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US-Rentenmärkte: US-Notenbank ist uneins über weiteren Kurs


16.10.19 11:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zu Monatsbeginn September 2019 setzte sich der positive Trend am US-Rentenmarkt noch fort, so die Experten von Union Investment.

Die Rendite für zehnjährige US-Schatzanweisungen sei bis auf 1,45 Prozent gefallen. Doch schon kurze Zeit später habe eine kurze und zugleich heftige Korrektur eingesetzt, die gleichbedeutend mit einer Rendite von 1,85 Prozent gestanden habe. Viele Marktteilnehmer hätten angefangen zu zweifeln, ob die US-Notenbank die in sie gesetzten Erwartungen letztlich auch erfüllen könne. Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses hätten sich zudem in Zurückhaltung geübt.

Gute Nachrichten seien auch aus dem US-Handelsministerium gekommen. Demnach hätten sich die Chefunterhändler von China und den USA wieder etwas angenähert. Inzwischen hätten beide Seiten die negativen Auswirkungen erfahren müssen, weshalb der Druck hin zu einer Einigung gewachsen sei. Es dürfe aber bezweifelt werden, dass die Chinesen Donald Trump einen großen Deal feiern lassen würden. Vielmehr dürfte es sich bestenfalls um eine Einigung light drehen, die der US-Präsident medial dann auch kaum als ein Argument für seine Wiederwahl vermarkten könne. Donald Trump sei gleich in mehrfacher Hinsicht ein Thema gewesen. Zum Monatsende habe ihm sogar eine mögliches Amtsendhebungsverfahren gedroht. Es bleibe also auch innenpolitisch spannend.

In der zweiten Monatshälfte habe die US-Notenbank die erwartete Zinssenkung um 25 Basispunkte geliefert. Bezüglich des weiteren Kurses seien sich die Notenbanker aber sehr uneins. Sieben Mitglieder könnten sich bis zum Jahresende noch tiefere Sätze vorstellen, fünf würden sich hingegen sogar eine Erhöhung der Leitzinsen wünschen. Kurzzeitig habe sich der US-Geldmarkt sehr verstimmt gezeigt, als für Übernachtliquidität bis zu zehn Prozent habe gezahlt werden müssen.

Die FED habe den Geldbedarf der US-Banken offenbar unterschätzt. Die Probleme seien jedoch hausgemacht und hätten sich aus der Rückführung der Anleihekäufe ergeben. Anders als zur Finanzmarktkrise sei dies aber kein Anlass zur Panik gewesen. Zum Monatsende hin seien US-Schatzanweisungen wieder gefragt gewesen. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) sei im Monatsvergleich dennoch ein Minus von 0,9 Prozent verblieben. (Ausgabe vom 15.10.2019) (16.10.2019/alc/a/a)