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US-Notenbank könnte ihre geldpolitische Straffung verlangsamen
07.10.22 11:57
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Obwohl sich die Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich überschlagen, wo die Regierung zu einer Kehrtwende in Bezug auf einen Teil ihrer Steuerpläne gezwungen war, richtete sich die Aufmerksamkeit der Investoren wieder auf die Vereinigten Staaten, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Dort habe ein relativ schwacher US-Einkaufsmanagerindex ISM die Hoffnung wieder aufleben lassen, dass die US-Notenbank auf ihrer Novembersitzung das Tempo der geldpolitischen Straffung verlangsamen könnte.
Auch Dowding gehe davon aus, dass die Federal Reserve auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen eher um 50 Basispunkte als um 75 Basispunkte erhöhen werde. Das hänge jedoch von einem günstigen Verbraucherpreisindex in der kommenden Woche ab. Die Inflationsdaten für August hätten für einige Enttäuschung gesorgt. Angesichts der rückläufigen Benzinpreise herrsche jedoch Optimismus, dass die Septemberdaten bessere Nachrichten bringen würden.
Darüber hinaus scheine klar zu sein, dass die FED die finanziellen Bedingungen sehr genau im Auge behalte. Zinserhöhungen sollten die Wirtschaft durch strengere finanzielle Bedingungen bremsen. Wenn sich diese zu entspannen beginnen und der US-Aktienindex S&P 500 wieder über 4.000 Punkte steige, könnte dies ein Faktor sein, der die FED zu dem Schluss kommen lasse, dass sie eine weitere Anhebung um 75 Basispunkte vornehmen müsse. Abgesehen davon werde erwartet, dass sich das Wachstum abschwäche. Eine leichte Rezession Anfang nächsten Jahres scheine wahrscheinlich.
Da die Arbeitslosigkeit jedoch nur auf etwa 4,5 Prozent ansteigen dürfte, werde sich dies nicht wie eine Rezession anfühlen. Obwohl es in einigen Sektoren und bei einigen Emittenten zu einer Beeinträchtigung der Kreditwürdigkeit kommen könne, dürfte der Kreditzyklus insgesamt relativ günstig verlaufen. Das anhaltende Risiko bestehe darin, dass die Inflation weiterhin enttäusche und ein Anstieg der Zinssätze auf 5 Prozent oder mehr erforderlich sei.
Es scheine jedoch eine gewisse Zuversicht zu herrschen, dass dies nicht der Fall sein werde. Auf dem Höhepunkt des Zyklus könnten die Zinssätze im ersten Quartal nächsten Jahres bei 4,25 bis 4,50 Prozent liegen. Dessen ungeachtet scheinen frühzeitige Zinssenkungen weniger wahrscheinlich zu sein, so Mark Dowding. Vor diesem Hintergrund sei Dowding der Ansicht, dass 10-jährige US-Staatsanleihen in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent nahe am fairen Wert liegen würden.
Das relativ günstige Umfeld in den USA stehe im Gegensatz zur Situation auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Inflationsdaten könnten in der Eurozone noch einige Monate lang problematisch sein. Daher sei es schwer vorstellbar, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren geldpolitischen Straffungskurs verlangsame, da die Zinssätze immer noch deutlich unter dem neutralen Niveau liegen würden.
Sollte dies bedeuten, dass die EZB die Zinsen schneller anhebe als ihr US-Pendant, könnte das normalerweise als Grundlage für eine Trendwende beim Euro gesehen werden. Angesichts des enttäuschenden Wachstums und der Tatsache, dass die EZB in einem Umfeld sich abschwächender Konjunktur zu Zinserhöhungen gedrängt werde, sei jedoch weniger klar, dass es zeitnah zu einer größeren Trendwende kommen werde. (07.10.2022/alc/a/a)
Dort habe ein relativ schwacher US-Einkaufsmanagerindex ISM die Hoffnung wieder aufleben lassen, dass die US-Notenbank auf ihrer Novembersitzung das Tempo der geldpolitischen Straffung verlangsamen könnte.
Auch Dowding gehe davon aus, dass die Federal Reserve auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen eher um 50 Basispunkte als um 75 Basispunkte erhöhen werde. Das hänge jedoch von einem günstigen Verbraucherpreisindex in der kommenden Woche ab. Die Inflationsdaten für August hätten für einige Enttäuschung gesorgt. Angesichts der rückläufigen Benzinpreise herrsche jedoch Optimismus, dass die Septemberdaten bessere Nachrichten bringen würden.
Da die Arbeitslosigkeit jedoch nur auf etwa 4,5 Prozent ansteigen dürfte, werde sich dies nicht wie eine Rezession anfühlen. Obwohl es in einigen Sektoren und bei einigen Emittenten zu einer Beeinträchtigung der Kreditwürdigkeit kommen könne, dürfte der Kreditzyklus insgesamt relativ günstig verlaufen. Das anhaltende Risiko bestehe darin, dass die Inflation weiterhin enttäusche und ein Anstieg der Zinssätze auf 5 Prozent oder mehr erforderlich sei.
Es scheine jedoch eine gewisse Zuversicht zu herrschen, dass dies nicht der Fall sein werde. Auf dem Höhepunkt des Zyklus könnten die Zinssätze im ersten Quartal nächsten Jahres bei 4,25 bis 4,50 Prozent liegen. Dessen ungeachtet scheinen frühzeitige Zinssenkungen weniger wahrscheinlich zu sein, so Mark Dowding. Vor diesem Hintergrund sei Dowding der Ansicht, dass 10-jährige US-Staatsanleihen in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent nahe am fairen Wert liegen würden.
Das relativ günstige Umfeld in den USA stehe im Gegensatz zur Situation auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Inflationsdaten könnten in der Eurozone noch einige Monate lang problematisch sein. Daher sei es schwer vorstellbar, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren geldpolitischen Straffungskurs verlangsame, da die Zinssätze immer noch deutlich unter dem neutralen Niveau liegen würden.
Sollte dies bedeuten, dass die EZB die Zinsen schneller anhebe als ihr US-Pendant, könnte das normalerweise als Grundlage für eine Trendwende beim Euro gesehen werden. Angesichts des enttäuschenden Wachstums und der Tatsache, dass die EZB in einem Umfeld sich abschwächender Konjunktur zu Zinserhöhungen gedrängt werde, sei jedoch weniger klar, dass es zeitnah zu einer größeren Trendwende kommen werde. (07.10.2022/alc/a/a)


