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US-Notenbank übt sich demonstrativ in Geduld


14.06.21 09:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am US-Rentenmarkt war im Mai eine deutliche Konsolidierung erkennbar, so die Experten von Union Investment.

Nach den ereignisreichen Vormonaten hätten US-Staatsanleihen zuletzt in einer vergleichsweise engen Handelsspanne seitwärts gehandelt. Gute Konjunkturdaten und die vor allem in der ersten Monatshälfte anziehenden Inflationserwartungen hätten eigentlich für weiter steigende Renditen gesprochen. Der US-Notenbank FED sei es aber gelungen, das Zinsniveau zu stabilisieren. Verschiedene FED-Mitglieder hätten sich zu Wort gemeldet und dabei immer wieder deutlich gemacht, dass es sich beim aktuell zu beobachtenden Inflationsanstieg wohl nur um eine temporäre Entwicklung handeln dürfte.

Darüber hinaus hätten die Währungshüter begonnen, die Marktteilnehmer behutsam auf einen beginnenden Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorzubereiten. Man wolle zunächst substanzielle Verbesserungen am US-Arbeitsmarkt sehen, hieße es. In den letzten Monaten hätten hier schon einige Erfolge beobachtet werden können. Deshalb sei bereits hin und wieder die Befürchtung aufgekommen, die FED könnte demnächst ihre monatlichen Wertpapierankäufe reduzieren. Doch im Mai sei nun mehrfach betont worden, dass es dafür noch zu früh sei, man werde sich aber in den Sommermonaten intensiv über einen Starttermin unterhalten. Diese Art der langsamen und schrittweisen Vorbereitung komme derzeit bei den Marktteilnehmern gut an. Auch die Äußerungen, dass man mehrere gute Datenpunkte vom Arbeitsmarkt in Reihe benötige, sei der Marktberuhigung zuträglich gewesen. Schließlich habe der Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen im April enttäuscht, was für Anleger aber gleichermaßen bedeutet habe, dass die expansive Geldpolitik der US-Notenbank vorerst weiter bestehen bleiben dürfte.

Größere Verspannungen habe es hingegen am kurzen Laufzeitende der Zinskurve gegeben. Ein hoher Anlagebedarf von US-Geldmarktfonds bei gleichzeitig hohen Fälligkeiten habe die unterjährigen Renditen nahe der Null-Prozent-Marke gehalten.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen im Mai einen leichten Zuwachs von 0,3 Prozent verzeichnet. Tendenziell dürfte der Renditeanstieg jedoch nur pausieren, sich aber nicht mehr mit der Dynamik der vergangenen Monate fortsetzen. (Ausgabe vom 11.06.2021) (14.06.2021/alc/a/a)