US-Regierungsstillstand: Fed vor Zinsentscheidung - Inflation bleibt über 3%


23.10.25 09:21
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Datenseitig interessant wird es wohl erst morgen mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes in Deutschland, Frankreich und der Eurozone und den Verbraucherpreisen in den USA, die trotz des anhaltenden Regierungsstillstands veröffentlicht werden sollen, so die Analysten der Helaba.

Dennoch würden weiterhin wichtige Konjunkturindikatoren fehlen, insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Dies erschwere die Arbeit der US-Notenbank, die in der kommenden Woche über die weitere geldpolitische Ausrichtung zu entscheiden habe. Je länger die Haushaltssperre andauere, desto größer würden die kurzfristigen konjunkturellen Risiken werden. Gleichzeitig aber steige die Wahrscheinlichkeit für weitere Leitzinssenkungen, und so sei es nicht verwunderlich, dass ein Schritt im Oktober und ein weiterer Mitte Dezember annähernd vollständig eingepreist seien. Darüber hinaus werde mit einer fortgesetzten Lockerung der Geldpolitik gerechnet, was wohl auch den Inflationserwartungen geschuldet sei, die sich rückläufig entwickelt hätten. Die oben erwähnten und am Freitag anstehenden Inflationszahlen würden vermutlich aber nicht zu einer Forcierung der Zinssenkungserwartungen beitragen. Bereits im August habe der Preisdruck in den USA leicht zugenommen, und auch im September sei keine Entspannung zu erwarten. Die Kerninflationsrate bleibe über der 3-Prozent-Marke und damit klar über dem Ziel der Fed.

Im Gegensatz dazu sei in der Eurozone das Inflationsziel von zwei Prozent weitgehend erreicht, und die Währungshüter seien sich darüber einig, dass die derzeitige Geldpolitik gut positioniert sei und eine abwartende Haltung die beste Strategie wäre. Auch marktseitig werde mit einer unveränderten Geldpolitik gerechnet. Bis ins Frühjahr nächsten Jahres hinein werde einer Zinssenkung nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit beigemessen. (23.10.2025/alc/a/a)