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US-Renditen haben (vorerst) noch Potenzial
05.03.18 10:45
Swisscanto Invest
Zürich (www.anleihencheck.de) - In den USA zeichnet sich im ersten Halbjahr ein Anstieg der Inflation ab, so die Experten von Swisscanto Invest.
Die expansive Fiskalpolitik erhöhe die Inflationsrisiken zusätzlich. Allerdings sehen die Experten von Swisscanto Invest keinen markanten Anstieg der Teuerung, weshalb sie davon ausgehen, dass die US-Notenbank ihre geplante Gangart bei der Normalisierung der Geldpolitik beibehalten kann.
Die Wirtschaft der Eurozone sei im 4. Quartal 2017 kräftig gewachsen. Für das Gesamtjahr resultiere eine Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts von 2,5 Prozent, was dem höchsten Wert seit 2007 entspreche. Der Fokus der britischen Notenbank habe sich von der Unterstützung der Konjunktur auf die Inflationsbekämpfung verschoben. Inflationsprognosen würden zeigen, dass die Teuerung in Großbritannien bis Ende 2019 über dem angestrebten Ziel von zwei Prozent liegen werde. In den Schwellenländern werde sich das Wirtschaftswachstum weiterhin bei anhaltend moderaten Inflationsraten günstig entwickeln.
Die Renditen seien in diesem Jahr auf breiter Front gestiegen. Aufgrund der erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten hätten auch die Realrenditen angezogen. Mit steigenden Inflationserwartungen dürften die Renditeniveaus in moderatem Maße weiter steigen. Nachdem die Aktienmärkte lange Zeit nur aufwärts tendiert hätten, sei es Anfang Februar zu einer Bewertungskorrektur gekommen. Auslöser der Korrektur seien keine schlechten Konjunkturaussichten gewesen, sondern realistischere Inflations- sowie Zinserwartungen. Die Steuerreform in den USA habe dazu geführt, dass die Finanzanalysten ihre Gewinnwachstumserwartungen für die US-Unternehmen auf mittlerweile 16 Prozent erhöht hätten.
Nachdem die Aktienmärkte seit längerem nur eine Richtung gekannt hätten, sei es Anfang Februar zu einer heftigen Korrektur gekommen. Auslöser sei der US-Arbeitsmarktbericht gewesen, der einen unerwartet starken Lohnanstieg ausgewiesen und Inflations- sowie Zinsängste geschürt habe. Der globale Aktienmarkt habe im Februar weniger als drei Prozent verloren, nachdem er zwischenzeitlich acht Prozent im Minus gelegen habe. Bei den Sektoren hätten die Zykliker insgesamt besser abgeschnitten als die defensiven Branchen, was darauf hindeute, dass die Korrektur nicht auf Konjunkturängste zurückzuführen sei. Zu den Hauptverlierern hätten Energie- und Immobilienwerte gehört. Erstere hätten unter unerwartet schwachen Gewinnberichten und deutlich rückläufigen Öl- und Gaspreisen gelitten, Letztere unter dem kräftigen Anstieg der Zinsen, also den Opportunitätskosten der Immobilienanlage.
In den Monaten vor der Aktienmarktkorrektur habe sich die Schwankungsbreite der Indices auf äußerst niedrigen Niveaus bewegt. In den Medien sei deshalb immer wieder diskutiert worden, ob die Investoren möglicherweise zu sorglos geworden seien und Risiken ignoriert hätten. Allerdings sei es nur dann rational Risiken in die Aktienkurse einzupreisen, wenn es Anzeichen dafür gebe.
Investoren könnten nur dann auf schlechte Nachrichten reagieren, wenn diese auch tatsächlich eintreten würden. Und 2017 habe es kaum schlechte Nachrichten mit Marktrelevanz gegeben. Allerdings habe diese Entwicklung dazu geführt, dass die Zuversicht der Investoren dann doch größer geworden sei, als es die Fundamentaldaten hergegeben hätten. Genau deshalb seien die Bewertungen der Aktienmärkte nochmals deutlich gestiegen. Insofern würden sich die jüngsten Aktienmarktturbulenzen auch als Bewertungskorrektur verstehen lassen.
