US-Realrendite entfernt sich vom Leitzins


22.05.19 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Renditerückgänge an den führenden Rentenmärkten wurden in den letzten Monaten vor allem mit der politischen Verunsicherung verknüpft, die die konjunkturellen Perspektiven trübt, so die Analysten der Helaba.

Die Datenveröffentlichungen hätten demgegenüber überzeugt und teilweise sogar positiv überrascht. Die Inflationserwartungen in den USA seien zuletzt zwar schwächer ausgeprägt gewesen, hätten sich aber per saldo erhöht. So habe die 5J/5J-Inflationserwartung nach Berechnungsmethode der FED ein zyklisches Tief bei 1,73% zu Beginn des Jahres markiert und liege aktuell bei knapp unter 2%.

In der Folge habe sich die Realrendite 10-jähriger Treasuries seit dem Winterhoch deutlich verringert und nähere sich der Nulllinie mit großen Schritten. Aktuell belaufe sie sich auf rund 0,50%, während das bisherige zyklische Hoch bei 1,20% gelegen habe. Vor dem Hintergrund des Leitzinsniveaus erscheine dies ungewöhnlich, denn die Leitzinsentwicklung habe einen entscheidenden Einfluss auf die Realrendite. Zwar habe es auch in der jüngeren Vergangenheit Abweichungen zwischen Leitzins und Realrendite gegeben, diese hätten aber in den Jahren nach der Finanzkrise ihre Ursache vor allem in den außergewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen (QE) der FED gefunden.

Der Ökonom L. Krippner habe mit dem sogenannten Schattenzins einen Maßstab berechnet, der den gesamten geldpolitischen Impuls dieser Jahre darstellen solle. Der Fall der Realrendite tief in den negativen Bereich lasse sich damit gut begründen. Am aktuellen Rand seien aber weder der Leit- noch der Schattenzins derart gesunken, dass die stark rückläufige Realrendite zu rechtfertigen wäre. Mithin komme hierin die hohe Bewertung des Rentenmarktes zum Ausdruck und das Risiko von Korrekturen scheine mittel- und langfristig erhöht. Kurzfristig würden aber die politische Verunsicherung und die damit einhergehende zögerliche und vorsichtige Positionierung der US-Notenbank unterstützen.

Datenseitig stünden neben diversen EZB- und FED-Reden lediglich die britischen Verbraucherpreise an, die jedoch keinen größeren Einfluss auf das Marktgeschehen hierzulande haben sollten. (22.05.2019/alc/a/a)





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