen der etablierten Industriestaaten sollten insbesondere EM-Anleihen in Lokalwährung weiterhin besser abschneiden können, als jene in "Hartwährungen". Kurzfristig sei aber unter Risiko-Ertrags-Gesichtspunkten eine vorsichtigere Positionierung angeraten.
Der Euro habe zuletzt unter Druck gestanden. Der Dollar profitiere u.a. davon, dass die wirtschaftlichen Aussichten für die USA relativ gesehen deutlich besser seien als für die Eurozone und für Japan. Der Goldpreis konsolidiere bereits seit fast einem dreiviertel Jahr - und das könnte sich auch in den kommenden Quartalen noch fortsetzen. Die fundamentalen Aussichten für das Gold würden aber langfristig gesehen insgesamt günstig bleiben. (22.05.2012/alc/a/a)
Für die kommenden Jahre sei ein anhaltend schwaches US-Wachstum zu erwarten. Positiv könnte sich langfristig allerdings der aktuelle Erdgasboom in den USA auswirken. Was die Staatsanleiherenditen angehe, so spreche vieles für niedrige, wenn nicht sogar nochmals sinkende Werte. In den USA würden wohlgemerkt über nahezu alle Laufzeiten die derzeit erzielbaren Staatsanleiherenditen unter den aktuellen Inflationsraten liegen. Die Mittelzuflüsse in höher rentierenden Alternativen (z.B. Unternehmensanleihen) seien ungebrochen.
Der Eurozone drohe weiterhin der Rückfall in eine Rezession und für das Gesamtjahr scheine bestenfalls ein sehr schwaches Wachstum möglich zu sein. Die bisher beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise dürften auch in der Eurozone insgesamt bestenfalls eine sehr begrenzte Wirkung entfalten. Allgemein werde erwartet, dass schon sehr bald ein zweites Hilfspaket für Portugal geschnürt werden müsse. Und sollte es in Spanien bei den Renditen 10-jähriger Staatsanleihen, die derzeit bei 6 bis 6,5% notieren würden, in Richtung 7% gehen, werde allgemein mit einem neuerlichen massiven Eingreifen der EZB gerechnet. Die deutsche Bundesbank deute unterdessen ein mögliches Tolerieren höherer Inflationsraten in Deutschland an.
Für Sparer und Investoren in Deutschland und in der gesamten EU-Kernzone bedeute dieser Kurswechsel, dass auf Jahre hinaus wohl mit deutlich negativen Realzinsen zu rechnen sei. Dieses Regime, auf das nunmehr faktisch alle großen Notenbanken der Welt eingeschwenkt seien, werde vielerorts bereits als "finanzielle Unterdrückung" ("financial repression") bezeichnet. Der noch vor wenigen Jahren so lauthals beschworene "freie Markt" sei damit ausgerechnet für das Geld faktisch außer Kraft gesetzt worden. An seine Stelle würden bis auf weiteres Notenbanken und Regierungen treten. Das könnte langfristig zu erheblichen Inflationsproblemen und zu ähnlichen Fehlanreizen und Fehlallokationen von Kapital führen, wie zuvor in den Peripheriestaaten - beispielsweise im Immobiliensektor.
Unternehmens- und Bankanleihen hätten seit Jahresbeginn kräftig zugelegt, bevor zuletzt eine leichte Korrektur eingesetzt habe. Unternehmensanleihen (Non-financials) guter Qualität würden trotz der jüngsten Kursrallye derzeit noch immer ein besseres Risiko-Ertragsprofil als Euro-Staatsanleihen bieten. Als attraktiv seien auch weiterhin Pfandbriefe einzustufen. Hingegen seien Anleihen von Finanzinstituten nach den kräftigen Kursgewinnen der letzten Wochen angesichts der nach wie vor bestehenden Risiken derzeit weniger attraktiv.
Die internationalen Kapitalflüsse in die Schwellenländer hätten sich zuletzt reduziert, doch seien bisher keine nennenswerten Abflüsse zu verzeichnen. Die kurzfristige Entwicklung von EM-Anleihen dürfte weiterhin in erster Linie vom Risikosentiment abhängen. Konjunkturseitig deute sich in vielen Schwellenländern weiterhin eine Wachstumsbelebung an, während die Inflationsraten fast überall zurückgehen würden. Sofern der Ölpreis nicht wieder kräftig ansteige, könnten die Notenbanken in den EM ihre Geldpolitik vorsichtig weiter lockern und damit ihre Volkswirtschaften, wenn nötig, unterstützen.
Osteuropas Volkswirtschaften würden eine Ausnahme bilden, hier sei die Belastung durch die angespannte Finanzsituation vieler europäischer Banken deutlicher zu spüren. Aufgrund der Schwäche der Währungen der etablierten Industriestaaten sollten insbesondere EM-Anleihen in Lokalwährung weiterhin besser abschneiden können, als jene in "Hartwährungen". Kurzfristig sei aber unter Risiko-Ertrags-Gesichtspunkten eine vorsichtigere Positionierung angeraten.
Der Euro habe zuletzt unter Druck gestanden. Der Dollar profitiere u.a. davon, dass die wirtschaftlichen Aussichten für die USA relativ gesehen deutlich besser seien als für die Eurozone und für Japan. Der Goldpreis konsolidiere bereits seit fast einem dreiviertel Jahr - und das könnte sich auch in den kommenden Quartalen noch fortsetzen. Die fundamentalen Aussichten für das Gold würden aber langfristig gesehen insgesamt günstig bleiben. (22.05.2012/alc/a/a)