Im Januar seien die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen auf breiter Front angestiegen. Wie von den Experten von Swisscanto Invest erwartet, ist es im Februar nicht im gleichen Tempo weitergegangen. So hätten sich beispielsweise die Renditen in der Schweiz und in Deutschland stabilisiert, nicht aber diejenigen in den USA. Zu erstaunen vermöge insbesondere die Bewegung der US-Realrenditen. Aufgrund der erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten seien die Realrenditen seit Jahresanfang um knapp 40 Basispunkte gestiegen. Hingegen hätten sich die Inflationserwartungen um weniger als 20 Basispunkte erhöht.
In den nächsten Wochen werde die US-Inflation merklich anziehen. Zum einen infolge von Basiseffekten, zum anderen aufgrund der Überwälzung der gestiegenen Löhne auf die Endpreise. Dies dürfte den Inflationserwartungen Auftrieb geben. Die Experten von Swisscanto Invest rechnen damit, dass die US-Renditen in Kürze die 3%-Marke überschreiten werden. Das Renditeanstiegspotenzial in der Schweiz und in der Eurozone würden die Experten hingegen als gering erachten. Merklich anziehende Inflationsraten seien nicht auszumachen, zudem laufe die Konjunktur insbesondere in der Eurozone bereits auf Hochtouren. Noch positivere Konjunkturzahlen könnten kaum erwartet werden.
Der Goldpreis sei in den vergangenen Wochen vor allem von der Abwertung des US-Dollar beeinflusst worden. Das in US-Dollar gehandelte Edelmetall habe von der Währungsabschwächung profitiert. Durch diese sei der Goldpreis auf ein Niveau gehievt worden, das zuletzt im August 2016 erreicht worden sei. Für den Goldpreis dürfte in Zukunft auch die Entwicklung der inflationsbereinigten Renditen maßgebend sein. Die Renditen an den Anleihenmärkten hätten stärker zugelegt als die Inflationserwartungen. Falls dieser Trend anhalte, stelle dies eine Belastung für den Goldpreis dar, da die Opportunitätskosten des gelben Edelmetalls steigen würden. Allerdings könnte eine höhere Risikoaversion an den Finanzmärkten die Anleger dazu veranlassen, wieder vermehrt Goldbestände aufzubauen. So hätten die Finanzmarktteilnehmer nach der Korrektur der Aktienmärkte von Anfang Februar die Bestände der Goldfonds erhöht. (05.03.2018/alc/a/a)
Die expansive Fiskalpolitik erhöhe die Inflationsrisiken zusätzlich. Allerdings sehen die Experten von Swisscanto Invest keinen markanten Anstieg der Teuerung, weshalb sie davon ausgehen, dass die US-Notenbank ihre geplante Gangart bei der Normalisierung der Geldpolitik beibehalten kann.
Die Wirtschaft der Eurozone sei im 4. Quartal 2017 kräftig gewachsen. Für das Gesamtjahr resultiere eine Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts von 2,5 Prozent, was dem höchsten Wert seit 2007 entspreche. Der Fokus der britischen Notenbank habe sich von der Unterstützung der Konjunktur auf die Inflationsbekämpfung verschoben. Inflationsprognosen würden zeigen, dass die Teuerung in Großbritannien bis Ende 2019 über dem angestrebten Ziel von zwei Prozent liegen werde. In den Schwellenländern werde sich das Wirtschaftswachstum weiterhin bei anhaltend moderaten Inflationsraten günstig entwickeln.
