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US-Notenbank schnürt historisches Rettungspaket


08.04.20 12:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das dominierende Thema im März war das sich weltweit ausbreitende Corona-Virus, so die Experten von Union Investment.

Hohe Fallzahlen in Europa und erste Infektionen in den USA hätten schnell eine Rezession der Weltwirtschaft ausgelöst. In diesem von hoher Unsicherheit geprägten Marktumfeld seien die als sicher geltenden US-Staatsanleihen zunächst stark gesucht gewesen. In der Folge habe die Rendite zehnjähriger Papiere bei 0,31 Prozent ein Allzeittief markiert. Als dann in den USA die Zahl der Neuinfizierten auch stark angestiegen sei, sei es am US-Rentenmarkt zu großen Verwerfungen gekommen. Risikobehaftete Papiere wie Unternehmensanleihen hätten hohe Verluste hinnehmen müssen. Dies habe letztlich auch bei US-Schatzanweisungen zu steigenden Renditen geführt. Um Liquidität zu schaffen, hätten sich Anleger gezwungen gesehen auch diese Papiere zu veräußern. Innerhalb kürzester Zeit sei die Rendite dadurch auf bis 1,27 Prozent angestiegen.

Kurze Zeit später habe dies die US-Notenbank Federal Reserve (FED) auf den Plan gerufen. Die Notenbanker hätten in mehreren Schritten ein historisches Rettungspaket geschnürt. Zunächst sei der Ankauf von Staatsanleihen mit einer Summe von 700 Milliarden US-Dollar angekündigt worden. Bald darauf habe eine Anpassung stattgefunden. Die Währungshüter hätten angekündigt, ohne Limitierung kaufen zu wollen. Darüber hinaus würden nun auch Unternehmenspapiere erworben. Dies sei notwendig geworden, weil angesichts der zu erwartenden Rezession bei vielen Marktteilnehmern Zweifel bestanden hätten, ob sich in Not geratene Firmen überhaupt noch am Kapitalmarkt refinanzieren könnten. Schlussendlich seien noch Erleichterungen für Banken verabschiedet und die Leitzinsen auf nahezu Null gesenkt worden.

Im Anschluss daran sei es zu einer deutlichen Markterholung gekommen. Der Notenbank sei es gelungen, die bis dahin hohen systemischen Risiken fast vollständig zu eliminieren. Von da an hätten US-Schatzanweisungen auch wieder als sicherer Hafen gedient und angesichts der hohen verbliebenen Konjunktursorgen deutliche Kursgewinne verbucht. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten sich US-Staatsanleihen im März letztlich um 3,3 Prozent verteuert. (Ausgabe vom 07.04.2020) (08.04.2020/alc/a/a)