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US-Rentenmarkt: Handelsstreit sorgt für hohe Kursgewinne
26.06.19 10:00
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Aus dem Umfeld der US-Regierung wurden die Verhandlungen mit China lange Zeit als sehr konstruktiv beschrieben, so die Experten von Union Investment.
Man habe also den Eindruck haben dürfen, dass eine Lösung nahe sei. Umso erstaunlicher sei die plötzliche Verschärfung der Gangart gewesen. Völlig überraschend habe US-Präsident Donald Trump die Zollmaßnahmen gegen China in Kraft gesetzt. Eine Reaktion aus Peking habe nicht lange auf sich warten lassen. Anleger hätten sehr verunsichert auf die neuerliche Zuspitzung reagiert und seien sich in die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen geflüchtet. Im weiteren Monatsverlauf sei deutlich geworden, dass auch eine weitere Eskalation nicht auszuschließen sei. Trump habe neue Zölle auf das bisher noch nicht betroffene Handelsvolumen von knapp 300 Milliarden US-Dollar ins Spiel gebracht. Da es sich dabei vor allem um Konsumgüter handle, wären die damit verbundenen negativen Effekte für die US-Wirtschaft ungleich höher als bei den bislang betroffenen Waren. Daraus hätten sich zugleich neue Konjunktursorgen ergeben. Schließlich würden sich Anleger angesichts der zuletzt schwachen Wirtschaftsdaten ohnehin fragen, ob es sich hierbei nur eine Gegenbewegung auf die starken Zahlen aus dem ersten Quartal handle, oder ob dies erste Anzeichen für eine mögliche Eintrübung seien.
Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen sei in diesem Umfeld auf 2,12 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit September 2017. Am vorderen Ende der US-Zinsstrukturkurve würden zwar zunehmend Leitzinssenkungen eingepreist, die Renditen seien aber dennoch höher als bei langlaufenden Papieren. Somit sei die US-Zinsstrukturkurve nun auch zwischen ein und zehn Jahren deutlich invers. Innerhalb der US-Notenbank habe es bereits erste Gedankenspiele bezüglich einer präventiven Leitzinssenkung gegeben. Diese solle vor allem das Risiko zu geringer Inflationszahlen verringern. Einen solchen Schritt gelte es geschickt zu kommunizieren, damit dieser nicht dahingehend verstanden werde, dass die Notenbanker womöglich die Konjunktursorgen der Anleger teilen würden. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index hätten sich US-Schatzanweisungen im Mai um 2,5 Prozent verteuert. Nach vorn gerichtet sei nicht mit steigenden Renditen zu rechnen. (Ausgabe vom 25.06.2019) (26.06.2019/alc/a/a)
Man habe also den Eindruck haben dürfen, dass eine Lösung nahe sei. Umso erstaunlicher sei die plötzliche Verschärfung der Gangart gewesen. Völlig überraschend habe US-Präsident Donald Trump die Zollmaßnahmen gegen China in Kraft gesetzt. Eine Reaktion aus Peking habe nicht lange auf sich warten lassen. Anleger hätten sehr verunsichert auf die neuerliche Zuspitzung reagiert und seien sich in die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen geflüchtet. Im weiteren Monatsverlauf sei deutlich geworden, dass auch eine weitere Eskalation nicht auszuschließen sei. Trump habe neue Zölle auf das bisher noch nicht betroffene Handelsvolumen von knapp 300 Milliarden US-Dollar ins Spiel gebracht. Da es sich dabei vor allem um Konsumgüter handle, wären die damit verbundenen negativen Effekte für die US-Wirtschaft ungleich höher als bei den bislang betroffenen Waren. Daraus hätten sich zugleich neue Konjunktursorgen ergeben. Schließlich würden sich Anleger angesichts der zuletzt schwachen Wirtschaftsdaten ohnehin fragen, ob es sich hierbei nur eine Gegenbewegung auf die starken Zahlen aus dem ersten Quartal handle, oder ob dies erste Anzeichen für eine mögliche Eintrübung seien.
Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen sei in diesem Umfeld auf 2,12 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit September 2017. Am vorderen Ende der US-Zinsstrukturkurve würden zwar zunehmend Leitzinssenkungen eingepreist, die Renditen seien aber dennoch höher als bei langlaufenden Papieren. Somit sei die US-Zinsstrukturkurve nun auch zwischen ein und zehn Jahren deutlich invers. Innerhalb der US-Notenbank habe es bereits erste Gedankenspiele bezüglich einer präventiven Leitzinssenkung gegeben. Diese solle vor allem das Risiko zu geringer Inflationszahlen verringern. Einen solchen Schritt gelte es geschickt zu kommunizieren, damit dieser nicht dahingehend verstanden werde, dass die Notenbanker womöglich die Konjunktursorgen der Anleger teilen würden. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index hätten sich US-Schatzanweisungen im Mai um 2,5 Prozent verteuert. Nach vorn gerichtet sei nicht mit steigenden Renditen zu rechnen. (Ausgabe vom 25.06.2019) (26.06.2019/alc/a/a)