Die Renditen seien in diesem Jahr auf breiter Front gestiegen. Aufgrund der erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten hätten auch die Realrenditen angezogen. Mit steigenden Inflationserwartungen dürften die Renditeniveaus in moderatem Maße weiter steigen. Nachdem die Aktienmärkte lange Zeit nur aufwärts tendiert hätten, sei es Anfang Februar zu einer Bewertungskorrektur gekommen. Auslöser der Korrektur seien keine schlechten Konjunkturaussichten gewesen, sondern realistischere Inflations- sowie Zinserwartungen. Die Steuerreform in den USA habe dazu geführt, dass die Finanzanalysten ihre Gewinnwachstumserwartungen für die US-Unternehmen auf mittlerweile 16 Prozent erhöht hätten.
In den Monaten vor der Aktienmarktkorrektur habe sich die Schwankungsbreite der Indices auf äußerst niedrigen Niveaus bewegt. In den Medien sei deshalb immer wieder diskutiert worden, ob die Investoren möglicherweise zu sorglos geworden seien und Risiken ignoriert hätten. Allerdings sei es nur dann rational Risiken in die Aktienkurse einzupreisen, wenn es Anzeichen dafür gebe.
Investoren könnten nur dann auf schlechte Nachrichten reagieren, wenn diese auch tatsächlich eintreten würden. Und 2017 habe es kaum schlechte Nachrichten mit Marktrelevanz gegeben. Allerdings habe diese Entwicklung dazu geführt, dass die Zuversicht der Investoren dann doch größer geworden sei, als es die Fundamentaldaten hergegeben hätten. Genau deshalb seien die Bewertungen der Aktienmärkte nochmals deutlich gestiegen. Insofern würden sich die jüngsten Aktienmarktturbulenzen auch als Bewertungskorrektur verstehen lassen.
Im Januar seien die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen auf breiter Front angestiegen. Wie von den Experten von Swisscanto Invest erwartet, ist es im Februar nicht im gleichen Tempo weitergegangen. So hätten sich beispielsweise die Renditen in der Schweiz und in Deutschland stabilisiert, nicht aber diejenigen in den USA. Zu erstaunen vermöge insbesondere die Bewegung der US-Realrenditen. Aufgrund der erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten seien die Realrenditen seit Jahresanfang um knapp 40 Basispunkte gestiegen. Hingegen hätten sich die Inflationserwartungen um weniger als 20 Basispunkte erhöht.
In den nächsten Wochen werde die US-Inflation merklich anziehen. Zum einen infolge von Basiseffekten, zum anderen aufgrund der Überwälzung der gestiegenen Löhne auf die Endpreise. Dies dürfte den Inflationserwartungen Auftrieb geben. Die Experten von Swisscanto Invest rechnen damit, dass die US-Renditen in Kürze die 3%-Marke überschreiten werden. Das Renditeanstiegspotenzial in der Schweiz und in der Eurozone würden die Experten hingegen als gering erachten. Merklich anziehende Inflationsraten seien nicht auszumachen, zudem laufe die Konjunktur insbesondere in der Eurozone bereits auf Hochtouren. Noch positivere Konjunkturzahlen könnten kaum erwartet werden.
Der Goldpreis sei in den vergangenen Wochen vor allem von der Abwertung des US-Dollar beeinflusst worden. Das in US-Dollar gehandelte Edelmetall habe von der Währungsabschwächung profitiert. Durch diese sei der Goldpreis auf ein Niveau gehievt worden, das zuletzt im August 2016 erreicht worden sei. Für den Goldpreis dürfte in Zukunft auch die Entwicklung der inflationsbereinigten Renditen maßgebend sein. Die Renditen an den Anleihenmärkten hätten stärker zugelegt als die Inflationserwartungen. Falls dieser Trend anhalte, stelle dies eine Belastung für den Goldpreis dar, da die Opportunitätskosten des gelben Edelmetalls steigen würden. Allerdings könnte eine höhere Risikoaversion an den Finanzmärkten die Anleger dazu veranlassen, wieder vermehrt Goldbestände aufzubauen. So hätten die Finanzmarktteilnehmer nach der Korrektur der Aktienmärkte von Anfang Februar die Bestände der Goldfonds erhöht. (05.03.2018/alc/a/a)


